Wertgefühl Was gilt Demut heute?
Priesteranwärter des Erzbistums Freiburg: Demut galt einst als hohe Tugend, doch dann verlor der Begriff an Bedeutung. Heute wächst die Sehnsucht nach Werten wieder. SPIEGEL ONLINE sprach mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Sport und Kirche über die Rückkehr einer verlorenen Haltung.
Das sagt Musiker Konstantin Wecker: "Wenn ich mich ans Klavier setze und mir fällt eine Melodie nach der anderen ein, werde ich automatisch demütig, denn ich weiß, das ist nicht mein Verdienst."
Das sagt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer: "Demut bedeutet, respektvoll zu sein: Gegenüber allen Menschen, egal welchen Alters, welcher Herkunft, Bildung und sozialer Stellung. Vor allem aber auch vor der eigenen Bedeutung. Wir sind alle nur Bestandteil einer großen Geschichte, das sollte jedem bewusst sein, egal wer er ist."
Das sagt Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück: "Ich glaube, dass in jedem Menschen, auch in dem, der hohe Verantwortung in der Kirche hat, immer eine Versuchung steckt, über andere verfügen zu wollen. Die Erschütterungen, so schlimm sie sind, bringen die Herausforderung mit sich, noch einmal tiefer zu erkennen, was eigentlich Demut bedeutet."