Wasser statt Schnee Wie eine Libelle
Meeres-Pyramide: Wasserski-Champion Nancie Cooper (ganz oben) demonstriert 1956 während einer Show in Cypress Gardens, Florida, ihr akrobatisches Können. Nachdem 1939 in den USA die ersten nationalen Wasserski-Meisterschaften ausgetragen wurden, verbreitete sich der Sport rasant quer über den Kontinent. Cypress Gardens, der erste touristische Themenpark Floridas, wurde rasch zum US-amerikanischen Wasserski-Mekka.
Merry Christmas: Besonders beliebt waren in Cypress Gardens Shows mit leicht bekleideten Damen, die mal freudestrahlend die besten Wünsche fürs Weihnachtsfest und das Neue Jahr überbrachten (Aufnahme vom 24. Dezember 1950),...
...mal als sexy Halloween-Hexen übers Meer glitten (Aufnahme vom Oktober 1954),...
...mal auf dem Wasserweg Püppchen und andere Geschenke vom weißbärtigen Santa Claus in Empfang nahmen (Aufnahme vom Dezember 1947) oder aber...
...als Amoretten verkleidet Pfeile in Richtung ihrer Sweethearts schossen (Aufnahme von 1974). Was nach neckischem Späßchen aussieht, ist in Wirklichkeit ein extrem anspruchsvoller Wasserski-Stunt: Die beiden Sportlerinnen lassen sich mit dem linken Fuß über die Fluten ziehen.
Luftski: Die beiden US-Profis Jack Beatty (oben) und Butch Rosenberg bereiten sich in Cypress Gardens, Florida, mit diesem luftigen Stunt auf die Wasserski-Meisterschaften von 1955 vor.
In den fünfziger und sechziger Jahren erlebte der Sport weltweit einen enormen Boom: 1967 standen 3,2 Millionen Amerikaner regelmäßig auf Wasserskiern; in Deutschland wuchs die Fangemeinde von 320 Anhängern 1958 auf 4260 im Jahr 1967.
Im Doppelpack: Jinx Mendoza und ihr Mann Alfredo bei einer halsbrecherischen Performance 1962 in Cypress Gardens. Die beiden Wasserski-Profis waren in den sechziger Jahren auch für ihre Eiskunstlauf-Darbietungen berühmt. Die Wasserski-Shows in der Touristenattraktion Cypress Gardens...
...begannen im Jahr 1943, die ersten Gäste waren US-Soldaten auf dem Weg in den Krieg. 2009 schloss Cypress Gardens für immer - ersetzt wurde der erste touristische Themenpark Floridas durch ein weiteres Legoland (Aufnahme von 1963).
Dream-Team: Doch wurden in Cypress Gardens, Florida, jenseits der Akrobatik- und Revue-Shows auch ernsthafte Wettbewerbe ausgetragen - so etwa der "Dixie Water Ski Championship", auf den sich dieses weibliche Wasserski-Team gerade vorbereitet (Aufnahme vom März 1949). Auch die...
...Meisterschaften im Wasserskispringen wurden im legendären Cypress Gardens ausgetragen. Das Foto von 1957 zeigt Champion Joe Cash beim Sprung. Zwei Jahre später stellte der Amerikaner einen Weltrekord von 43,3 Metern im Wasserskispringen auf.
Dickes Ding: Um diesen Elefanten über Wasser zu halten, waren gigantische Skier und ein starker Bootsmotor nötig. Wie weit der Elefant allerdings bei seiner Wasserski-Tour kam, ist nicht überliefert (undatierte Aufnahme).
Schön schnell: Mit perfekt sitzendem Make-up, bunten Badeanzügen und synchronem Glücksschreien schnellen diese drei Amerikanerinnen übers Wasser (Aufnahme von circa 1955). Seit den dreißiger Jahren wurde der Wasserski-Sport in den USA zum beliebten Freizeitvergnügen. Begründet wurde er von dem...
...US-amerikanischen Teenager Ralph Wilford Samuelson. Am 28. Juni 1922, kurz vor seinem 18. Geburtstag, sauste er zum ersten Mal über den heimischen Lake Pepin im US-Bundesstaat Minnesota. Die Skier hatte er sich selbst zurechtgezimmert - aus 240 mal 23 Zentimeter großen Kiefernplanken.
Aquaplaning! Mit sichtlich großem Vergnügen lässt sich Gladys Mey auf einem wuchtigen Bohlenbrett übers Wasser ziehen (Aufnahme von circa 1927). Genau genommen handelt es sich nicht um Wasserski, sondern um einen Vorläufersport namens "Aquaplaning", der schon Anfang des 20. Jahrhunderts populär war. Das dazu nötige Board...
...war durch ein Seil mit dem Schleppboot verbunden. Der "Aquaplaner" wiederum hielt sich mit einem oder zwei weiteren Seilen am Brett fest. Die Boards waren meist recht wuchtig, da die Boote selten schneller als 20 Stundenkilometer schnell fuhren.
Kopfstand: Auch dieser Sportler im geringelten Leibchen vollführt Aquaplaning - sein Brett lässt er von einem Boot ziehen, während er per Kopfstand über die Fluten turnt. Entstanden ist das Foto 1925 auf dem Lake Tahore, Kalifornien, einem der späteren Wasserski-Zentren der USA.
Zahnsportler: Dieser Wasserski-Fahrer hält das Seil zwischen den Zähnen, um die Hände für zwei Fackeln freizuhaben, die im Juni 1924 den nächtlichen Ozean nahe Los Angeles erleuchten.
God bless America: Vaterlandslieb sausen diese drei Damen am 1. Juli 1939 in Santa Catalina, Kalifornien, übers Wasser. Ausgerüstet mit Stars-and-Stripes-Flagge, Trommel und Querflöte, interpretieren sie auf ihre Weise das berühmte Gemälde "The Spirit of '76", mit dem Maler Archibald MacNeal Willard einst dem US-amerikanischen Nationalfeiertag ein Denkmal setzte.
Happy New Year: Mit hölzernen Zahlen vorm Bug und dem Sensemann in der Mitte gleiten diese vier Frauen winkend dem Neuen Jahr entgegen - aufgenommen im Dezember 1939 in Venice Beach, Kalifornien. Immer wieder gaben sich Sportprofis auch für lustige Shows her, so etwa...
...Wasserski-Champion C.H.W. Andrew, der sein Können in kompletter Abendgarderobe, nebst Frack und Zylinder, darbietet (aufgenommen 1938 in Seaview, Isle of Wight).
Kurz vorm Abheben: Nicht wirklich entspannt blickt der Hollywood-Schauspieler und frühere Davis-Cup-Gewinner Frank Shields drein, der sich 1939 mit Flügeln auf dem Rücken auf die Wasserskier wagte.
Geschwindigkeitsrausch: Nachdem Ralph W. Samuelson, der offizielle Begründer des Wasserski-Sports, sich schon 1925 an ein Flugboot gehängt und mit 130 Stundenkilometern über die Fluten gerast war, taten ihm das später zahlreiche Profis gleich. So etwa der amerikanische Wasserski-Champion Bruce Parker 1951 vor der Skyline Miamis.
Parker hatte den ersten nationalen Wasserski-Wettbewerb 1939 in Long Island, New York, gewonnen - für Millionen von Fans galt der Profi in den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts als "Mr. Waterski".
Menschliche Bretter: Wasserskier können aus den verschiedensten Materialien geformt sein - sogar durchtrainierte Körper eignen sich, wie Barbara Cooper Clack bei dieser Performance 1973 in Cypress Gardens demonstriert. Als Bretter dienen ihr die beiden Wasserski-Champions Joker Osborn und Ken White.
Pfützen-Flitzer: Diesen australischen Wasserski-Fans fehlt zwar der See - dafür besitzen sie einen starken Laster nebst daran befestigtem Gerüst. So schaffen sie es, in nur 75 Zentimeter tiefem Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern zu erzielen (aufgenommen 1960 in Victoria, Australien).
Zweimal Weißwein, bitte: Ein Kellner balanciert sein volles Tablett über den Wörthersee in Österreich. Dass er dabei pitschnass wird, tut seiner Würde keinen Abbruch (undatierte Aufnahme).