Wegen Insider-Attacken Nato stoppt Afghanen-Ausbildung
Freund oder Feind? Die Nato-Truppen haben offenbar nicht genau genug hingesehen, wen sie in Afghanistan ausbilden. Das hat Blutzoll gekostet. 2012 starben 45 Soldaten durch die Hand derer, die sie im Kämpfen unterrichteten. Jetzt hat die Nato einen Teil ihrer Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte ausgesetzt.
In der Provinz Helmand wurde im Juni noch ausgebildet, hier bereiten sich afghanische Soldaten im Camp "Letherneck" auf einen Übungsanschlag vor, gegen den sie sich verteidigen sollen.
Der August war der Monat mit den bislang meisten sogenannten Insider-Attacken. Offenbar wurde vielfach bei den Sicherheitsüberprüfungen der neuen Rekruten geschlampt.
Ein Ausbilder der US-Spezialkräfte sagte der "Washington Post": "Wir leben dort mit den Afghanen. Bei den Sicherheitsüberprüfungen dürfen wir daher nichts riskieren."
Nicht nur Insider-Attacken gefährden die Soldaten in Afghanistan, auch Anschläge geschehen laufend. Am Samstagmorgen sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor der Zufahrt zu einem Nato-Stützpunkt in Wardak im Osten Afghanistans in die Luft.
Danach steuerte ein zweiter Attentäter einen mit Sprengstoff beladenen Laster in das Camp, zwölf Menschen starben, Nato-Soldaten waren nicht unter den Opfern.