Weihnachten in der "Apollo 8" - DER SPIEGEL
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Weihnachtsgrüße aus dem im All "Es werde Licht"

Kitschige Bibelstunde mit Mondblick: Im Wettlauf mit der Sowjetunion schicken die USA drei Astronauten auf den ersten bemannten Flug um den Mond - genau über Weihnachten. Mitten im Kalten Krieg rezitieren die Männer im All die Schöpfungsgeschichte - und rühren mit der rauschigen TV-Ansprache Millionen.
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Erdaufgang: An Heiligabend 1968 nahm "Apollo 8"-Astronaut Frank Borman dieses berühmte Foto des Erdaufgangs über dem Mondhorizont auf. Borman nannte das Naturspektakel, mit dem niemand in der Crew gerechnet hatte, später den "schönsten, herzzereißendsten" Moment in seinem Leben. Das erste Bild zeigt unseren Planeten noch in Schwarzweiß, das zweite...

Foto: NASA
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...Bild zeigt den Planeten in Farbe. "Oh mein Gott! Hier geht die Erde auf. Wow, ist das schön!", kommentierte "Apollo 8"-Kommandant Frank Borman laut Nasa-Bordrecorder den Erdaufgang. Insgesamt gab es...

Foto: NASA
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...drei Fotos - die ursprünglich jedoch alle vertikal aufgenommen wurden. Angepasst an unsere Sehgewohnheiten wurden sie später jedoch meist gedreht abgedruckt.

Die beiden Farbbilder wurden schon bald zu den Ikonen der Umweltschutzbewegung und auch zum Vorbild einer US-Briefmarke. Vielleicht stritten auch deshalb William Anders und Frank Borman später darüber, wer die Fotos gemacht hat: Anhand der Aufzeichnungen des Nasa-Bordrecorders scheint es am wahrscheinlichsten, dass Borman die Schwarzweißaufnahme und Anders die Farbfotos knipste.

Foto: NASA
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Die ersten Mondflieger: Frank Borman, Kommandant der dreiköpfigen "Apollo 8"-Crew, Pilot William Anders und James Lovell (von links) am 21. Dezember 1968. Den Heiligen Abend jenes Jahres verbrachte das Trio im Weltraum. Als erste Menschen umkreisten sie den Mond.

Foto: AP
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Vor dem historischen Start: "Apollo 8"-Kommandant Frank Borman, vorne, James Lovell, Mitte, und William Anders am 21. Dezember 1968 auf dem Weg zur Startplattform im Kennedy Space Center auf Merritt Island, Florida. Die "Apollo 8"-Mission war der erste bemannte Flug um den Mond.

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Symbole für eine historische Mission: Die rote Acht, die den Mond und die Erde umkreist, auf dem Nasa-Emblem der "Apollo 8"-Mission steht nicht allein für die Nummer des Fluges, sondern soll zudem die Unendlichkeit des Weltraums symbolisieren. James Lovell, Captain der U.S. Navy und einer der erfahrensten Nasa-Astronauten, hatte dieses Abzeichen entworfen. Auf dem unteren Rand der Acht trug er seinen Namen und den der zwei anderen Crew-Mitglieder ein. Die blaue, dreieckige Außenform des Missionswappens soll ein Kommandomodul darstellen.

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Abschuss: In der Morgendämmerung um 7.51 Uhr startete die "Saturn V"-Rakete auf dem Nasa-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral, Florida. Die 110 Meter hohe Rakete hatte der deutsche Ingenieur Wernher von Braun entwickelt. Mit 160 Millionen PS Schubkraft schoss sie die "Apollo 8"-Crew in den Himmel und beschleunigte dabei auf fast 40.000 Kilometer pro Stunde. Es war der Beginn einer sechstägigen Mission.

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Riskante Operation: Angespannt überwacht das Kontrollzentrum in Houston den Start der "Apollo 8" am 21. Dezember 1968. Die Mission war intern sehr umstritten, da sie nur mit einer sehr kurzen Vorbereitungsphase von vier Monaten durchgeführt wurde. Aus Angst, das Wettrennen mit den Russen um die erste bemannte Mondfahrt zu verlieren, hatte die Nasa überhastet ihre Pläne geändert: Eigentlich wollte sie mit "Apollo" auf dem Mond landen. Doch die Technik dazu war 1968 noch nicht ausgereift, so dass man kurzerhand entschied, "Apollo 8" wenigstens um den Mond fliegen zu lassen.

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Live aus dem All: Um 15.03 Uhr Florida-Zeit, rund elf Stunden nach dem Abheben, ist die "Apollo 8"-Mannschaft am 22. Dezember 1968 zum ersten Mal live im Fernsehen zu sehen. Am Ende der TV-Übertragung aus einer Entfernung von knapp 222.000 Kilometern zur Erde winkte Kommandant Frank Borman in die Kamera.

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Zwischen den Welten: Während "Apollo 8"-Astronaut William Anders im All unterwegs war, verbrachte seine Familie ein angespanntes Weihnachten auf der Erde - hier seine Frau am 25. Dezember 1968 mit ihren Kindern Glen, Gregory und Eric auf dem Weg zum Gottesdienst in Houston. Ausgerechnet am 25. Dezember musste die "Apollo 8" den kritischsten Moment der Mission überstehen - das Zünden des Triebwerks, mit dem die Raumkapsel wieder aus der Mondumlaufbahn ausbrechen musste, um zur Erde zurückkehren zu können.

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Grüße aus dem Weltraum: Der damals elf Jahre alte Alan Anders, Sohn von "Apollo 8"-Astronaut William Anders, testet am Heiligabend 1968 an einem See in Houston sein Weihnachtsgeschenk - eine Angel. Während Alan sein Glück beim Fischen probierte, sandte sein Vater ihm und der ganzen Welt per Fernsehübertragung Grüße aus dem All.

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Mond statt Mexiko: Die "Apollo 8"-Mission ließ den lang geplanten Mexiko-Badeurlaub von Marilyn Lovell, Frau von James Lovell, platzen: Ihr Mann weilte Weihnachten 1968 im Orbit. Statt im milden Acapulco verbrachte die Astronauten-Gattin die Festtage im kalten Texas - hier am 23. Dezember mit ihrer zehnjährigen Tochter Susan.

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Wo ist Daddy? Der 13 Jahre alte Jay Lovell, Sohn von "Apollo 8"-Flieger James Lovell, zeigt am 23. Dezember 1968 auf einer Mond-Karte die Position der Crew. Die Familien der drei Astronauten wurden besonders in den Feiertagen von zahlreichen Reportern und Fotografen begleitet - Weihnachten im All wurde 1968 zu einem spektakulär inszenierten Medienereignis in den USA.

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All-Alltag: Auf engstem Raum unternahmen die drei "Apollo"-Astronauten wissenschaftliche Experimente und fotografierten die Mondoberfläche. Kommandant Frank Borman, der unter Schlafstörungen litt, machte zu Beginn der Mission den Fehler, eine Schlaftablette zu nehmen - in der Schwerelosigkeit wirkte das Medikament anders als gewünscht: Borman bekam Brechanfälle.

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Fotos von unbekannten Welten: Mit Kameras des schwedischen Herstellers Hasselblad machten die Astronauten der "Apollo 8"-Mission ihre historischen Aufnahmen. Als erste Menschen fotografierten sie auch die hintere Seite des Monds, der nicht von der Erde aus zu sehen ist.

Mit so einem Kameramodell hielten sieben Monate später auch Neil Armstrong und Edwin Aldrin, die ersten Menschen auf dem Mond, ihre berühmten ersten Schritte auf dem Mond fest.

Foto: Nasa
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Faszinierende Aufnahmen: 1968 konnten sich Menschen den Mond auf fast 100 Kilometer nähern. Die Crew der "Apollo 8" fotografierte Krater, schroffe Landschaften und suchte die Mondoberfläche nach möglichen Landeplätzen für spätere Missionen ab. Eines der bekanntesten Bilder wurde diese Aufnahme, die den Mond nahezu komplett abbildet.

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Der Mond, ganz nah: Die Bilder vom Mond, die die "Apollo 8"-Crew am 24. Dezember 1968 aus einer Entfernung von rund 265 Kilometern zum Trabanten per Live-Übertragung an die Erde schickte, erinnern ein wenig an einen Fingerabdruck. Auf der Aufnahme sind deutlich die Krater auf der Mond-Ostseite zu erkennen.

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Medienspektakel: Durch das Fenster der "Apollo 8" filmte die Crew den Mond und schickte die faszinierenden Bilder an die Erde, so dass Millionen Menschen den Erfolg der Amerikaner live vorm Fernseher miterleben konnten.

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Zurück auf der Erde: Die "Apollo 8"-Astronauten Frank Borman, zweiter von links, William Anders und Jim Lovell werden nach ihrer Wasserung am 27. Dezember 1968 im Pazifik begeistert an Bord des Flugzeugträgers "USS Yorktown" in Empfang genommen.

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Willkommen auf der Erde: Nach genau 147 Stunden und 42 Sekunden landete die "Apollo 8" um 10.51 Uhr Ortszeit sicher im Pazifik. Die Wellen und die Fallschirme hatten die Raumfahrtkapsel umgekippt, so dass das Gefährt mit der Spitze nach unten im Wasser schwamm.

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Stolze Heimkehrer: Die "Apollo 8"-Crew posiert nach der Landung am 27. Dezember 1968 auf der Erde in Nasa-Uniformen für die Fotografen. Sechs Tage waren die drei Astronauten im Weltraum unterwegs gewesen - und sandten per Fernsehübertragung eine Weihnachtsbotschaft aus dem All an die Erdlinge. Von links: James Lovell, William Anders und Frank Borman.

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