Weimarer Republik Eine Flagge, die niemand wollte
Reichskriegsflagge Modell 1919: Die erste Reichskriegsflagge der Weimarer Republik. Am 27. September 1919 offiziell bestimmt wurde diese Flagge jedoch nie von der neuen republikanischen Marine geführt. Sie wurde so lange ignoriert, bis ein neues Modell zum Januar 1922 eingeführt wurde.
Reichskriegsflagge Modell 1903: Am 10. Oktober 1867 für den Norddeutschen Bund eingeführt, entwickelte sich die sogenannte Reichskriegsflagge zur populärsten Flagge der deutschen Kaiserzeit. So populär, dass 1919 eine neue Flagge nicht durchgesetzt werden konnte.
Reichskriegsflagge Modell 1922: Die neuen republikanischen Reichsfarben klein und versteckt in der linken Oberecke, so präsentierte sich die Reichskriegsflagge der Weimarer Republik in ihrer zweiten Version. Zum ersten Mal gesetzt am 01. Januar 1922 war sie bis zur Machtergreifung Hitlers gültig.
Reichspräsident Friedrich Ebert: Als erstem Reichspräsidenten oblag es dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert, die Weimarer Republik mit neuen demokratischen Symbolen auszustatten. Doch der Flaggenstreit um die Farben zog sich über Jahre hin.
Admiral von Trotha: Als Chef der Admiralität der Weimarer Reichsmarine verzögerte Vizeadmiral Adolf von Trotha die Einführung einer neuen Reichskriegsflagge, indem er ein konkretes Datum für den Flaggenwechsel einfach offen ließ. Von Trotha (hier auf einer zeitgenössischen Postkarte), wurde wegen seiner Unterstützung des Kapp-Putsches in den Ruhestand versetzt. Von den Nationalsozialisten in den Preußischen Staatsrat berufen stieg er kurz vor Kriegsbeginn 1939 zum Admiral auf.
Kaiserliche Soldaten in New York: Die kaiserliche Marine identifizierte sich sehr stark mit der Reichskriegsflagge. Auf dem Bild deutsche Marineeinheiten bei einer Parade in New York 1909. Die Flagge wird wie eine Fahne vorweg getragen. Aufgrund dieser starken Identifikation wurde eine neue Flaggensymbolik nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg nur schwer akzeptiert.
Emil Doepler der Jüngere: Nachdem er bereits 1889 den Reichsadler entworfen hatte, sollte Emil Doepler 1919 auch den Adler der neuen Republik gestalten. Die Nation tat sich allerdings schwer mit ihrer neuen Symbolik, und die Reichsregierung bat mehrfach um Änderung der Entwürfe. Letztendlich war Doepler derartig verstimmt, dass er darum bat, nicht als Urheber des neuen Adlers genannt zu werden.