Weltkriegskindheit - DER SPIEGEL
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Weltkriegskindheit Kinderspiel im Kugelhagel

Luftschutzkeller statt Pyjamaparty, Bomberabstürze statt Fernsehen: Als Neunjähriger erlebte Rolf Klüsener den Zweiten Weltkrieg mit dem Blick eines Kindes: wie ein großes Abenteuerspiel. Doch am Ende holte der Schrecken auch ihn ein - auf einer Flucht-Odyssee per Zug unter Tieffliegerbeschuss.
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Einmal Pimpf sein: Mit neun Jahren wünschte sich Rolf Klüsener nichts sehnlicher, als ein Mitglied der Hitler-Jugend werden zu dürfen, ein "Pimpf".

Anlass war allerdings keine persönliche Affinität zu Hitler und seiner Politik, sondern lediglich die Uniformen, die Klüsener als kleiner Junge bewunderte.

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Mit Bombenstimmung in den Krieg: 1939 wurde Rolf Klüseners Vater gemustert und einberufen. Das Foto zeigt die damalige Musterungsgruppe, auf dem die Gemusterten hoffnungsfroh ein Schild mit der Aufschrift "Mir han gewonne" hochhalten. Klüsener erinnert sich an die damalige Begeisterung - und daran, dass alle es ein paar Jahre später besser wussten.

Foto: Rolf Dr. Klüsener
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Einschulung zur NS Zeit: Rolf Klüsener bei seiner Einschulung in Wustermark bei Berlin kurz nach Ostern 1942. Er erinnert sich, wie sein Lehrer ihm nicht nur Rechnen und Lesen beibrachte, sondern auch, Hitlers Geburtstag zu feiern und das Horst-Wessel-Lied zu singen.

Foto: Rolf Dr. Klüsener
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Bomberangriff: Viermotorige Bomber, im Volksmund "Viermots" genannt, im Anflug auf Berlin nach Beginn der Tagesangriffe. Klüsener beobachtete die Anfliegenden Bomber mit großer Faszination - der Abwurfort und der Krieg schienen ihm unendlich weit weg zu sein.

Foto: Rolf Dr. Klüsener/Rolf Klüsener
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Warnplakat aus dem Zweiten Weltkrieg: Mit Hinweisen wie diesem wurde die Bevölkerung auf die Verdunklungspflicht bei Nachtangriffen feindlicher Flugzeuge hingewiesen. Klüsener erschien die nächtliche Alarmbereitschaft, das Aufwachen mitten in der Nacht und das Kauern im Luftschutzkeller zunächst abenteuerlich und spaßig. Doch schon bald sollte er den Ernst der Lage begreifen.

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Auf dem Abstellgleis: Nach achttägiger Flucht von Berlin nach Elmshorn in einem Zugabteil der Deutschen Reichsbahn vom 29. April bis zum 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation, sitzt der "Verhinderte Pimpf" ermattet unter dem ebenso wirkenden und gerade "verendetem" Reichsadler.

Foto: Rolf Dr. Klüsener
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Erstkommunion 1945: Trotz Nazi- und Kriegsendzeit zwischen den Fronten eine typische katholische Feier in der Diaspora. Die Amis standen bei Stendal und die Russen an der Oder.

Foto: Rolf Dr. Klüsener
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Vater und seine Brüder: Soldaten, Söhne einer Kölner Familie, die das "Tausendjährige Reich" überlebt hatten. Vater links, später Sanitätsunteroffizier (Heer), seine Brüder Hans (Luftwaffe) und Josef (Heer).

Foto: Rolf Dr. Klüsener
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Oma oder der Karnickelorden: Eine Hommage an meine Großmutter, mit der ich zusammen den Krieg verbrachte. Sie verlor einen ihrer Söhne auf dem "Feld der Ehre". Sie war eine tiefreligiöse Frau, die die Nazi-Ehrung nur widerwillig annahm, sich dieser unerwünschten Ehrung aber nicht entziehen konnte.

Foto: Rolf Dr. Klüsener
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?