Weltreise mit einem Citroën 2CV - DER SPIEGEL
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Weltbürger Ente Abenteuerreise auf vier Rädern

Ein halbes Leben in einem winzigen Auto: 1964 wollten zwei deutsche Musiker in einer Ente um die Welt. Nach 20 Jahren kehrte einer von ihnen zurück. Der Abenteurer Manfred Müller feierte in Amerika mit Franz Beckenbauer, wurde in Australien zum TV-Star - und entkam den Vietkong nur knapp.
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On the road again: Er fuhr und fuhr und fuhr. Manfred Müller und Paul-Ernst Lührs hatten 1963 einen Citroën 2CV für ihre Weltreise gekauft.

Die Gründe waren recht pragmatisch: Das Lieblingsauto der meisten Weltreisenden, der VW-Bulli, war für sie schlichtweg unerschwinglich. Und mit einem vergleichsweise tiefgelegten VW-Käfer glaubten sie, schlechter durch unwegsames Gelände zu kommen als mit dem hochbeinigen Citroën. Die Ente ließ sie nicht im Stich und legte in 20 Jahren 350.000 Kilometer zurück.

Foto: Manfred Müller
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Ente gegen Elefanten: Der weitgefahrene Citroën 2 CV erregte in der Ferne, wie hier 1965 in Südthailand, viel Aufsehen, besonders sein Heck. Auf den Kofferraum war eine Weltkarte mit der Reiseroute der Weltenbummler lackiert. Um die Reichweite des Wagens zu erhöhen, hatten die Deutschen einen Zusatztank in den Kofferraum bauen lassen. Dafür wanderte das Reserverad, wie hier zu sehen, auf die eigens von Citroën georderte Sahara-Motorhaube.

Foto: Manfred Müller
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Treffen der Kulturen: Manfred Müller und Paul-Ernst Lührs 1967 bei Ureinwohnern in Neuguinea. "Ich wollte immer ein guter Gast sein und habe mich immer wie ein Vertreter meines Landes gefühlt", erzählt Müller. Auf seinen Reisen sei es ihm daher stets darum gegangen, respektvoll und weltoffen aufzutreten.

Den Trip nach Neuguinea hatten sie ausnahmsweise ohne ihre Ente Difty gemacht, die damals noch in Japan stand, und sich einen Landrover gemietet.

Foto: Manfred Müller
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Abgesoffen: Die Ente Difty konnte nicht schwimmen, obwohl ihr der Dschungel in Laos und Kambodscha genau das oft abverlangte. Mitunter mussten die Reisenden Manfred Müller und Paul-Ernst Lührs Brücken aus Baumstämmen für ihren Wagen bauen. Hinzu kam in der Region noch die Gefahr, auf eine Mine zu fahren.

Foto: Manfred Müller
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Himmelsenten-Kommando: Manfred Müller durchquerte mit seinem hellblauen Citroën fünf Kontinente, 83 Länder und legte 350.000 Kilometer zurück; mehrmals musste der Wagen dafür verschifft werden. 20 Jahre dauerte die Reise, am Ende gab es für ihn und seinen Begleiter Paul-Ernst Lührs einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die längste Reise im selben Wagen.

Das reichte Müller aber offensichtlich nicht. Noch einmal, 1999, trieb es ihn in die Ferne, wieder mit derselben Ente. Erneut umrundete er mit einem Freund die Welt, diesmal auf einer anderen Route durch ganz Russland bis nach Wladiwostok. Von dort ging es über Tokio, Seoul und die USA wieder zurück nach Deutschland. Wie geplant erreichten die beiden Reisenden nach genau 80 Tagen ihre Heimatstadt Bremerhaven, begeistert empfangen von 200 Schaulustigen.

Foto: Manfred Müller
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Auferstanden aus Ruinen: Mehrmals wurde Difty, wie die Weltreisenden Müller und Lührs ihre Ente tauften, übel zugerichtet. 1970 wurde der Citroen im US-Bundesstaat Wyoming von einem großen Straßenkreuzer gerammt (Bild). Und beim Verschiffen von Amerika nach Kapstadt kam der Wagen deutlich verkürzt an, weil er im Container nicht richtig festgezurrt worden war. Doch die zerquetschte Ente konnte jedes Mal mit viel Mühe und Aufwand geflickt werden - und Manfred Müller kam mit ihr nach 20 Jahren wieder in Bremerhaven an.

Foto: Manfred Müller
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Bedingt wüstentauglich: Mit Mühe kämpfte sich Müllers kleiner Citroën im Frühjahr 1984 durch die algerische Sahara. Ständig musste das Gefährt ausgebuddelt werden.

Vor der Oase Tamanrasset kam der Abenteurer, der die Wüste im Treck mit einem Franzosen durchquerte und einen einheimischen Polizisten als Beifahrer hatte, in einen heftigen Sandsturm. Die Sichtverhältnisse verschlechterten sich für ihn dadurch trotzdem nur unwesentlich: Auf Grund der Nebenwirkung von einem Malariamittel konnte der Deutsche zu dem Zeitpunkt sowieso vieles nur schemenhaft erkennen.

Foto: Manfred Müller
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Lockenköpfe unter sich: Manni Müller (Mitte) und Franz Beckenbauer (rechts) bei einer HSV-Party Anfang der achtziger Jahre in Los Angeles. Der Weltenbummler hatte eine Zeitlang in einem großen Teppichgeschäft gearbeitet, das dem Deutschen Klaus Friederici, einem Hamburger Unternehmer, gehörte.

Friederici war eingefleischter HSV-Fan und hatte zusammen mit anderen Deutschen in Los Angeles den Fußballverein Alemannia 69 gegründet, in dem auch Müller ein Jahr kickte. Als der HSV in der Stadt war, lud er die gesamte Mannschaft zu einer Privatfeier auf seine Kosten ein. Beckenbauer hatte von 1980 bis 1982 für den HSV gespielt.

Foto: Manfred Müller
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In der Fremde: Je weiter sich die Deutschen von ihrer Heimat entfernten, desto ungläubiger wurden sie und ihre Ente bestaunt - wie Ende 1964 in Laos.

Foto: Manfred Müller
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Alle Müller oder was? Weltenbummler und Amateurfußballer Manfred Müller mit seinem berühmten Namensvetter Gerd, aufgenommen in Fort Lauderdale.

Manfred arbeitete damals in der Gegend kurzfristig als Berater in der Holzindustrie; über Freunde kam der Kontakt zu dem berühmten Torjäger zustande. Gerd Müller hatte von 1979 bis 1981 für die Fort Lauderdale Strikers gespielt und danach seine Karriere beendet.

Foto: Manfred Müller
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Entertainer: Manfred Müller in Aktion, hier bei einer jüdischen Hochzeit Mitte der siebziger Jahre in Calgary, Kanada. Zuvor hatte er auch in der Synagoge gesungen. "Das war für mich eine ganz besondere Auszeichnung, als Deutscher die Musik auf einer jüdischen Hochzeit machen zu dürfen", erinnert er sich.

Foto: Manfred Müller
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Just married! Carol Müller posiert kurz nach ihrer Heirat vor der weitgereisten Ente Difty in Venezuela. 1978 hatte Manfred die US-Amerikanerin in Genoa, Nevada, geehelicht. In Venzuela wohnte das frische vermählte Paar drei Monate lang bei einer befreundeten Familie aus Lübeck; Manfred sang in dieser Zeit in einer Discothek.

Nach dem Ende der Weltreise 1984 zog Carol zu ihrem Mann nach Deutschland, doch nach ein paar Jahren zerbrach die Ehe.

Foto: Manfred Müller
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Nordlichter auf Welttournee: Mit nur 164 Mark waren Manfred Müller und Paul-Ernst Lührs 1964 losgefahren, und anfangs sah es nicht danach aus, als könne die Musik sie ernähren. In Jugoslawien war die Reisekasse schon so leer, dass das Kofferradio verscherbelt werden musste. Und in Pakistan tauschten sie alte Lesebrillen, die sie vor ihrer Abreise in Bremerhavener Altenheimen gesammelt hatten, gegen Benzin und Essen.

Doch mit der Zeit lief es besser. Die Musik verhalf ihnen immer wieder zu einer kostenlosen Unterkunft bei Privatleuten, und als die Deutschen vor US-Truppen in Vietnam sangen, verdienten sie binnen kurzer Zeit 30.000 Mark. Nachdem immer mehr Zeitungen über sie berichtet hatten, sponserten außerdem der Reifenhersteller Goodyear und die Lufthansa die beiden Abenteurer.

Foto: Manfred Müller
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Frauenschwarm: An 23 Liebschaften kann er sich heute noch erinnern - Manfred Müller mit einer Freundin am Strand. Der norddeutsche Charme und seine dichten, lockigen Haare kamen gut an bei den Mädchen. "Ich hatte bald den Ruf, nichts anbrennen zu lassen", sagt er ein wenig stolz. Deshalb wurde es mitunter auch brenzlig für ihn. Einmal drückte ihn ein gehörnter Ehemann in Alaska wutentbrannt ein Gewehr an die Schläfe.

Foto: Manfred Müller
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Fahrkünstler: Manfred Müller hatte nach seiner Schulzeit auch als Taxifahrer gejobbt, doch der Dschungel in Laos forderte ihm 1964 mehr Geschick ab als die Straßen Bremerhavens. Entgegen den Ratschlägen vieler Reisender waren sie entlang des Mekong Richtung Kambodscha gefahren.

Foto: Manfred Müller
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Nach dem Angriff: Man sieht es ihnen nicht an - aber am Abend zuvor sind die Musiker Manfred Müller (links) und Paul-Ernst Lührs unter Beschuss der Vietcong geraten, als sie gerade in einem Außenlager der US-Truppen in Vietnam auftraten.

"Plötzlich kamen sie aus dem Busch und feuerten wie wild auf das Camp", erinnert sich Müller. Beide retteten sich mit einem Sprung in einen Schützengraben. Dabei zersplitterte Müllers Gitarre; Soldaten reparierten sie ihm sofort wieder mit Klebeband, was auf dem Foto unten links zu erkennen ist. Und am nächsten Abend spielten die beiden Deutschen wieder.

Foto: Manfred Müller
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Eine Ente in Kambodscha: Ein Höhepunkt der Weltreise war Angkor Wat, 1964 noch keine überlaufene Touristenattraktion. "Wir haben damals keine anderen Reisenden gesehen", erinnert sich Müller.

Foto: Manfred Müller
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Flucht in die Ferne: Von der Schule war er geflogen, weil er beim Schummeln erwischt worden war, danach hatte Manfred Müller (hier Anfang der siebziger Jahre am Panama-Kanal) eine Lehre als Maschinenschlosser gemacht und sein Fachabi nachgeholt. Die Eltern waren geschieden, die Mutter hatte auf die Ausbildung gedrängt, der Vater auf ein Studium. Irgendwie sagte ihm das alles nicht zu, also machte er Musik, jobbte als Taxifahrer - und plante dann seine Weltreise.

"Heimweh", sagt er heute, "habe ich in all den Jahren nicht gehabt. Es gab für mich kein heimeliges Nest in Bremerhaven, nach dem ich mich gesehnt hätte." Seine Mutter besuchte ihn mehrmals in den USA, seinen Vater sah er erst nach 20 Jahren wieder.

Foto: Manfred Müller
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Freundlicher Empfang: Manfred Müller wurde zwar ausgeraubt und einmal grün und blau geprügelt. Doch ansonsten empfingen ihn die Menschen, wie hier 1964 in Iran, überall herzlich - ob nun australische Aborigines, nordafrikanische Beduinen oder südamerikanische Indígenas.

Nur eine Ausnahme gab es: Als der Vielgereiste nach 20 Jahren Reise wieder deutschen Boden betrat, traf er auf einem Rastplatz bei Karlsruhe zufällig eine alte Lehrerin wieder, die ihn sofort an seine schlechten Schulnoten erinnerte. Willkommen zurück in Deutschland!

Foto: Manfred Müller
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Musikalische Aufmunterung: Die Deutschen Manfred Müller und Paul-Ernst Lührs sangen auch in US-Lazaretten. Sie spielten internationale Folksongs und ab und an auch eine Elvis-Nummer.

Foto: Manfred Müller
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Und Tschüs! Manfred Müller vor einer mehrsprachigen Abschiedsschild am Ausgang des US Air Force-Camp Sondrestrom in Grönland. Damals, 1974, war er schon zehn Jahre auf seiner Weltreise unterwegs. In Sondrestrom hatte er für die Truppen englische Folksongs gespielt. Das Camp wurde 1992 geschlossen.

Foto: Manfred Müller
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Aufpasser: Die beiden Weltreisenden Müller und Lührs üben sich 1964 in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, kurzfristig als Babysitter. Im Hintergrund fließt der Mekong, dessen Lauf sie kurz danach Richtung Kambodscha folgen werden.

Foto: Manfred Müller
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Versackt: Etwas skeptisch schaut Manfred Müller auf die im Schlamm versunkene Ente. Doch obwohl der Kleinwagen auf seiner langen Reise mehrmals grundüberholt werden, der Motor repariert und das verzogene Chassis ausgetauscht werden musste, brachten die Mechaniker den Citroën immer wieder zum Laufen.

Foto: Manfred Müller
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Bleiben oder weiterfahren? Auf ihrer jahrelangen Weltreise knüpften die beiden Deutschen nicht nur zahlreiche Freundschaften zu Einheimischen, sondern verliebten sich auch immer wieder an irgendeinem Zipfel der Welt - was die Reise dann kompliziert und langwierig machte. Schließlich hatten sich die beiden Freunde fest vorgenommen, einmal den Erdball zu umrunden.

Das Foto zeigt Paul-Ernst Lührs Mitte der Sechziger, im Arm hat er aber nicht seine Freundin, sondern die damalige Partnerin von Manfred Müller.

Foto: Manfred Müller
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Singende Weltreisende: Mit Musik geht alles besser, auch in der Fremde. Manfred Müller, rechts, hatte in den fünfziger Jahren Gesangsunterricht genommen und schon früh Gitarre gespielt; Paul-Ernst Lührs stammt aus einer musikalischen Familie und wurde während der Reise selbst ein begeisterter Sänger und Gitarrenspieler. Gemeinsam traten die beiden etwa im australischen Fernsehen als "The Happy Wanderers" auf.

Foto: Manfred Müller
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Grenzgänger: Mit nur 164 Mark waren sie 1964 mit dem vagen Ziel losgefahren, irgendwie den Globus zum umrunden. Klar, dass sich der Bremerhavener Manfred Müller (rechts) und sein Schulfreund, der gebürtige Helgoländer Paul-Ernst Lührs an markanten Stellen ihrer Reise fotografieren ließen. Meist fehlten die Gitarren nicht, denn ihre Auftritte sicherte den beiden Musikern Unterkunft und Verpflegung.

Foto: Manfred Müller
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Wiedersehen: Manfred Müller (links) und Paul-Ernst Lührs vor ihrer Ente Difty. 4000 Mark hatten sie 1963 für das Auto bezahlt, nachdem sie zwei Jahre dafür gespart hatten, und waren am zweiten Ostertag 1964 aus Bremerhaven losgefahren.

Auf den Tag genau 20 Jahre später kehrte Müller dorthin zurück. Sein Freund Lührs war allerdings schon 1969 aus der Reise ausgestiegen und hatte sich in Kolumbien niedergelassen. Trotzdem blieben die beiden in Kontakt; das Foto zeigt ein Wiedersehen 1971 in Los Angeles.

Foto: Manfred Müller
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Beginn einer Musikerkarriere: Bremerhaven war nach dem Krieg Standort vieler musikverrückter US-Soldaten. Manfred Müller nahm Ende der fünfziger Jahre Gesangsunterricht bei einer Amerikanerin. Schließlich wurde er Sänger im deutsch-amerikanischen Quartett "The Northwinds", die Folksongs im Stile von Erfolgsbands wie "The Kingston Trio" nach Norddeutschland brachte.

Bekannt wurde die Gruppe durch einen Auftritt im Dezember 1961 in der beliebten NDR-Sendung "toi, toi, toi" mit Moderator Peter Frankenfeld (im Bild 2.v. r.). Rechts neben Frankenfeld steht Manfred Müller, daneben seine Kollegen Dave Lee, Ron Jenkins und John Ulrik.

Nachdem der Berufssoldat und Bandgründer Ron Jenkins in die USA zurückkommandiert wurde, nannte sich die neu formierte Gruppe in "Die Nordwinds" um. Sie bekam einen Plattenvertrag und sang fortan nur noch auf Deutsch, darunter auch übersetzte Elvis-Nummern.

Foto: Manfred Müller
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Musikalische Wanderer: "Irgendwann sprach sich das rum wie ein Lauffeuer: Die beiden deutschen Jungs mit der Ente kommen", erinnert sich Manfred Müller. Sie wurden oft auf Privatpartys eingeladen und erhielten für ihre Musik kostenlos Unterkunft, Essen, gebügelte Wäsche - und mit Glück vielleicht auch ein Liebesabenteuer.

Trotzdem konnte ein wenig Werbung nicht schaden. Denn neben diesen unentgeltlichen Auftritten spielte das Duo als "The Happy Wanderers" auch bei offiziellen Empfängen, in Krankenhäusern, in Goethe-Instituten oder auf militärischen Stützpunkten.

Foto: Manfred Müller
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Sportlich: "Ich hatte immer eine gute Kondition, nicht nur beim Fahren und Feiern", sagt Manfred Müller, auf dem Foto Dritter von rechts. Von 1969 bis 1970 spielte er ein Jahr lang in Los Angeles in dem Fußballclub Alemannia 69, gegründet 1969 von Deutschen, die in Los Angeles arbeiteten.

Foto: Manfred Müller
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?