Weltwirtschaftskrisen - DER SPIEGEL
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Tulpen, Häuser, Aktien Weltwirtschaftskrisen

Ob in den Niederlanden im 17. Jahrhundert oder im Deutschland zur Kaiserzeit: Der irrationale Überschwang von Spekulanten bringt Märkte seit Jahrhunderten an den Rand des Absturzes - und oft darüber hinaus.
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Der Tulpenwahn in den Niederlanden gilt als die Mutter aller Finanzkrisen. Schon im 16. Jahrhundert entwickelte sich dort ein blühendes Terminwarengeschäft mit Blumenzwiebeln. Händler spekulierten darauf, die zu dieser Zeit besonders beliebten Gewächse bei steigenden Preisen mit Gewinn weiterverkaufen zu können. Die Preise gingen durch die Decke, eine Tulpenzwiebel kostete mehrere Tausend Gulden. Auch Durchschnittbürger ließen sich von der Manie anstecken. Der Crash kam 1637 und brachte die niederländische Wirtschaft in arge Schwierigkeiten. Das Wort "Blase" kannten die Niederländer damals noch nicht. Sie sprachen von "windhandel".

Foto: Matthias Bein/ picture alliance / dpa
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Einer der folgenreichsten Börsenabstürze der Geschichte fing ganz harmlos an. Der 24. Oktober 1929 sollte ein Handelstag wie jeder andere werden, als gegen 11 Uhr Chaos ausbricht. Nach jahrelangen Kursgewinnen im Dow Jones, auf die auch Kleinanleger aufgesprungen waren, wollten plötzlich alle nur noch eins: verkaufen. Der Schwarze Donnerstag geht in die Geschichte ein als Startpunkt von Weltwirtschaftskrise und Großer Depression.

Foto: London Express / Getty Images
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Die Dotcom-Blase: Die neue Hoffnung am deutschen Börsenhimmel: Angetrieben vom Hype um das Internet stürmen Technologie-Indizes wie der NASDAQ oder der deutsche Nemax immer neue Rekordhöhen. Der Börsengang der ehemaligen Siemens-Sparte Infineon wird damals derart gehypt, dass die Handelssysteme zusammenbrechen. Im März 2000 folgt der Absturz: Panisch ziehen Börsianer ihr Kapital ab. Viele Kleinanleger verlieren ihr Vermögen. In Deutschland wurde 2003 der Nemax durch den TecDax ersetzt. In den USA reagierte die Notenbank mit einer Zinssenkung - und befeuerte damit die Immobilienblase.

Foto: Chris Hondros / Getty Images
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Leer stehende Immobilien im US-Bundesstaat Virginia: Über Jahre befeuern günstige Kredite den Bau von Einfamilienhäusern in den USA. Viele Familien gehen dazu über, ihr Eigenheim komplett auf Pump zu kaufen. Die Banken wiederum verpacken die Kredite in sogenannte Derivate und verkaufen sie weiter. Das Vorgehen soll angeblich die Risiken der Geldgeber bei einem Zahlungsausfall minimieren. Das Gegenteil ist der Fall: Als ab August 2007 die Immobilienpreise zu sinken beginnen, entwickelt sich ein Strudel, der zahlreiche Banken mit sich zu reißen droht. Überall auf der Welt müssen Staaten "systemrelevante" Geldhäuser mit Milliardensummen retten.

Foto: Paul J. Richards / AFP
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