Flüchtlinge im Wendland Die Tücken des Helfens
Reste des Protests: Die Symbole des Kampfs gegen die Atomkraft finden sich im Wendland an jeder Ecke. Auch fünf Jahre nachdem der letzte Castor ins Zwischenlager nach Gorleben gerollt ist.
Mit Straßensperren und Sitzblockaden protestierten die Menschen damals gegen den giftigen Müll vor ihrer Haustür. Auch Klaus Zimmermann (links) kämpfte gegen den Atomtransport.
Heute engagiert sich der 75-Jährige wie viele im durch den Atomprotest grün geprägten Wendland für Flüchtlinge. Auf sein Bestreben hin entsteht in einer Notunterkunft in Dannenberg gerade ein kleiner Fitnessraum. Von den Bewohnern des Camps bekommt er jede Hilfe, die er braucht, sagt Zimmermann.
Auch Kommunikationsberaterin Christa Lehrer kümmert sich um die Geflüchteten in ihrem Ort, hilft bei Behördengängen. Es ist frustrierend, wenn man helfen möchte und die Verwaltungsabläufe manchmal selbst nicht nachvollziehen kann, sagt sie.
Leben seit vergangenem Herbst im Wendland: Refaat Hussein Sheikho und seine Frau Avin. Er ist 26, sie 19 Jahre alt. Zusammen sind sie aus dem zerbombten Aleppo geflohen. Im Februar kam ihr Sohn Arma zur Welt.
Die Journalistin Angelika Blank gehört zu einer Gruppe Freiwilliger, die der jungen Familie helfen, in Deutschland anzukommen.
Einmal die Woche geht es gemeinsam einkaufen. Wichtiger Anlaufpunkt ist der Mira Markt im 30 Kilometer entfernten Lüchow. Der Laden führt ausschließlich Lebensmittel, die halal sind, also im Einklang mit islamischen Essensvorschriften stehen.
Darf auf keinen Fall fehlen: Ein ganzer Haufen Fladenbrot. "Das schmeckt wie in Syrien", sagt Refaat.