Westafrika Wie das Meer das Klima beeinflusst
Überflutungen in Accra (September 2009): "Bisher haben wir bei der Erklärung tropischer Klimaschwankungen immer nach oben geschaut, insbesondere in die Atmosphäre. Unsere neuen Daten lenken den Blick erstmals auch in die Tiefe des Ozeans und eröffnen ganz neue Denkansätze", sagt Peter Brandt vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar).
Messgerät für Strömungen, Temperatur, Salzgehalt und Druck: Dass die Oberflächentemperatur des Ozeans ein wichtiger Faktor für die Niederschlagsschwankungen in Westafrika ist, wissen Forscher schon seit längerem. Nun zeigt sich, dass das Wasser in rund 3000 Metern Tiefe die Vorgänge entscheidend mitbestimmt.
Schema der Messungen beim Tace-Projekt: Die Forscher hatten von einem Forschungsschiff aus ein mehrere Kilometer langes Stahlseil bis in die atlantische Tiefsee sinken lassen. Bestückt mit zahlreichen Messsonden, lieferte es Messwerte über Tempo und Richtung sowie Salzgehalt und Temperatur von Wasserströmungen in verschiedenen Tiefen.
Überflutungen in Ghana (September 2007): Sehr gut untersucht sind bisher nur die Auswirkungen pazifischer Meeresströmungen. Während des regelmäßig auftretenden Klimaphänomens El Nino führen sie zu regionalen Dürren oder auch starken Niederschlägen in Südamerika. Die neue Studie belegt, dass vergleichbare Zusammenhänge zwischen Ozean und Landklima auch in anderen Gebieten der Erde zu beobachten sind.
Senegalesisches Kind mit Salz (Juni 2006): Neue Messdaten aus dem Ozean sollen dabei helfen, die Klimamodelle für die Region weiter zu verbessern.