Westfeldzug 1940 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Westfeldzug 1940 Schwindelig vom Blitzkrieg

Französische Generäle verloren die Nerven und brachen in Tränen aus: Überraschend schnell überrollte die Wehrmacht vor 70 Jahren Frankreich. Was wie geniale Planung wirkt, war vor allem Improvisation. Hitler stilisierte sich zum kühnen Strategen - und beging dann selbst einen entscheidenden Fehler.
1 / 14

Schneller Durchbruch: Ein deutscher Soldat greift im Juni 1940 mit einem Flammenwerfer französische Stellungen an. Der Westfeldzug war schon nach wenigen Tagen de facto entscheiden, als die deutsche Wehrmacht am 13. Mai 1940 bei Sedan die französische Front durchbrach.

2 / 14

Attacke aus der Luft: Blick aus der Kanzel eines deutschen Bombers vom Typ Heinkel 111, aufgenommen 1940 in Frankreich. Die Bomber spielten strategisch eine wichtige Rolle bei dem entscheidenden Durchbruch der Deutschen in Sedan.

3 / 14

Deutsche Luftwaffe: Auf einem Feldflugplatz bei Calais stehen startbereite Jagdflugzeuge vom Typ Messerschmit 109 E des Jagdgeschwaders 53 ("Pik As"). Foto vom August 1940.

4 / 14

Krieg gegen Frankreich: Ein Flakgeschütz wird im Mai 1940 während des deutschen Vormarsches in Stellung gebracht. Der Angriff auf Frankreich war 29 Mal verschoben worden, lange hatte deutsche Wehrmachtsführung intern um den richtigen Aufmarschplan gerungen.

5 / 14

Unerwarteter Angriff: Eine deutsche Infanterie überquert 1940 mit Schlauchbootfähren einen französischen Fluss.
Mitte Mai hatten die Deutschen, für die Franzosen völlig überraschend, die hügeligen Ardennen und dann den Fluss Maas bei Sedan überquert - dabei galten Maas und Ardennen dort als nahezu unüberwindbare Doppelbarriere.

6 / 14

Erich von Manstein: Undatiertes Porträt des legendären deutschen Generals. Erich von Manstein hatte vorgeschlagen, mit einem massierten Panzervorstoß den Gegner in kurzer Zeit an der Kanalküste einzukesseln. Erstmals sollte dabei eine ganze Panzerarmee selbständig und weitgehend ohne Infanterie operieren. Um die Alliierten zu überraschen, wollte Manstein die Panzer durch die vermeintlich unpassierbaren Hügel der Ardennen rollen lassen, um von dort über die Maas und hinter die Front zu gelangen. Sein radikaler Plan stieß anfangs auf wenige Gegenliebe - Manstein wurde zunächst kaltgestellt und versetzt.

Foto: AP
7 / 14

Beginn eines Mythos: Ein deutscher Panzer III rollt 1940 in eine eroberte französische Stadt ein. Nach dem erfolgreichen Feldzug entstand der Mythos von der scheinbar unbesiegbaren deutschen Panzer-Lawine, die Frankreich keine Chance gelassen habe - dabei waren sogar die modernsten deutschen Panzertypen den besten Modellen der Briten und Franzosen klar unterlegen.

8 / 14

Heinz Guderian: Das Foto vom 17. Juli 1941 zeigt den Oberbefehlshaber der 2. Panzerarmee im russischen Smolensk.

Heinz Guderian war einer der vehementesten Verfechter von Mansteins Vision des modernen Bewegungskrieges und spielte eine entscheidendene Rolle beim Blitzsieg der Deutschen in Frankreich. Wegen seiner rasanten Panzervorstöße hatte er den Spitznamen "schneller Heinz".

9 / 14

Inferno: Die Deutschen nutzten auch die psychologische Wirkung ihrer massierten Luftangriffe. "Hier sind wir", schrieb ein französischer Offizier, "bewegungslos schweigend, mit gekrümmten Rücken, in uns selbst verkrochen, mit offenem Mund, damit das Trommelfell nicht platzt."

Auf dem Bild sind brennende Wohnhäuser und zerstörte Barrikaden in Metz nach einem Angriff der Wehrmacht im Juni 1940 zu sehen.

10 / 14

Angriff auf Metz: Zivilisten flüchten im Juni 1940 nach einem Bombenangriff der Deutschen auf die französische Stadt Metz vor den Flammen. Die Luftwaffe, insbesondere die heulenden Sturzkampfflieger, waren auch ein wichtiger psychologischer Trumpf der Deutschen im Westfeldzug.

11 / 14

Flucht vor der Wehrmacht: Französische Zivilisten auf einer Landstraße. Das Foto wurde im Juni 1940 aufgenommen - zu dem Zeitpunkt rückten die deutschen Truppen schon nach Paris vor.

12 / 14

Siegeszug durch Paris: Deutsche Schützenpanzerwagen und Kraftfahrzeuge am 14. Juni 1940 während der Siegesparade auf den Champs Élysées. Die Franzosen ließen die Hauptstadt unverteidigt und übergaben sie angesichts der aussichtlosen Lage und aus Angst vor Zerstörungen kampflos den Deutschen.

13 / 14

Bewusste Demütigung: Ein deutsches Musikkorps zieht am 14. Juni 1940 durch das besetzte Paris. Hitler inszenierte den schnellen Sieg über den "Erbfeind" Frankreich als großes historisches Spektakel - und demütigt seinen Gegner symbolisch, indem er die französischen Generäle den Waffenstillstand ausgerechnet in einem klapprigen Bahnwaggon in Compiègne diktierte. Dort hatten einst die Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg ihre Niederlage unterschreiben müssen.

14 / 14

Blitzkrieg: Deutsche Infanterie marschiert am 14. Juni 1940 in Paris ein - nur sechs Wochen nach dem Angriff auf Frankreich. Dabei war die Wehrmacht 1940 längst nicht so unbesiegbar, wie später oft auch von französischer Seite behauptet wurde. Nur ein kleiner Prozentsatz des deutschen Heeres bestand aus hochmodernen Panzereinheiten. Zum größten Teil zog die Wehrmacht mit altem Material und langsamen Pferdekutschen in den Blitzkrieg.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?