Kuriosa Wissenswertes über Whisky
Das Glas: Gemeinhin wird Whisky im bauchigen, "Tumbler" genannten Glas serviert. Den Kennern ist das ein Graus: Sie ziehen es vor, ihn im "Nosing-Glas" zu genießen. Das ist im Grunde ein bauchiges Sherryglas mit relativ kleiner Öffnung, die der Kenner gern mit der Hand oder mit speziellen Glasdeckelchen abdeckt, damit sich darin das Aroma sammeln kann, während er in der Hand aufwärmt. Muss man erwähnen, dass man sich die Hände vorher nicht mit einer parfümierten Seife waschen sollte?
Scotch war gestern: Größter Hersteller von Whisky ist seit einigen jahren Indien - obwohl es nur vier, fünf größere Destillerien im Land gibt. Die haben dafür gleich industriellen Maßstab. Kein Wunder, dass da die Konkurrenz aus dem benachbarten Pakistan nicht lang auf sich warten ließ: Hier zeigt ein Arbeiter der The Muree Brewery Company das örtliche Lebenswasser. Das kuriose daran: Es darf nur an Nicht-Muslime verkauft werden. In Pakistan eine Kundengruppe von überschaubarer Größe.
Ein Schatz: Ab 1950 gelang es Fischern immer wieder, Whiskys aus dem Meer zu bergen. Es ist eine der Hauptquellen für so genannte Kriegswhiskys: Was in der Zeit zwischen 1939 und 1945 nicht auf die eine oder andere Art vernichtet wurde, ist heute automatisch wertvoll - völlig unabhängig von der Qualität. Hier bergen schottische Fischer Flaschen, die 1941 mit der SS Politican untergingen - 264.000 an der zahl. Jede Flasche davon bringt heute mindestens 1500 Euro.
Es geht noch älter: Durch Zufall entdeckte man 2007 unter der Hütte des britischen Polarforschers Ernest Shackelton am McMurdo Sound der Antaktis Kisten mit einem Whisky, der warscheinlich aus den Jahren 1907/1908 stammte. Sie wurden zum Ausgangspunkt für ein bisher beispielloses Experiment: Eine schottische Destillerie baute, basierend auf entnommenen 100ml-Proben, das Aroma des Whiskys als Blend nach. Die nachgemachten Flaschen gingen ab 2011 für rund 120 Euro in den Verkauf. Und die Originale? Liegen wieder dort, wo sie gefunden wurden.
Rekordflasche: Eigentlich ist Glenfiddich eine der größten, massenhaft verbreiteten Marken. Aber auch diese Destillerie legt kleine Serien auf - und sogar sehr kleine: Diese Flasche war zum Zeitpunkt ihrer Auktion 2011 55 jahre alt und sollte Rekorde brechen. Die zur Feier des 110. Geburtstages des 1956 ältesten Schotten aufgelegte Abfüllung erzielte einen Verkaufspreis von 56.000 Euro. Was haben Sie denn noch so im Keller?