Wie die Zeit vergeht mit... - DER SPIEGEL
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Wie die Zeit vergeht mit... Zweiradhelden auf dem Hockenheimring

Highspeed auf dem Waldweg: Lange bevor auf dem Hockenheimring Formel-1-Boliden fuhren, heizten Männer auf Motorrädern über den legendären Kurs in Baden-Württemberg. Vor 80 Jahren fand dort das erste Rennen statt. einestages zeigt die legendärsten Piloten - von den rasenden Max und Moritz bis zu einem Schumacher auf Abwegen.
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Highspeed auf dem Waldweg: Lange bevor auf dem Hockenheimring Formel-1-Boliden fuhren, heizten Männer auf Motorrädern über den legendären Kurs in Baden-Württemberg. Vor 80 Jahren fand dort das erste Rennen statt. einestages zeigt die legendärsten Piloten - von den rasenden Max und Moritz bis zu einem Schumacher auf Abwegen.

Reisen Sie in der einestages-Bildergalerie durch die Jahrzehnte!

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1935

Der Hockenheimring begann als Traum eines einfachen Hockenheimers: Ernst Christ, Hilfszeitnehmer bei Motorradrennen in Baden-Württemberg, kam 1930 auf die Idee, in seiner Heimatstadt einen Rennkurs zu bauen. Der Bürgermeister unterstützte den Plan, und so fand am 29. Mai 1932 das erste Rennen statt: mit zwölf Motorrädern.

Und auch wenn der Hockenheimring später zum Synonym für Hochgeschwindigkeit und Formel 1 wurde - es waren vor allem die Zweiräder, die den Kurs prägten und es bis heute tun. Zunächst rasten Männer wie das Seitenwagenduo Karl Braun/Ernst Badsching auf ihrer Horex über unbefestigte Waldwege, der Kurs war fast zwölf Kilometer lang. Doch schon damals lockten die PS-Spektakel Zehntausende Zuschauer an die Strecke - 48.000 waren es beim Debütrennen.

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1936

NSU gegen DKW, so hießen die Hersteller, deren Motorräder in den Dreißigern über den Hockenheimring rasten. Hier kämpfen DKW-Werksfahrer um den Sieg in der 250-Kubikzentimeter-Klasse. Der Fahrer mit der Nummer 70 ist der vielleicht berühmteste Pilot seiner Zeit: Arthur Geiss.

Geiss, der selbst aus Hockenheim stammte, gewann bis 1935 auf DKW sechs deutsche Meistertitel und eine Europameisterschaft. In Ungarn stellte Geiss zwei Jahre zuvor zudem einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf: 161,46 Km/h. 1936 endete Geiss' Karriere nach einem Unfall, der Pilot konnte deshalb auch nicht mehr auf seinem Heimatkurs fahren, als dieser 1938 die legendäre Ostkurve bekam und in Kurpfalzring umbenannt wurde.

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1954

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hockenheimring in großen Teilen zerstört, aber wie schon Anfang der dreißiger Jahre dauerte es auch diesmal nicht lange, bis auf dem Kurs Rennen stattfinden konnten. Nach nur zwei Jahren Renovierungsarbeiten wurde es auf der Strecke in Baden-Württemberg schon 1947 wieder laut.

Das Bild zeigt Werner Haas, der 1954 den Internationalen Rhein-Pokal der Viertelliter-Motorräder auf dem Ring gewann. Haas war zu jener Zeit der erfolgreichste deutsche Motorradrennfahrer. 1953 war er auf NSU Weltmeister geworden - und zwar sowohl in der 125- als auch der 250-Kubikzentimeter-Klasse. Haas starb mit nur 39 Jahren, als er 1956 mit seinem Sportflugzeug abstürzte.

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1956

Der Rennfahrer Hermann Paul Müller zeigt in einer Messröhre die Menge an Benzin - 1,13 Liter -, die er bei einem Testrennen auf dem Hockenheimring mit dieser aerodynamisch geformten NSU-Maschine verbraucht hatte.

"H.P." Müller, der 1955 mit 45 Jahren noch 250er-Weltmeister geworden war, stellte im August 1956 auch noch drei Geschwindigkeitsweltrekorde mit NSU auf.

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1961

1959 fanden in Hockenheim erstmals Rennen der 50-Kubikzentimeter-Klasse statt - unter dem Namen "Moto-Cup". Von Anfang an dabei war der Deutsche Hans-Georg Anscheidt, der in seiner Karriere insgesamt 14 Motorrad-Grand-Prix gewinnen konnte. Das Bild zeigt ihn 1961 auf dem Hockenheimring.

1962 bis 1968 holte er unglaubliche sieben Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft in der 50er-Klasse und wurde 1966, 1967 und 1968 auf Suzuki Motorrad-Weltmeister.

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1961

Max Deubel wurde mit seinem Beifahrer Emil Hörner insgesamt viermal Seitenwagen-Weltmeister: 1961 zum ersten Mal, nach Siegen in Hockenheim (Foto), auf der Isle of Man und in Assen. Und auch in den drei Folgejahren holte das Team, das Wilhelm Buschs Max und Moritz auf die Verkleidung seiner BMW geklebt hatte, den Titel.

Foto: Archiv Hockenheim-Ring GmbH
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1975

Er war erst 19, als Johnny Cecotto die Motorradwelt eroberte. Auf seiner Yamaha gewann der Venezolaner 1975 vier Rennen der Weltmeisterschaft und holte sich den Titel in der 350-Kubikzentimeter-Klasse. Es sollte sein erster und letzter bleiben.

Seine dramatischste Show lieferte Cecotto am 11. Mai 1975 vor 125.000 Zuschauern beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring ab. Bei den 350ern siegte er ungefährdet und hätte beinahe auch im Rennen der 250er triumphiert, in dem er ebenfalls antrat. Doch er stürzte - in der allerletzten Runde.

Foto: AP
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1989

Zwei Schwergewichte: Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl dreht als Sozius von Toni Mang eine Runde auf dem Hockenheimring. Mang war einer der besten deutschen Rennfahrer der Geschichte und wurde fünfmal Weltmeister, 1981 sogar in zwei Klassen. 1988 beendete er seine Karriere.

Foto: AP
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2008

Rennfahrergenie, Regengott, Rekordweltmeister: Michael Schumacher trägt viele Beinamen, nur beziehen sich alle auf seine Zeit als Formel-1-Pilot. Dabei hat der Deutsche auch eine Leidenschaft für schnelle Motorräder und startete 2008 bei neun von 16 Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. In Hockenheim reichte es zu zwei 18. Plätzen.

Foto: Getty Images
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