Geschenkt Wie Nieren, Lebern und Herzen Leben retten
Kühlbox für eine Organtransplantation: Alle acht Stunden stirbt ein Mensch, weil es nicht genug Spenderorgane gibt.
Operation: In Deutschland ist die Zustimmung zur Organspende ungebrochen hoch. Dennoch hat nur knapp jeder vierte Bürger einen Organspendeausweis ausgefüllt.
Werbung für den Spendeausweis: Wer sich zu Lebzeiten entscheidet, ob er seine Organe nach dem Tod spenden möchte, entlastet seine Angehörigen.
Die Entwicklung der Zahl der Organspender in Deutschland zeigt ebenfalls: Grundsätzlich ging der Trend in den vergangenen zehn Jahren nach oben. Doch im Vergleich zu 2010 sinken die Zahlen.
2010 gab es 15,8 Organspenden pro eine Million Einwohner in Deutschland - in vielen anderen Ländern ist die Zahl deutlich höher.
Wichtige Dokumentation: Für die Entnahme eines Organs ist nicht die Bereitschaft zur Spende ausschlaggebend "sondern die Erklärung der Bereitschaft zur Spende", steht im Gesundheitsmonitor 2011 der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK.
Gesundheitsminister Daniel Bahr: Der FDP-Politiker setzt sich für mehr Organspenden ein.
Nierentransplantation: Erst wenn abschließend geklärt ist, ob sich der Tote zu Lebzeiten zu einer Organspende bereit erklärt hat oder aber die Angehörigen eine positive Entscheidung für ihn treffen, dürfen die Organe nach der Hirntodfeststellung entnommen werden. So regelt es das deutsche Transplantationsgesetz, das die Zustimmungsregelung zu einer sogenannten Entscheidungslösung erweitert hat.
Der Weg vom Spender zum Empfänger: Eurotransplant im niederländischen Leiden bekommt vom Entnahmekrankenhaus die Meldung, dass ein oder mehrere Organe für die Transplantation zur Verfügung stehen. Über die Warteliste organisiert Eurotransplant den Organstransport und den Kontakt zum Transplantationszentrum, das den Empfänger informiert und ihn zur Operation vorbereitet.
Transplantation: Dann kann dem Empfänger das Organ implantiert werden. Die ersten Stunden und Tage entscheiden, ob es eine akute Abstoßungsreaktion gibt. Um diese und auch spätere Abstoßungen zu vermeiden, müssen alle Organempfänger meist lebenslang Immunsuppressiva schlucken.
Zustimmung oder Widerspruch? Die Zahlen zeigen, dass Länder mit der Zustimmungsregelung deutlich weniger postmortale Organspender haben als Nationen, in denen die Widerspruchsregelung gilt. Experten hoffen jedoch, dass in Deutschland vor allem die Transplantationsbeauftragten dafür sorgen könnten, dass deutlich mehr Organe gespendet werden.