Wien um 1900 in Farbe - DER SPIEGEL
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Wiener Farben Sissis Welt

Wien an der Schwelle zum 20. Jahrhundert: Kaiserstadt, Magnet für Arbeiter und Intellektuelle, Schmelztiegel vieler Nationen. Wiederentdeckte nachkolorierte Diapositive lassen das Leben in der Metropole vor dem Ersten Weltkrieg auferstehen. einestages zeigt die spektakulärsten Bilder.
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Die Blumenfrauen: Aus dem Straßenbild waren sie nicht wegzudenken. An fast jeder Ecke standen sie mit ihren bunten Kopftüchern und boten die Blumen der Saison an. Auch die Damen der bürgerlichen Gesellschaft kauften bei ihnen ein, wie die Dame auf diesem Bild, die sich am Blumenstand beim Viadukt der Verbindungsbahn am Praterstern gelbe und rote Rosen aussucht.

Foto: IMAGNO/Österreichisches Volkshochschularchiv
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Stadtrundfahrt in der Straßenbahn: Die Wiener liebten ihre Straßenbahn und waren besonders stolz darauf, dass sie bereits seit 1897 elektrisch betrieben wurde. 1907 kam dann die Idee auf, Stadtrundfahrten in speziell ausgestatteten "Salonwagen" anzubieten. Die Salonwagenfahrten "Rund um Wien" waren ein Riesenerfolg, sodass am Ende sieben solcher Wagons im Einsatz waren. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Fahrten schließlich eingestellt.

Foto: IMAGNO/Österreichisches Volkshochschularchiv
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Die Praterstraße um 1900: Kopfsteinpflaster, Handkarren und Kutschen prägten das Straßenbild um die Jahrhundertwende - noch. Denn gerade in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts beginnt sich die Motorisierung langsam durchzusetzen. Ins Auge stechen die Werbeplakate und Schriftzüge, die auf den Häuserwänden und Pferdebussen zu sehen sind. Auch dieses Bild lässt keinen Zweifel daran, dass die technische Modernisierung bereits in vollem Gang ist: Mitten über der Straße hängen elektrische Straßenlaternen.

Foto: IMAGNO/Österreichisches Volkshochschularchiv
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Der italienische Straßenmusikant: Insgesamt 11 Völker vereinte Österreich-Ungarn. Deshalb sprach der Kaiser seine Untertanen auch nicht mit "Mein Volk" sondern mit "Meine Völker" an. 1910 lebten in der westlichen Reichshälfte, Cisleithanien genannt, insgesamt 28,5 Millionen Menschen - davon 770.000 Italiener.

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Wiener Wahrzeichen: Das Riesenrad im Wiener Prater ist seit 1897 das Wahrzeichen der Stadt und eine der großen Attraktionen des Vergnügungsparks. Emil Mayer fotografierte das Rad zwischen 1905 und 1910.

Foto: IMAGNO/Österreichisches Volkshochschularchiv
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Am Eingang des Praters: Zum amüsieren gehört immer auch das Essen und Trinken dazu und so standen schon auf der Zufahrt zum Prater die Esswarenverkäufer. Fotografiert um 1910 von Emil Mayer.

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Der Vater mit den Spendierhosen: Offensichtlich hat der gute Mann ein bisschen zu tief ins Glas geguckt. Den Kindern soll es recht sein. Sie dürfen sich aus dem Bauchladen des Essenverkäufers etwas aussuchen. Aufgenommen von Emil Mayer im Prater zwischen 1905 und 1910.

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Der Kellner mit dem Gast: Auch dieser Gast eines Praterwirtshauses hat wohl etwas zu viel getrunken. Angeheitert verstrickt er den Kellner in eine Diskussion. Fotografiert von Emil Mayer zwischen 1905 und 1910.

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Der Flohzirkus: Halt! Halt! Schreit das Schild des Flohzirkus dem Betrachter entgegen und verspricht den seltsamsten Schauakt der Erde. Tatsächlich war der Flohzirkus eine der großen Attraktionen im Prater, der viele Schaulustige anzog. Und so tummeln sich auch auf diesem Bild zahlreiche Besucher vor dem Flohzirkus.

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Planetenverkäufer: Im Wien der Jahrhundertwende hießen die Leute, die Glückszettel verkauften Planetenverkäufer. Sie hatten immer einen Papagei dabei, dessen Aufgabe es war, die Zettel aus einem Kasten zu picken. Fotografiert von Emil Mayer zwischen 1905 und 1910.

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Das mährische Kindermädchen: Der Prater zog alle Bevölkerungsschichten an, egal ob arm oder reich. Genauso traf man hier alle möglichen Nationalitäten an, wie diese Frau aus Mähren. Von den 28,5 Millionen Einwohnern der westlichen Reichshälfte Österreich-Ungarns, waren laut Volkszählung aus dem Jahr 1910 6,5 Millionen Tschechen, Mährer und Slowaken - das sind rund 23 Prozent der Bevölkerung.

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Sonntagsausflug auf den Praterwiesen: Wer in den Prater ging, trieb sich nicht zwangsläufig in den Schaubuden und Tanzlokalen herum. Der Vergnügungspark, der so genannte "Wurstlprater", ist nämlich nur ein Teil der weitläufigen Prateranlage. Damals wie heute lockt der weitläufige Park am Wochenende Ausflügler an, die hier picknicken, sich sonnen oder einfach nur spazieren gehen.

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Fußballspiel im Prater: um 1910.

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Hoch über Wien: Ausblick vom Riesenrad auf den Praterstern, 1910.

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Florian Berndl: Der Naturheilkundler und Gründer des Luft- und Sonnenbades Gänsehäufel mit jungen Anhängern. Aufnahme um 1920.

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Wasserrutsche: Badegäste im Luft- und Sonnenbad Gänsehäufel an der Alten Donau in Wien um 1920.

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Gaswerksteg: Der ursprünglich für Gasleitungen vom städtischen Gaswerk in Simmering in den II. Bezirk errichtete, 1945 zerstörte Gaswerksteg um 1910.

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Einstiegskiosk: Der abendliche Karlsplatz mit einem Einstiegskiosk in die durch die Wienfluss-Regulierung entstandenen unterirdischen Schächte und Kanäle, die im Mittelpunkt von Emil Klägers und Hermann Drawes Sozialreportage über die "Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens" (1908) standen. 1904, Fotografie vermutlich von Hermann Drawe.

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Lager im Schacht: Fotografie von Hermann Drawe aus dem Jahr 1904.

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Das Arsenal: Das 1849-1856 errichtete Arsenal in Wien III., ursprünglich ein militärischer Gebäudekomplex, in einer Aufnahme aus einem Feldballon, im Hintergrund der k.k. Staatsbahnhof und der Südbahnhof. Um 1910.

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Teufel im Wind: Feldballon "Teufel" bei Wimpassing im Südosten Wiens. Um 1910.

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Kaiserhuldigung: Kaiser Franz Joseph I. und Bürgermeister Karl Lueger bei der Kaiserhuldigung der Wiener Schulkinder im Park von Schloss Schönbrunn. 21. Mai 1908.

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Feierlichkeiten: Grundsteinlegung der 1913 fertiggestellten Kaiser-Franz-Josephs-Jubiläums-Kirche (heute Franz-von-Assisi-Kirche) am Erzherzog-Karl-Platz (heute Mexikoplatz) bei der Kronprinz-Rudolf-Brücke (heute Reichsbrücke) in Wien II. 10. Juni 1900.

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Im Wurstelprater: Im Wurstelprater um 1905-1910. Fotografie von Emil Mayer.

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