WikiLeaks: Bloßgestellte Enthüller - DER SPIEGEL
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WikiLeaks Bloßgestellte Enthüller

Über 250.000 Depeschen des US-Außenministeriums, einst eingereicht bei der Enthüllungsplattform WikiLeaks, sind öffentlich - mitsamt den Namen von Informanten, die nun um ihre Sicherheit und Freiheit fürchten müssen. Das katastrophale Leck ist das Ergebnis einer höchst privaten Männerfeindschaft.
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WikiLeaks-Gründer Julian Assange: Zunächst waren die Diplomaten-Depeschen des US-Außenministeriums in Zusammenarbeit mit diversen internationalen Medien häppchenweise und mit Schwärzungen zum Informanten- und Quellenschutz veröffentlicht worden. Nun sind alle Depeschen im Netz verfügbar - inklusive aller Namen von Quellen und Informanten.

Foto: Peter Macdiarmid / Getty Images
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Assange: Der Australier ist ein politischer Aktivist, Journalist und Sprecher von WikiLeaks. Nun sind seiner Plattform 250.000 Depeschen aus US-Beständen, die der Enthüllungsseite zugespielt wurden und eigentlich besonders geschützt werden sollten, abhandengekommen.

Foto: Paul Hackett / Reuters
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Assange mit dem "Guardian" in der Hand: Zunächst kooperierte die Enthüllungsplattform neben anderen Medien auch mit der britischen Zeitung. Ein Buch, das der "Guardian"-Redakteur David Leigh über die Kooperation schrieb, missfiel Assange jedoch. Nun stellte sich heraus, dass ein in dem Buch genanntes Passwort eine seit Monaten im Internet kursierende Datei öffnet, die alle 250.000 US-Diplomaten-Depeschen enthält.

Foto: ANDREW WINNING/ REUTERS
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Daniel Domscheit-Berg: Der Deutsche war einige Zeit ein WikiLeaks-Sprecher und Vertrauter von Assange. Schließlich aber überwarfen sich die beiden, Domscheit-Berg schrieb ein Buch, in dem er Assange scharf angreift.  Seitdem tobt eine Schlammschlacht zwischen den Männern.

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP
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Domscheit-Berg bei seiner Buchvorstellung: Der ehemalige WikiLeaks-Sprecher gründete gemeinsam mit anderen Abtrünnigen eine neue Whistleblower-Plattform namens OpenLeaks. Außerdem nahm er vor seinem Weggang einen großen Datensatz von WikiLeaks mit - darunter war auch, was zunächst offenbar gar nicht bekannt war, der komplette Satz der US-Depeschen.

Foto: dapd
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Assange vor einer Anhörung vor Gericht in London: Nach der Enthüllung wirft Assange "einer Person aus Deutschland" vor, die Geschichte mit dem Passwort im "Guardian"-Buch ausgeplaudert zu haben. Der "Guardian" selbst sei schuld daran, dass die vollständigen Depeschen nun zugänglich seien.

Foto: Lefteris Pitarakis/ AP
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WikiLeaks-Twitter-Account: Der Kurznachrichtendienst wurde für Assange und seine Mitstreiter nach und nach zum offiziellen Verlautbarungsorgan. Am Donnerstag ließ WikiLeaks dort abstimmen, ob nun der gesamte Depeschensatz für die Allgemeinheit zugänglich gemacht werden solle. Über Twitter wurden auch die Daten verteilt, die man braucht, um sich ein mysteriöses, über 550 Megabyte großes Datenfile via BitTorrent herunterzuladen.

Foto: TIM CHONG/ Reuters
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WikiLeaks-Unterstützer mit Pro-Bradley-Manning-Transparenten: Überall in der westlichen Welt bekennen sich junge Menschen zu der Leaking-Plattform. Der ehemalige US-Soldat Bradley Manning wird verdächtigt, die Quelle unter anderem der Diplomaten-Depeschen, aber auch anderer Daten aus US-Beständen gewesen zu sein. Manning sitzt in den USA in Haft.

Foto: Denis Doyle/ Getty Images
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Assange im Januar 2011: Das Rampenlicht hat der Australier immer wieder gesucht, er ist das Gesicht von WikiLeaks. Nun überschattet der Verlust der Depeschen-Datei und der Dauerstreit mit Domscheit-Berg seine eigentliche, selbstgewählte Mission - Regierungen mit gezielten Indiskretionen "zu öffnen".

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?