Winterwelt "Daisys" eisige Spur
Mit heftigen Schneestürmen hat Tief "Daisy" am Sonntag weite Teile Norddeutschlands lahmgelegt. Bei eisigen Temperaturen harrten in der Nacht zuvor fast 300 Menschen in Autos und Lastwagen zwischen Gützkow und Jarmen auf der blockierten Autobahn A 20 aus. Feuerwehrleute schaufeln eine Fahrbahn frei.
Viele Dörfer an der Küste und auf den Ostseeinseln waren von der Außenwelt abgeschnitten. Räumfahrzeuge hielten auf der Ostseeinsel Fehmarn eine Straße frei.
Auf der Ostseeinsel Fehmarn waren nach Angaben der Stadtverwaltung rund 5000 Einwohner von den Schneemassen eingeschlossen. "Alle Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten", sagte Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt. Alles sei erstarrt.
Meterhoch türmte sich am Sonntag der Schnee auf der B76 zwischen Kiel und Eckernförde nahe dem schleswig-holsteinischen Gettorf.
In Mecklenburg-Vorpommern steckten Hunderte Menschen in ihren Fahrzeugen auf der Autobahn 20 nach Schneeverwehungen fest. Tief "Daisy" hat auch in der Nacht zu Sonntag vor allem in Norddeutschland zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt.
Sturmböen peitschen über die Ostseeküste. Die Gischt fegt über den Leuchtturm auf der 1440 Meter langen Mole von Sassnitz auf der Insel Rügen hinweg.
Einge nutzen den Tag auch für einen Spaziergang wie hier am vereisten Strand vor dem Leuchtturm von Westerheversand auf der Halbinsel Eiderstedt.
Bei Dahmeshöved an der Ostküste Schleswig-Holsteins drohte Sonntag zeitweise ein Deich zu brechen. Zahlreiche Helfer versuchten, das Schlimmste zu verhindern. Am Nachmittag brach der Damm jedoch an einer Stelle.
Besonders betroffen war auch Mecklenburg-Vorpommern. Im Landkreis Nordwestmecklenburg waren die meisten Straßen zugeweht, wie hier bei Kaeselow.
Auf der Bundestraße B 96, der Anbindung der Insel Rügen zur Autobahn 20, hat heftiges Schneetreiben bei Miltzow einen Lkw und ein Feuerwehrfahrzeug zum Stehen gebracht.
Der fortgesetzte Schneefall hat den Bahnverkehr in der Nacht zum Sonntag und am Sonntagvormittag bundesweit behindert. Vor allem rund um die Ostseeküste in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen, zahlreiche Strecken wurden gesperrt.
In Berlin kamen Hunderte zu einem plötzlichen Treffen, einem sogenannten Flashmob, zusammen und veranstalteten eine Schneeballschlacht.
Auch in der Hauptstadt lag der Schnee hoch. Ein Blick auf die Quadriga auf dem Brandenburger Tor ist aber immer noch zu erhaschen.
Ein Feuerwehrmann entfernt vom Gebäude des Flughafens Tegel bis zu zwei Meter lange Eiszapfen.
Die Altstadt von Lübeck war am Sonntag überflutet. Die Trave war über die Ufer getreten.
In Frankfurt ließ sich das Winterwetter am Sonntag etwas entspannter genießen, wie von dieser Touristin auf der Aussichtsterrasse der Zeil-Galerie. Tief "Daisy" hatte in der Nacht noch einmal für neuen Schneefall gesorgt.
Freunde des Schlittenfahrens konnten sich freuen: Mit Schneehöhen von bis zu 35 Zentimetern hat "Daisy" für ideale Wettkampfbedingungen gesorgt. Nahe der Westernstadt Pullman City bei Hasselfelde fand das 10. Schlittenhunderennen statt.
Hier ist Schnee vollkommen normal: In Arosa in der Schweiz genießen Wintersportler die Aussicht vom 2653 Meter hohen Weißhorn.
Ungewohnte Bilder in Spanien: Schnee am Guadalquivir in Cordoba. Spanische Wetterbehörden haben in vielen Regionen vor eisigen Temperaturen und Schneestürmen gewarnt.
In London wurde am Samstag das Stadion für ein Fußballspiel vorbereitet: Arsenal gegen Everton. Die längste Kälteperiode seit drei Jahrzehnten hat das Vereinigte Königreich fest im Griff.
Auch die Weinberge bei Andlau im Osten Frankreichs liegen unter einer dicken weißen Decke.
Winteridyll: Das Dorf Zhestelyo, rund 75 Kilometer nördlich von Moskau. In der Region sind die Temperaturen am Sonntag auf minus 20 Grad Celsius gefallen.
Auch in Tschechien gab es Neuschnee. Im Osten des Landes wurde am Samstag teilweise der Verkehrsnotstand ausgerufen.
Verkehrschaos, Stromausfälle und Massenkarambolagen plagten nicht nur Europäer: In Mexiko kamen wegen der Kälte bis zum Wochenende neun Menschen ums Leben. Der Vulkan Popocatepetl war mit Schnee bedeckt.
Auch in Indien ist es zurzeit kalt. Zahlreiche Menschen fielen Medienberichten zufolge im Norden und Osten des Landes eisigen Temperaturen zum Opfer.