Wir, die Piraten - DER SPIEGEL
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Sympathisanten der Parteineulinge Wir, die Piraten

Erst Berlin, dann das Saarland - die Piratenpartei entert die Landtage und hat auch bei den kommenden Wahlen gute Chancen, in die Parlamente einzuziehen. Wer wählt sie und warum? SPIEGEL ONLINE hat nachgefragt.
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Kilian Augustin, 24, Student, Berlin: "Ich würde die Piratenpartei wählen, weil ich es wichtig finde, dass Freiheit im Netz vorangetrieben wird und man sich dort frei bewegen kann. Die Grünen haben auch als Ein-Thema-Partei angefangen. Ich denke, dass die Piraten ihre Themen ausweiten werden. Es ist gut, wenn man sich erst mal auf ein Kernthema beschränkt und das durchbringt."

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Petra Neumicke, 43, Ergotherapeutin, Berlin: "Die Piraten versuchen Themen anzugehen, die sonst tabuisiert sind. Sie bieten der Bevölkerung ein Forum, um gehört zu werden. Wenn sie sich bewähren, wenn da wirklich was von ihrer Politik ankommt, also sie nicht nur vor Ort quatschen mit der Bevölkerung, dann bekommen sie meine Stimme."

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Boris Vöge, 49, Vorstand eines Software-Unternehmens, Hamburg: "Die Piraten sind die einzigen, die verstanden haben, dass die digitale Gesellschaft schon längst in der Wirklichkeit angekommen ist. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen On- und Offline. Die virtuelle Welt ist längst Teil der physischen Welt. Das Urheberrecht passt da nicht mehr, zum Beispiel die ungleiche Behandlung von E-Books und physischen Büchern. Ein gedrucktes Buch kann ich wieder verkaufen, ein E-Book nicht - absurd. Bei der letzten Bürgerschaftswahl habe ich noch für die FDP gestimmt, bei der nächsten Bundestagswahl wähle ich die Piraten."

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Marco Uebel, 25, Schauspieler, Berlin: "Mir gefällt, dass die Piraten so einsichtig mit den Leuten umgehen, sie transparent sind und sie frischen neuen Wind bringen. Es war wirklich an der Zeit dafür. Ich glaube, dass die Piratenpartei weiter wachsen wird. Ich würde sie absolut wählen, weil mir ihr Programm gefällt."

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Michael Flacke, 32 Jahre, Pressereferent aus Bonn: "Freiheit in Zeiten der Informationsgesellschaft ist für mich ein zentrales Thema der Demokratie. Was die Grünen für die Umweltpolitik im Industriezeitalter waren, sind die Piraten für unsere Informationsgesellschaft. Bürgerrechte, Partizipation, Teilhabe und Transparenz sind für mich Grundpfeiler einer modernen Demokratie und hier bieten die Piraten einen erfrischend anderen Angang. Seit die FDP als Bürgerrechtspartei ein Totalausfall geworden ist - einzige Ausnahme: Gerhard Baum -, sind die Piraten die einzigen, die dieses Thema wirklich ernst nehmen. Deshalb werde ich sie wählen."

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Pünktchen, 25, Theaterplastikerin, Berlin: "Mir gefällt das Programm der Piraten. Die sind nicht von oben herab. Das ist angenehm. Was die wollen, ist was wir - die Allgemeinheit - uns wünschen. Die Piraten gehen auf einen ein. Man kennt sonst von Politikern nur, dass sie irgendetwas erzählen, bei dem man sich fragt, ob man das überhaupt braucht."

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Sarah Krüger, 27, Auszubildende, Berlin: "Ich habe sie schon gewählt und werde sie wieder wählen, weil ich sie cool finde. So genau kann ich auch nicht sagen, wieso das so ist. Ich beschäftige mich an sich nicht so viel mit Politik. Aber mir gefällt, dass grundsätzlich alles so offen ist bei denen."

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Martin Fuchs, 32, Politikberater, Hamburg: "Die Piraten nehmen die aktuelle gesellschaftliche Stimmung sehr gut auf: Erstens stellen sie sich nicht hin und tun so, als ob sie auf alles sofort eine Antwort haben, sondern bilden sich erst ihre Meinung. Ich finde es einfach ehrlich, auch mal zuzugeben, dass man nicht alles weiß. Zweitens sind sie ein Abbild der repräsentativen Demokratie, die Piraten wollen die Beteiligung und sind gegen Klüngelei in den Hinterzimmern wie bei den anderen Parteien. Die Piraten geben den Wähler die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung bilden und mitmachen zu können. Für mich quasi ein Update für die Demokratie. Das finde ich sehr sympathisch, deshalb habe ich die Piraten bei der Bundestagswahl 2009 gewählt. Wie ernst die etablierten Parteien die Piraten nehmen, zeigen die fast hilflosen Reaktionen und Angriffe nach den ersten Erfolgen.“

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Björn Seidel, 44, Selbstständiger, Berlin: "Die Piraten habe ich schon gewählt, da sie was Neues sind, etwas Frisches. Das ist eine Partei, die unbefleckt ist und jetzt zeigen kann, was sie drauf hat."

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Bernd Olsson, 64, kaufmännischer Angestellter in Rente, Berlin: "Ich wähle die Piraten aus Protest, weil ich mit nichts an unserer Regierung und den Oppositionsparteien zufrieden bin. Sie treiben uns immer weiter in die Schulden. Wir werden die Schulden, die wir jetzt haben, nie wieder zurückzahlen können - und die Schuldenbremse soll erst ab 2020 funktionieren. Die jetzigen Regierenden nehmen sich damit ja das Recht, jetzt noch so viele Schulden zu machen, wie sie wollen. Ändern können die Piraten daran vielleicht nichts, aber es ist ein Protest."

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Holger Drach, 50 Jahre, Verwaltungsangestellter aus Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis: "Ich wähle die Piratenpartei, weil ich als Bürger bei wichtigen Entscheidungen mehr Mitbestimmungsrechte fordere. Weil ich die Lügen, Mauscheleien und Täuschungen satt habe. Damit mehr soziale Gerechtigkeit in unserem Land einkehrt, künftig mehr ehrliche Politik gelebt wird - und damit die Eigeninteressen der Politiker stärker bekämpft werden."

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Antonia, 25, und Andi, 32, beide Studenten, Berlin: "Für die Piraten würden wir auf jeden Fall stimmen. Im Saarland wurden sie ja auch gewählt - und hatten zwei Prozent mehr als die Grünen. Die haben frische, neue und alternative Ideen. Und die wissen, dass das System so nicht funktionieren kann."

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Tobi, 28, Öffentlichkeitsarbeiter, Berlin: "Die machen wirklich den Mund auf. Was die Piraten sagen, entspricht der Wahrheit. Das sind nicht nur leere Versprechungen. Weil Sie eine moderne Partei sind."

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Martin Gobin, 22, Student, Berlin: "Ich würde die Piraten wählen, weil sie gegen Internetsperren sind. Ich will meine Freiheit im Internet haben."

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?