Wirt werden: Sechs Schritte zur eigenen Kneipe - DER SPIEGEL
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Wirt werden Sechs Schritte zur eigenen Kneipe

Als Plan B haben viele Menschen im Kopf: Wenn's im Job nicht rund läuft, kann ich immer noch eine Kneipe aufmachen - Wirt werden, wird schon werden. Was braucht es, damit die Gründung wirklich gelingt? Wer diese sechs Schritte geht, hat alle Chancen.
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Na, denn Prost: Mal ehrlich, die meisten Menschen, die ihr Job gerade nervt, tragen den Gedanken in ihrem Hinterkopf: Wenn alle Stricke reißen, mach ich eben eine Kneipe auf. So schwer kann das doch nicht sein. Von wegen. Hier gilt Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Mehr... 

Foto: Tobias Felber/ picture alliance / dpa
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Schritt 1: Kann ich das überhaupt?
Gern arbeiten Sie 80 Stunden die Woche, auch abends und am Wochenende? Sie sind körperlich fit, haben nicht nur mehrere Jahre als Koch oder Kellner gearbeitet, sondern auch genug Ahnung von Finanzplanung, Buchhaltung, rechtlichen Vorgaben, steuerlichen Dingen, Personalführung und Marketing? Bei ehrlicher Selbsteinschätzung - können Sie das alles wirklich, wirklich? Na dann: Weiter zu Schritt 2.

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Schritt 2: Businessplan
In Ihrem Businessplan beschreiben Sie zunächst genau, was für ein Lokal Sie eröffnen wollen. Darin erörtern Sie auch, warum die Welt genau Ihren Laden braucht, welche Wettbewerber es an Ihrem geplanten Standort gibt, wie Ihr Marketingkonzept aussieht - und wie Sie gedenken, das Lokal über Wasser zu halten. Heißt: Vorschau von Umsatz und Kosten für etwa drei Jahre. Wollen Sie einen Kredit von einer Bank, kommen Sie um den Businessplan nicht herum.

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Schritt 3: Das Geld
Am besten besitzen Sie oder Ihr Geschäftspartner bereits Geld. Denn Gastronomen in spe haben es schwer, Kredite zu bekommen. Brauchen Sie aber einen, informieren Sie sich über spezielle Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa die der nationalen Förderbank KfW. Kalkulieren Sie dabei auch genügend Rücklagen für die Anfangszeit ein. Sie sollten notfalls die ersten drei Jahre mit geringem Einkommen durchhalten können.

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Schritt 4: Der richtige Ort
Currywurstbuden im Münchner Villenviertel Grünwald oder Molekularküchen in Duisburg-Hochfeld - vielleicht nicht ganz zielgruppengerecht. Bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben, beobachten Sie also genau: Gibt es in der Gegend Geschäfte oder Firmen, könnte es also genug Laufkundschaft geben? Ist meine Idee wirklich etwas für die Menschen hier, könnten sie sich meine Angebote leisten - und würden sie das Lokal überhaupt entdecken?

Foto: Candy Welz/ picture alliance / dpa
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Schritt 5: Personal
Ermitteln Sie zunächst, wie viele Köche, Kellner oder Küchenhilfen Sie zu welchen Zeiten brauchen. Personal ist meist der größte Kostenpunkt, darum gilt es, exakt zu planen. Um verlässliche Angestellte zu finden, brauchen Sie vor allem ein gutes Netzwerk. Am besten also: Rufen Sie all Ihre Bekannten aus der Gastronomie an, ob irgendwer irgendwen empfehlen kann.

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Schritt 6: Los geht's
Alles da? Dann planen Sie den Eröffnungstag sorgfältig. Und bewerben Sie ihn gut: Facebook-Seite basteln, lokale Zeitungen informieren, Familie und Freunde akquirieren. Versuchen Sie, besonders letztere nicht zu vergraulen - kostenlose Arbeitskräfte werden Sie auch noch die nächsten Jahre brauchen.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?