Wirtschaftskrise Frankreich im Aufruhr
Der Sprecher der französischen Sozialisten (PS), Benoît Hamon (links) und Gérard Goujon, Präsident der Verpackungsfirma PRP-Création. Die Familienfirma leidet schwer unter der Krise: "Das können wir ein, zwei Monate aushalten", sagt Goujon, "aber irgendwann ist Schluss - dann folgen Teilzeit und Entlassungen."
Hamon ist beeindruckt von den Sorgen des Firmenschefs. Nach dem Besuch fordert er aber auch Verständnis für die Arbeitnehmer. "Oft bleibt den Arbeitern und Angestellten nicht mehr, als über den Preis ihrer Entlassung zu verhandeln - da verwundert es nicht, dass die Männer und Frauen zu Mitteln greifen, die selten geworden sind." Landesweit kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Geiselnahmen von Firmenbossen, die Personalabbau planten.
PS-Sprecher Hamon auf einem Marktplatz. Seine Botschaft: "Sarkozy ist auf der ganzen Linie gescheitert - ob Kaufkraft, Arbeitsplätze, Defizit und sogar der Kampf gegen Kriminalität - der Präsident hat keines seiner Versprechen gehalten."
Proteste zum 1. Mai in Paris: Zum ersten Mal haben die französischen Gewerkschaften und die Opposition geschlossen zu den Kundgebungen aufgerufen. Und noch nie sind so viele Franzosen dem Aufruf gefolgt. Manch ein Politiker fühlt sich an revolutionäre Zeiten erinnert angesichts der Wut vieler Beschäftigter über die Folgen der Wirtschaftskrise.