Wladimir Putin Russischer Präsident zeigt seine weiche Seite
Was hier entschlossen und staatsmännisch aussieht, ist nah dran an Wladimir Putins emotionalem Moment: Beim Empfang seines mongolischen Amtskollegen Tsakhiagiin Elbegdorj am 3. September kann sich der russische Präsident nicht zurückhalten - und weint, als die russische Nationalhymne erklingt.
Das russische Staatsfernsehen berichtete zwar groß über Putins Sieben-Punkte-Plan für die Ostukraine, den er während seines Besuchs in der Mongolei vorstellte. Bilder des weinenden Staatsoberhaupts aber zeigte es nicht. Schließlich ist das russische TV-Publikum gewohnt, seinen Präsidenten in Macho-Posen zu sehen.
Zum Beispiel, wenn Wladimir Putin einen Zwischenstopp am Polarkreis einlegt, um eine vom Aussterben bedrohte Kranich-Art zu retten.
Im September 2012 schwang er sich in den Sitz eines Ultraleichtfliegers. Ganz "nebenbei" entstanden neue Bilder des selbst ernannten Naturburschen Putin, die seine PR-Abteilung fleißig verbreitet.
Putins Ausflüge in die russische Wildnis sind legendär - ebenso wie die Bilder, die bei den Trips entstehen. Wann immer der Politiker sein Image aufpolieren will, greift er auf die altbekannten Macho-Posen zurück: Im Nordmeer half er 2010 bei einem Forschungsprojekt über Wale.
Per Armbrust sollte er einen Pfeil auf einen Grauwal schießen, um dem Tier Hautproben entnehmen zu können. Bei unruhiger See brauchte Putin vier Versuche, um einen Treffer zu landen.
Im August 2010 fischte der Premier zwei beschädigte Amphoren aus dem Asowschen Meer, mehr als 1100 Kilometer südlich von Moskau. Dass die Bruchstücke dort offensichtlich für den Politiker platziert wurden, räumte sein Sprecher später ein - und amüsierte sich über die Leichtgläubigkeit seiner Zeitgenossen.
Es waren bei Weitem nicht die einzigen Outdoor-Bilder Putins aus dem Sommer 2010. Nur zwei Wochen nach der Amphoren-Affäre besuchte er ein Naturschutzgebiet in Kamtschatka. Unerschrocken steuerte Putin das Boot dicht an Bären vorbei.
So auch während der Waldbrände 2010 südöstlich von Moskau, als der Regierungschef persönlich ein Löschflugzeug steuerte.
Putin, wie er sich am liebsten sieht: als harter Naturbursche. Hier auf einem Baum im sibirischen Sommer 2009.
Im August 2007 ging Putin mit Prinz Albert II. von Monaco in der Nähe der mongolischen Grenze fischen. Mit Erfolg - wie diese Aufnahme zeigt.
Ein paar Tage später ließ er sich noch einmal allein ablichten. Es entstanden seine wohl bekanntesten Naturbilder. Putin oben ohne beim Angeln und...
...mit großem Gewehr auf der Jagd.
Die Bilder mit nacktem Oberkörper kamen offenbar so gut an, dass er zwei Jahre später, im August 2009, erneut nach Sibirien reiste - und oben ohne auf einem Pferd posierte.
Selbst vor den Tiefen des Baikalsees schreckte Putin nicht zurück. Im August 2009 tauchte er in einem Mini-U-Boot ab.
Immer gut kommt auch wildes Getier: Mit einem Betäubungspfeil setzte Putin 2008 einen Tiger außer Gefecht, sodass dem Tier ein Peilsender zu Forschungszwecken angelegt werden konnte.
Mit dem gleichen Auftrag - und Erfolg - ging Putin im April 2010 weit im Norden Russlands auf Eisbärpirsch.
Meistens hart, manchmal zart: Nicht immer gibt Putin bei seinen Aktionen den Macho. Manchmal - wenn auch selten - zeigt er sich ganz weich. So wie hier im Juni 2010, als er einem kleinen Elch die Flasche gibt. Oder eben weinend beim Staatsempfang.