Powerranking aller WM-Teilnehmer Vier Top-Teams - und den Titel holt...
Platz 32: Saudi-Arabien:
Wer erinnert sich nicht an den höchsten WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft? 2002 gewann das DFB-Team 8:0 gegen Saudi-Arabien. Die Grünen Falken konnten sich nach zwölfjähriger Pause nun wieder für eine WM qualifizieren. Beim Trainer gab es trotzdem viel Bewegung, innerhalb weniger Monate folgte der Spanier Juan Antonio Pizzi auf Bert van Marwijk und Edgardo Bauza. In Riad hat internationale Erfahrung auf der Trainerbank Tradition, die dem Team trotz dreier Spanien-Legionäre abgeht. Saudi-Arabien ist das Schlusslicht der SPON-Rangliste.
Platz 31: Panama:
Wer in der WM-Qualifikation die USA hinter sich lässt, sollte seine Qualität unter Beweis gestellt haben. Allerdings lag es eher an den Schwächen der US-Amerikaner, außerdem gewann die Marea Roja das entscheidende Gruppenspiel auch dank eines Phantomtors, das nicht hätte zählen dürfen. Nun ist Panama erstmals bei einer Weltmeisterschaft dabei, in der Gruppe G mit England, Belgien und Tunesien wird es für eine der ältesten Mannschaften im Turnier um Abwehrspieler Ramon Torres (Foto r.) nur darum gehen, hohe Niederlagen zu vermeiden.
Platz 30: Australien:
Die Socceroos wollen nach 2006 wieder ins WM-Achtelfinale einziehen. Wie damals mit Guus Hiddink soll das mit einem niederländischen Trainer gelingen: Bert van Marwijk ist der größte Star dieser Mannschaft. Australien qualifizierte sich erst in den Playoffs gegen Syrien und Honduras für die WM - gegen Syrien rettete Altmeister Tim Cahill (Foto) sein Team mit zwei Toren. Cahill steht im WM-Kader und wird so zum Symbol der fehlenden Entwicklung im australischen Fußball. In der Gruppe C geht es gegen Peru um den vorletzten Platz.
Platz 29: Ägypten:
Erst zum dritten Mal hat sich die ägyptische Nationalmannschaft unter dem erfahrenen Trainer Héctor Cúper für eine WM-Endrunde qualifiziert. In der Gruppe A mit Uruguay, Russland und Saudi-Arabien war sogar das Achtelfinale denkbar, doch dann verletzte sich der größte Star im ägyptischen Fußball: Mohamed Salah. Der Druck eines fußballverrückten Volks lastet auf seiner maladen Schulter. Auch wenn Salah tatsächlich spielen kann, wird er nach dreiwöchiger Pause nicht in der Lage sein, dieses unterdurchschnittliche Team in die K.-o.-Runde zu führen.
Platz 28: Südkorea:
Was Salah für Ägypten ist, ist Son Heung-Min für Südkorea. Der Stürmer von Tottenham steht deutlich über dem Rest des Teams, Son muss in Russland viel Verantwortung übernehmen und Tore erzielen. Trainer Shin Tae-Yong hat einige Legionäre nominiert, aus der Bundesliga ist Koo Ja-cheol (FC Augsburg) dabei. Der häufig verletzte Mittelfeldspieler soll Son mit Vorlagen füttern. Der Kader ist insgesamt aber zu schwach, um in der Gruppe F mit Deutschland, Mexiko und Schweden erfolgreich bestehen zu können.
Platz 27: Tunesien:
Die Adler von Kathargo haben sich überraschend zum fünften Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert - denn selbst in Afrika gehört das Team von Trainer Nabil Maaloul seit Jahren nicht mehr zur Spitze. Der Kader ist eine Mischung aus Frankreich-Legionären und Spielern aus der tunesischen sowie der saudi-arabischen Liga. Star der Mannschaft ist Wahbi Khazri (Foto M.), der von Sunderland zu Stade Rennes verliehen ist und dort neun Saisontore erzielen konnte. Tunesien streitet sich mit Panama um den dritten Platz in der Gruppe G.
Platz 26: Iran:
Wer als bestes asiatisches Team ohne Niederlage in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft reist, sollte eigentlich gute Aussichten auf die K.-o.-Runde haben. Doch in der Gruppe B mit Spanien, Portugal und dem weiteren Außenseiter Marokko ist der zweite WM-Sieg in der Historie der iranischen Nationalmannschaft kaum denkbar. Trainer Carlos Queiroz hat eine defensivstarke Elf geformt, die in Russland an ihre Grenzen stoßen wird.
Platz 25: Peru:
Wie wenig Aussagekraft die Fifa-Weltrangliste hat, zeigt das Beispiel Peru auf Platz elf. Sicher, das Team von Trainer Ricardo Gareca ist seit 13 Spielen ungeschlagen, doch die dahinter platzierten Teams aus England, Mexiko, Kolumbien oder Uruguay sind deutlich stärker einzuschätzen. Top-Stürmer Paolo Guerrero (Foto) wird nun doch spielen, doch das allein wird nicht reichen. La Blanquirroja setzen auf Ballbesitz und ein gepflegtes Kurzpassspiel, das wird in der Gruppe C gegen Dänemark und Frankreich jedoch nicht zum Weiterkommen reichen.
Platz 24: Japan:
Seit der WM 1998 in Frankreich gehört Japan zu den Dauergästen bei Weltmeisterschaften. Zweimal erreichten die Samurai Blue seitdem das Achtelfinale, das wird ihnen in Russland in der ausgeglichenen Gruppe H nicht gelingen. Gegen Kolumbien, Senegal und Polen wird Japan stets Außenseiter sein. Trainer Akira Nishino fehlt der Nachwuchs und die vielen Deutschland-Legionäre (Foto: Genki Haraguchi) sind nur selten Schlüssel- oder gar Führungsspieler in ihren Vereinen.
Platz 23: Russland:
Trainer Stanislaw Tschertschessow will nicht zurückschauen. Eine russische Nationalmannschaft überstand seit 1994 bei drei Versuchen noch nie eine WM-Vorrunde. Auch über die Doping-Vergangenheit in der Sbornaja möchte Tschertschessow nicht sprechen. Er will beim Heimturnier ins Achtelfinale. Die Probleme im russischen Fußball kann der ehemalige Torhüter von Dynamo Dresden aber nicht totschweigen. Es fehlt an Talenten, die Liga ist zweitklassig und wegen der Finanzkraft der Top-Klubs geht kein Nationalspieler ins Ausland. Das Achtelfinale ist in der schwachen Gruppe A machbar, dann ist für den WM-Gastgeber aber Schluss.
Platz 22: Serbien:
Die serbische U20-Nationalmannschaft gewann 2015 den WM-Titel. Was ein Fingerzeig für die Zukunft sein sollte, wurde von Ex-Nationaltrainer Slavoljub Muslin lange ignoriert. Vor allem deshalb wurde Muslin nach der erfolgreichen Qualifikation für Russland mit Erfolgen gegen Irland, Wales und Österreich beurlaubt. Nachfolger Mladen Krstajic integrierte Sergej Milinkovic-Savic von Lazio und einige andere Talente in seinen Kader. Auf lange Sicht werden die Weißen Adler davon profitieren, bei der WM 2018 ereilt Serbien in der Gruppe E aber das frühe Aus.
Platz 21: Island:
Was war das für eine von so vielen Fußballromantikern goutierte Erfolgsstory bei der Europameisterschaft 2016. Der große Underdog mit gerade mal 350.000 Einwohnern zog, begleitet von frenetischen "Huh"-Rufen der Fans, bei der ersten Teilnahme ins EM-Viertelfinale ein. Das Märchen ging weiter, als Quali-Gruppensieger folgt nun die erste Weltmeisterschaft. In der Gruppe D wird Island den Gegnern aus Argentinien, Kroatien und Nigeria wieder Probleme bereiten, aber der Überraschungseffekt ist dahin. Island scheidet aus.
Platz 20: Marokko:
Ein Mittelfeld mit dem Schalker Amine Harit, dem Ex-Schalker Younes Belhanda, Hakim Ziyech (Ajax) und dem einst als Top-Talent gehandelten Nordin Amrabat klingt spielstark. Dabei ist die Stärke der Löwen vom Atlas die Abwehr mit Kapitän Medhi Benatia, das Team von Trainer Hervé Renard kassierte in der letzten Qualifikationsrunde in sechs Spielen kein Gegentor. Marokko ist erstmals seit 20 Jahren wieder bei einer WM - trotz der Defensivstärke sind Spanien und Portugal in der Gruppe B deutlich besser einzuschätzen.
Platz 19: Costa Rica:
Eine der großen Überraschungen der WM 2014 in Brasilien fährt mit hohen Erwartungen nach Russland. Wer vor vier Jahren in der Gruppenphase Italien und England hinter sich gelassen hat, sollte in der Gruppe E doch mit Serbien und der Schweiz keine Probleme bekommen. Trainer Óscar Ramírez lässt sehr defensiven Fußball spielen, was dem spielstarken Bryan Ruíz (Foto M.) den Stammplatz kosten könnte. Der älteste Kader der WM kann den genannten Teams Probleme bereiten, für das Achtelfinale wird es aber nicht reichen.
Platz 18: Schweden:
Ist die Blågult ohne Zlatan Ibrahimovic nun besser oder schlechter geworden? In der Qualifikation ließ das Team von Trainer Janne Andersson zunächst die Niederlande hinter sich und schaltete in den Playoffs Italien aus - für die Spieler ist die Sache deshalb klar: Schweden ist schwerer auszurechnen und lebt von mannschaftlicher Geschlossenheit. Die vergangenen Spiele haben aber auch gezeigt, dass die Stürmer Marcus Berg, Ola Toivonen, Isaac Thelin und John Guidetti zu wenige Tore erzielen. Schweden wird in der Gruppe F nur Dritter.
Platz 17: Schweiz:
Ein möglicher Achtelfinalgegner der deutschen Nationalmannschaft trifft in der Gruppe E auf Brasilien, Costa Rica und Serbien. Im Kader von Trainer Vladimir Petkovic befinden sich nur wenige Spieler, die keine Bundesliga-Erfahrung haben. Star der Mannschaft ist Granit Xhaka vom FC Arsenal, der aber Teile der Vorbereitung wegen einer Knieprellung auslassen musste. Wichtig wird sein, wie der Schweizer Sturm mit den zuletzt selten erfolgreichen Haris Seferovic und Breel Embolo (Foto) funktionieren wird.
Platz 16: Senegal:
Die Löwen von Teranga stellen eine der interessantesten Mannschaften der WM. Liverpools Sadio Mané (Foto, rechts) ist der absolute Top-Star, doch dahinter ist das Team mit Kalidou Koulibaly (Napoli), Evertons Idrissa Gueye oder Keita Baldé aus Monaco sehr ausgeglichen besetzt. Bis auf Torhüter Khadim N'Diaye sind alle Spieler im europäischen Ausland aktiv. Ob es wie 2002 bei der bisher einzigen WM-Teilnahme wieder bis ins Viertelfinale geht, muss trotzdem bezweifelt werden. In der Gruppe H sind Polen und Kolumbien stärker einzuschätzen.
Platz 15: Nigeria:
Dreimal standen die Super Eagles bei einer Weltmeisterschaft im Achtelfinale, dieses Ziel hat Trainer Gernot Rohr auch für das Turnier in Russland ausgegeben. Wer in der SPON-Rangliste auf dem 15. Platz steht, sollte das auch schaffen können. In der ausgeglichenen Gruppe D mit Argentinien, Island und Kroatien bleiben aber zwei ambitionierte Teams auf der Strecke. Gegen die derzeit beste afrikanische Mannschaft spricht die Schwäche der Torhüter, die unerfahrene Abwehr und der Wechsel von Kapitän John Obi Mikel in die zweitklassige chinesische Liga.
Platz 14: Polen:
Als Robert Lewandowski im Trainingslager der polnischen Mannschaft nach einem möglichen Weggang vom FC Bayern gefragt wurde, antwortete er ganz im Sinne von Nationaltrainer Adam Nawalka: "Die WM steht im Vordergrund." Nawalka weiß um die Wichtigkeit seines Stürmers, Polen kann nur mit Lewandowski in Bestform erfolgreich sein. Bei der achten WM-Teilnahme treffen die Weiß-Roten in der Gruppe H auf Japan, Senegal und Kolumbien - im Achtelfinale ist für Polen spätestens Schluss.
Platz 13: Dänemark:
In der WM-Qualifikation landete Dänemark hinter Polen auf dem zweiten Platz und konnte sich erst in den Playoffs gegen Irland durchsetzen. In der SPON-Rangliste liegt Danish Dynamite aber vor Polen - wie kann das sein? Mit Christian Eriksen (Foto) hat das Team wie Polen mit Lewandowski auch einen Leader, der deutlich über seinen Teamkollegen steht. Der Kader der Dänen ist im Vergleich etwas ausgeglichener, auch dank der aus der Bundesliga bekannten Andreas Christensen (früher Gladbach), Simon Kjaer (früher Wolfsburg) oder des Neu-Dortmunders Thomas Delaney.
Platz 12: Kroatien:
In der Gruppe D ist auf den ersten Blick nur schwer auszumachen, wer hinter Argentinien den Weg ins Achtelfinale schafft. Am Ende wird aber die internationale Erfahrung der kroatischen Offensivspieler den Ausschlag geben. Luka Modric (Foto) ist Champions-League-Sieger, Ivan Rakitic gehört beim FC Barcelona zu den Leistungsträgern, und im Angriff kann Trainer Zlatko Dalic aus sechs fast gleichwertigen Stürmern auswählen. Wer in der Abwehr aber immer noch auf Domagoj Vida und Vedran Corluka setzt, kommt nicht über das Achtelfinale hinaus.
Platz 11: Mexiko:
Es gibt nur vier Nationen, die häufiger als Mexiko bei Weltmeisterschaften vertreten waren: Brasilien, Deutschland, Argentinien und Italien. Der deutsche Gruppengegner hat seit 1994 bei allen WM-Turnieren das Achtelfinale erreicht. El Tri stellte stets eine erfahrene Truppe, die sehr gut auf Ergebnisse spielen konnte. So wird das auch in Russland sein. Nach der Auftaktpartie gegen die DFB-Elf holt das Team des umstrittenen Trainers Juan Carlos Osorio gegen Südkorea und Schweden die nötigen Punkte.
Platz 10: Kolumbien:
Wie spielstark die Offensive der Cafeteros um Bayern-Star James Rodríguez (Foto) sein kann, hat Frankreich in einem Testspiel im vergangenen März erfahren müssen, als Kolumbien im Stade de France 3:2 gewann. Neben James bringen auch Juan Cuadrado, Falcao oder Luis Muriel viel internationale Erfahrung mit. Für die talentierten Innenverteidiger Davinson Sánchez (Tottenham) und Yerry Mina (FC Barcelona) könnten WM-Spiele gegen Top-Nationen dagegen noch zu früh kommen. Kolumbien ist aber wie 2014 ein Kandidat für das Viertelfinale.
Platz 9: Portugal:
Niemand sollte den Fehler begehen und die Seleção das Quinas Tugas zu unterschätzen. Ja, Portugal fehlt immer noch ein Weltklasse-Torwart. Ja, Portugal hat mit Bruno Alves, Pepe und José Fonte drei in die Jahre gekommene Innenverteidiger. Und ja, Portugals Spiel ist in der Offensive sehr auf Cristiano Ronaldo zugeschnitten. Aber die EM 2016 hat gezeigt, wie Trainer Fernando Santos aus dieser Mannschaft eine disziplinierte Einheit geformt hat. Sollte Ronaldo erstmals bei einer WM seine Top-Form erreichen, kann Portugal weit kommen. Für den Titel wird es aber nicht reichen.
Platz 8: Uruguay:
Vier Schlüsselpositionen in der zu erwartenden Startelf der Celeste sind mit Weltklasse-Spielern besetzt. Im Angriff setzt der älteste Trainer dieser WM, Óscar Tabárez, auf Edinson Cavani (PSG) und Luis Suárez (FC Barcelona), in der Innenverteidigung spielen die beiden Atlético-Recken Diego Godín und José Giménez. Das Quartett macht Uruguay zum Favoriten in der leichten Gruppe A, doch im Achtelfinale wird es vermutlich gegen Spanien oder Portugal ungleich schwerer.
Platz 7: Belgien:
Willkommen im Kreis der Mitfavoriten. Zum dritten Mal in Folge wird Belgien als "geheimer" Titelkandidat bei einem großen Turnier gehandelt. Mehr als das Viertelfinale war für die Roten Teufel 2014 und bei der EM 2016 aber nicht drin. Trainer Marc Wilmots musste auch deshalb gehen, aber wird es mit dem Spanier Roberto Martínez (Foto, links) besser? Der Kader ist gespickt mit Weltklasse-Spielern, doch wir haben Zweifel, ob Martínez daraus eine Mannschaft mit Siegermentalität formen kann. Sollte es in der Gruppe G nur zu Platz zwei reichen, droht im Achtelfinale ein starker Gegner.
Platz 6: England:
Belgiens Konkurrent um den Gruppensieg ist ähnlich talentiert, doch bei den Three Lions ist Trainer Gareth Southgate ebenfalls ein Faktor für Zweifel am ganz großen Wurf. Außerdem benötigt der junge Kader um Kapitän Harry Kane womöglich noch zwei weitere Jahre Erfahrung, um nach 1966 wirklich mal wieder um einen großen Titel mitzuspielen. Die Erfolge der Junioren-Nationalmannschaften im vergangenen Jahr zeigen aber, dass die Klubs in der Premier League mittlerweile vieles richtig machen. Die Zukunft gehört England.
Platz 5: Argentinien:
Die Liste der Mitfavoriten in der SPON-Rangliste, deren Potenzial jedoch nicht an die folgenden vier Mannschaften heranreicht, komplettiert Argentinien. Trainer Jorge Sampaoli schickt eines der im Schnitt ältesten Teams (29,2 Jahre) nach Russland, das in der Offensive mit Lionel Messi (Foto), Gonzalo Higuaín, Paulo Dybala und Ángel Di María exzellent besetzt ist. Dagegen fällt die Defensive ohne den verletzten Torwart Sergio Romero und mit Problemen auf den Außenbahnen deutlich ab. Zudem muss die Albiceleste in der Gruppe D mit Kroatien, Nigeria und Island früh an die Leistungsgrenze gehen.
Platz 4: Brasilien:
Vier Teams spielen in Russland um den Titel, am Ende dürften Nuancen über den Erfolg entscheiden. Nach dem 1:7-Halbfinal-Trauma bei der Heim-WM 2014 hat Trainer Tite (gesprochen: Tschitschi) die Seleção wieder in die Weltspitze geführt. Der brasilianische Kader hat kaum Schwächen, hier sind nach der Verletzung von Dani Alves am ehesten die Position des Rechtsverteidigers und das zentrale Mittelfeld zu nennen. Superstar Neymar (Foto l.) hat gerade erst eine langwierige Verletzung auskuriert, hinter seiner Form steht ein Fragezeichen.
Platz 3: Deutschland:
Das DFB-Team gehört zu den vier Top-Favoriten, die stärkste Mannschaft der WM stellt Deutschland jedoch nicht. Bundestrainer Joachim Löw hat den Umbruch erfolgreich eingeleitet, auch wenn in der Startelf vermutlich bis zu sieben Weltmeister stehen werden. Probleme drohen bei den Außenverteidigern, der Leistungsfähigkeit von Manuel Neuer und der Form von Taktgeber Mesut Özil. In der Gruppe F wird es keinerlei Probleme geben, im Achtelfinale gegen Costa Rica, die Schweiz oder Serbien auch nicht. Ab dem Viertelfinale geht die WM dann richtig los.
Platz 2: Spanien:
Unter Ex-Trainer Julen Lopetegui war die Furia Roja in den vergangenen 20 Spielen ungeschlagen. Nun übernimmt jedoch Fernando Hierro. Herzstück der spanischen Mannschaft ist das Mittelfeld mit Bayerns Thiago, Sergio Busquets und Andrés Iniesta (Foto), der mit einem Pass immer noch ganze Abwehrreihen aushebeln kann. Echte Schwächen sind in Spaniens Kader nicht auszumachen. Am ehesten noch im Angriff, wo Diego Costa, der überraschend nominierte Lucas Vázquez oder Marco Asensio nicht mit grenzenlosem Selbstvertrauen in die WM gehen.
Platz 1: Frankreich:
Es geht eng zu zwischen den vier Top-Favoriten. Den besten Kader hat aber die Equipe Tricolore zur Verfügung. Wer wie Trainer Didier Deschamps auf Karim Benzema, Alexandre Lacazette, Anthony Martial, Adrien Rabiot oder Dimitri Payet verzichten kann, ist gesegnet. Auch den verletzungsbedingten Ausfall von Innenverteidiger Laurent Koscielny kann Deschamps kompensieren. Die Offensive um Top-Stürmer Antoine Griezmann gibt den Ausschlag: Frankreich wird Weltmeister.