Fußballweltmeisterschaften Tragische WM-Helden
Paul Gascoigne gehört zweifellos zu den Pechvögeln der englischen WM-Geschichte. Nachdem er 1990 als einer der besten Mittelfeldspieler der Endrunde maßgeblich zum Halbfinaleinzug Englands beigetragen hatte, wurde ihm im Spiel gegen Deutschland ein Foul an Thomas Berthold zum Verhängnis. Gascoigne, Spitzname "Gazza", erhielt seine zweite Gelbe Karte im Turnier und war so für das mögliche Finale gesperrt. Da die Enttäuschung und die unterdrückten Tränen es ihm unmöglich machten, im Elfmeterschießen anzutreten, sprang Chris Waddle für ihn ein - und drosch den Ball über die Latte. Deutschland zog ins Finale ein und wurde Weltmeister.
Bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea konnte sich Deutschland nahezu immer auf seinen Torhüter verlassen. Oliver Kahn hielt die deutsche Nationalmannschaft sensationell im Turnier und erlaubte sich auf dem Weg ins Finale keinen einzigen Fehler. Im Endspiel jedoch konnte der Brasilianer Ronaldo Kahn nach einem Towartpatzer überwinden und schoss seine Mannschaft mit zwei Toren zum Titel. Der "Titan" wurde als erster Torhüter überhaupt bei einer WM-Endrunde zum besten Spieler des Turniers gewählt.
Für Italien war Roberto Baggio 1994 Held und tragische Figur zugleich. Er traf im Achtel-, Viertel- und Halbfinale insgesamt fünf Mal und sicherte der italienischen Nationalelf den Einzug ins Finale, wo das Duell gegen Brasilien wartete. Nachdem auch in der Verlängerung kein Tor zwischen beiden Mannschaften gefallen war, ging es ins Elfmeterschießen. Baggio trat als letzter italienischer Schütze an, scheiterte und verhalf so der Seleção zum vierten WM-Titel.
Weltmeisterschaften sind für Wayne Rooney wahrlich nicht gut gelaufen. 2006 flog der Engländer im Viertelfinale gegen Portugal mit einer Roten Karte vom Platz, 2010 schickte ihn die deutsche DFB-Elf nach dem Achtelfinale nach Hause und 2014 mussten die "Three Lions" bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Dem Stürmer Rooney gelang dabei in elf Weltmeisterschaftsspielen ein einziges Tor.
Das niederländische Team um Johan Cruyff 1974 war ohne Zweifel eine der besten Nationalmannschaften der WM-Geschichte. Mit ihrem "totalen Fußball" marschierten sie ohne größere Probleme durchs Turnier und standen schließlich der deutschen Nationalelf um Franz Beckenbauer im Finale gegenüber, welches sie trotz einer 1:0-Führung unglücklich 1:2 verloren - Hollands Träume vom WM-Titel waren geplatzt. 1978 und 2010 unterlagen die Niederlande erneut in WM-Endspielen.