WM-Vorrunde: Die Gewinner - DER SPIEGEL
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WM-Vorrunde Die Gewinner

Hier sind die Tops der WM-Vorrunde - unter anderem mit den vier Gewinnern in der deutschen Nationalmannschaft - und dem ebenso umstrittenen wie glücklichen, weil reichen Fußball-Weltverband.
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Neymar
Wenn man erst 22 Jahre alt und die Hoffnung eines fußballverrückten Landes mit mehr als 200 Millionen Einwohner ist, kann man an solch einer Erwartungshaltung schon mal zerbrechen. Brasiliens Superstar Neymar spielt und trifft jedoch, als gäbe es diesen Druck gar nicht. Zwei Tore beim 3:1-Auftaktsieg gegen Kroatien, zwei Treffer beim 4:1-Erfolg gegen Kamerun - Neymar hatte entscheidenden Anteil am Weiterkommen des Gastgebers.

Foto: PEDRO UGARTE/ AFP
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Schiedsrichterspray
9,15 Meter muss bei einem Freistoß der Mindestabstand zwischen Schütze und Mauer sein. Dass dieser gerne mal auf sechs bis sieben Meter schrumpft, kann man in fast jedem Bundesligaspiel beobachten. Gut, dass es das bei der WM nicht gibt. Einmal eine Linie auf den Rasen gesprüht, und schon gibt es keine Diskussionen mehr, ob sich die Mauer heranschummelt. Und so viel Zeit wie befürchtet, kostet das Sprayen der Linie auch nicht.

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP
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Benedikt Höwedes
Der Schalker galt noch in der WM-Vorbereitung in Südtirol als möglicher Streichkandidat. Dass er einer von den beiden DFB-Unglücksraben war, die dort im Unfallauto eines Sponsors saßen, passte ins Bild. Und jetzt ist Höwedes so etwas wie Stammspieler, hat alle Vorrundenpartien von Beginn an absolviert - und das auf der linken Abwehrseite, ein Job, den Höwedes auch im Verein so gut wie nie ausübt. Dazu profilierte er sich gegen Ghana als Vorlagengeber für Miroslav Kloses Rekordtor. Dass er gleichzeitig seine originären Abwehraufgaben gegen die Afrikaner nur mittelmäßig erfolgreich ausübte, könnte allerdings dazu führen, dass er in der zweiten Turnierhälfte nicht mehr in dieser Rubrik auftaucht.

Foto: FRANCOIS XAVIER MARIT/ AFP
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Mario Götze
Er ist nicht der Liebling des deutschen Fußballvolkes, stattdessen eher ein Prototyp des Jungprofis, aber Fußballspielen, das kann Götze wie nur wenige. All den Zweiflern an seiner Person, an seinen Qualitäten konnte es der Münchner gleich im ersten Spiel gegen Portugal zeigen. Nach zehn Minuten holte er den Elfmeter heraus, der zum 1:0 für Deutschland führte. Er sorgte in der Sturmspitze dafür, dass die portugiesische Innenverteidigung erst die Lust, und dann die Selbstbeherrschung verlor. Götze hat das Vertrauen des Bundestrainers bereits gerechtfertigt. Gegen Ghana wurde er von der Fifa und einem Sponsor zum „Man of the Match“ gewählt. Zumindest die Fifa wird wissen, warum.

Foto: Laurence Griffiths/ Getty Images
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Thomas Müller
Was soll man zu Thomas Müller noch sagen? Der Münchner ist nach der Auftaktpartie mit allem bedacht worden, was der Journalismus an Etiketten so hergibt: Teufelskerl, Knipser, abgezockt, Mister Cool, Heißläufer, Turnierspezialist. Dreifach traf Müller gegen die Portugiesen, gegen Ghana lief er sich die Seele aus dem Leib und setzte die Ankündigung von Ghanas Kevin-Prince Boateng, diese Partie werde "ein Kampf bis aufs Blut", in die Tat um. Er beendete das Spiel blutüberströmt nach einem Zusammenprall und sieht jetzt aus wie ein Profiboxer. Was seiner Einstellung auf dem Platz relativ nahe kommt. Gegen die USA folgte Tor Nummer vier.

Foto: Andreas Gebert/ dpa
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Miroslav Klose
Gegen Ghana hat er das 15. Tor seiner WM-Karriere gemacht. Mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung. Er hat danach mit seinen 36 Jahren noch einen Salto auf dem Platz vollführt. Na gut, er hat es zumindest versucht. Ein Treffer fehlt Miroslav Klose noch, um Brasiliens Ronaldo in der Statistik hinter sich zu lassen. DFB-Manager Oliver Bierhoff sagt: "Den schießt er bei dieser WM sowieso noch." Und wenn man Klose dafür für einen Elfmeter einwechseln müsste. Wenn man es einem gönnt, dann ihm. Der spätestens seit seinem Tor eine Person der Fußballgeschichte geworden ist.

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP
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Fifa
Aus Sicht von Joseph Blatter läuft diese WM nach Wunsch. Der Fußball, der gezeigt wird, ist weitgehend begeisternd, die Proteste der Bevölkerung, die im Vorfeld des Turniers die Schlagzeilen beherrschten, spielen in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch eine Rolle - obwohl es sie weiterhin gibt. Auch die Fifa und sein Chef zählen deshalb zu den bisherigen Gewinnern. Es ist wie schon vor vier Jahren in Südafrika eine Austragung, die der Fifa-Chef damals maßgeblich durchgedrückt hatte. Seiner erneuten Wahl im kommenden Jahr steht denn auch nur noch wenig im Weg. Der Machtpolitiker Blatter hat aus seiner Sicht wieder einmal alles richtig gemacht. Man darf das durchaus bedauern.

Foto: Clive Rose/ Getty Images
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Costa Rica
Der Rest der Welt habe nicht aufgepasst, sagte Junior Díaz im „Kicker“, und wer will ihm da widersprechen? Costa Rica ist d i e große Überraschung der Vorrunde. Das kleine Land aus Zentralamerika hat rund vier Millionen Einwohner und eine Fußball-Nationalmannschaft, die – wenn sie überhaupt qualifiziert war – bei einer WM bisher immer in der Vorrunde gescheitert war. Und jetzt? Gruppenerster, Achtelfinale. Siege gegen Uruguay (3:1) und Italien (1:0) - niemand hatte Costa Rica so stark eingeschätzt. In der K.o.-Runde geht es nun gegen Griechenland. Es gibt also die berechtigte Hoffnung, dass für den Außenseiter sogar noch mehr geht.

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP
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Arjen Robben
Mit drei Siegen zogen die Niederlande in die K.o.-Runde ein. Überragender Mann bei der „Elftal“ war dreimal Bayern-Star Arjen Robben. Sprints über 50 Meter, Tore, Vorlagen, Zweikämpfe – der 30-Jährige ist in der Form seines Lebens. Seit dem Triple-Triumph 2013 ist Robben ein anderer Fußballer geworden. Er wirkt mit sich im Reinen, weiß, wie gut er sein kann. „Oranje“ hofft, dass er die Leistungen nun bestätigen kann.

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa
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Algerien
Wer hätte vor der WM gedacht, dass sich Algerien in der Gruppe H gegen Russland und Südkorea durchsetzt? Wohl die wenigstens. Aber die „Wüstenfüchse“ spielten aufopferungsvoll und machten ihren Traum vom Achtelfinale wahr. Dort wartet nun die deutsche Mannschaft – und mit der hat sie wegen Gijón 1982 noch eine Rechnung offen. Weil sich Deutschland und Österreich damals auf ein schändliches 1:0 einigten, waren die Algerier ausgeschieden.

Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV/ AFP
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Frankreich Grande Nation? Naja, im Fußball war das einmal, der bisher letzte große Erfolg von Frankreich liegt 14 Jahre zurück. In Brasilien präsentierten sich die einst so zerstrittenenen Franzosen ebenso stark wie homogen. Und das trotz prominenter verletztungsbedingter Ausfälle wie Franck Ribéry. In Abwesenheit des Bayern-Stars führt Karim Benzema (Real Madrid) eine Mannschaft an, die endlich wieder eine Mischung aus Qualität und Teamgeist gefunden zu haben scheint. Souverän die Gruppe gewonnen, im Achtelfinale nun gegen Nigeria. Gibt es das Grande Comeback?

Foto: FRANCK FIFE/ AFP
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Torlinientechnologie
Diskussionen um technische Hilfsmittel im Fußball arten ja häufig in ideologische Redeschlachten aus. Wie sinnvoll der Einsatz der Torlinientechnologie ist, hat das Spiel Frankreich gegen Honduras gezeigt, als der Torwart der Mittelamerikaner, Noel Valladares, einen Schuss von Karim Benzema ins eigene Tor lenkte. Aber: War der Ball tatsächlich mit vollem Umfang hinter der Linie? Das konnte auch die zehnte Zeitlupe nicht zweifelsfrei klären. Die Torlinientechnologie hingegen schon - der Ball war drin.

Foto: FRANCK FIFE/ AFP
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Chile
Ja, das letzte Gruppenspiel gegen die Niederlande haben die Krieger, wie sich die Profis selbst nennen, verloren. An der Stärke der bereits für die K.o-Runde qualifizierten Südamerikaner hatte da aber schon keiner mehr Zweifel. Nach dem 3:1 gegen Australien wurde Titelverteidiger Spanien beim 2:0 gezeigt, mit welchen Qualitäten das Team um Juve-Star Arturo Vidal und Barcelonas Stümer Alexis Sanchez in Brasilien noch weit kommen kann: Lauf- und Einsatzbereitschaft, unbedingter Wille und gute Chancenverwertung. Jetzt geht es ausgerechnet gegen den WM-Gastgeber.

Foto: David Ramos/ Getty Images
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Joker-Tore
Entscheidend ist auffer Bank! 24 Joker-Tore gab es in einer WM-Vorrunde lange nicht mehr. Zum Vergleich: Bei der WM 2010 in Südafrika gab es in allen 64 Partien nur 15 Tore durch Einwechselspieler. In Brasilien jedoch entschieden die Trainer Partien bereits reihenweise von der Bank aus. Herausragend dabei: Belgiens Marc Wilmots und Louis van Gaal (Niederlande) mit jeweils drei eingewechselten Torschützen - so wie hier Memphis Depay.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/ Getty Images
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Luis Suárez
Ist bei dieser Gruppenphase beides. Wurde erst zum großen Gewinner, als er vier Wochen nach einer Knie-Operation Uruguay quasi im Alleingang zum 2:1-Sieg gegen England schoss. Nur dank dieses Erfolgs bekamen die Südamerikaner ihr Achtelfinal-Endspiel gegen Italien - wo Suárez zum großen Verlierer wurde. Die Biss-Attacke gegen Giorgio Chiellini war klar Rot und eines Top-Stars unwürdig und brachte Suárez neun Spiele Sperre.

Foto: Diego Azubel/ dpa
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