WM-Vorrunde: Die Verlierer - DER SPIEGEL
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WM-Vorrunde Die Verlierer

Hier geht es zur den Flops der WM-Vorrunde - vom stürzenden Titelverteidiger Spanien über griechische Minimalisten bis zum Sinnbild für das Aus Japans.
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Shinji Kagawa
Seit zwei Jahren spielt Kagawa nicht mehr bei Borussia Dortmund. Und seitdem hat man das Gefühl, den japanischen Spielmacher nicht mehr wiederzuerkennen. Weder bei seinem neuen Klub Manchester United noch bei der WM konnte Kagawa überzeugen. In Brasilien wurde er nach schwacher Leistung beim Auftakt im zweiten Spiel sogar nur eingewechselt. Das Aus in der Gruppenphase, besiegelt durch das 1:4 gegen Kolumbien, es ist der vorläufige Tiefpunkt für den einst so gefeierten Asiaten.

Foto: AP/ DPA
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Der offizielle WM-Song
Das Turnier wurde gerade erst eröffnet, da hatte es auch schon drei Verlierer. Mindestens. Der offizielle WM-Song von Jennifer Lopez, Rapper Pitbull und der brasilianischen Sängerin Claudia Leitte heißt, die Welt umarmend, "We Are One", was angesichts der Proteste und Spannungen in Brasilien aber fast schon zynisch klingt. In São Paulo hatte das Trio fast schon gerechterweise mit schlechtem Sound zu kämpfen. Und der Song selbst kommt offenbar auch nicht so dolle an. In Deutschland reichte es immerhin noch zu Rang sechs in den Charts, in den USA schaffte es das Machwerk nur auf Platz 59.

Foto: Adam Pretty/ Getty Images
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Spanien
Die offensichtlichste und wohl auch größte Enttäuschung des Turniers? Spanien, klar. 1:5 gegen die Niederlande, 0:2 gegen Chile. Raus in der Gruppenphase, und das als Titelverteidiger. Symbol des Niedergangs: Xavi. Der 34-Jährige blieb wie die meisten seiner Kollegen weit unter seinen Möglichkeiten, spielte nur 90 Minuten. Aus dem Nationalteam werde er nun zurücktreten, es heißt, er wolle seine Karriere in Katar ausklingen lassen. Das ist eine furchtbare Vorstellung angesichts seiner Karriere. Ein Welt- und Europameister, dreifacher Champions-League-Sieger und siebenfacher spanischer Meister verdient einen würdigeren Abgang.

Foto: LLUIS GENE/ AFP
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England
Vor der WM hatte Wayne Rooney einen bedeutenden Satz gesagt: "Ich glaube, dass ich diesmal zeigen muss, was ich kann, und ich glaube, ich bin in der bestmöglichen Verfassung dafür." Über die Verfassung des Angreifers von Manchester United konnte sich dann jeder Zuschauer während der WM ein Bild machen. Genauer: in den ersten beiden Gruppenspielen. Dann war für England Schluss. Rooney konnte den großen Worten keine Taten folgen lassen, immerhin gelang ihm gegen Uruguay das erste WM-Tor seiner Karriere.

Foto: DAMIR SAGOLJ/ REUTERS
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Klima-Apokalyptiker
Nein, Fußballspielen mit hohem Tempo - so etwas sei in Brasilien unmöglich, stattdessen müsse man sich darauf einstellen, dass den Profis nach spätestens 60 Minuten die Puste ausgehe. Denen aus Europa allemal. Das war vor dem Turnier der Standard der Klima-Apokalyptiker. Und jetzt? Die Niederländer pulverisierten Spanien in der zweiten Hälfte mit atemberaubendem Tempofußball, es geht in den meisten Spielen hin und her, der Atem bleibt höchstens den Zuschauern weg, wenn wieder einmal Angriff auf Angriff aufs Tor gefahren wird. Es könnte daran liegen, dass das mit der tropischen Hitze im Winter in Brasilien gar nicht so schlimm ist. Aber das konnte ja vorher wirklich keiner wissen.

Foto: Ian Walton/ Getty Images
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Afrikas Top-Teams
Zunächst das Positive: Nigeria und Algerien erreichten die K.-o.-Phase und übertrafen damit die Erwartungen. Das lässt sich nicht von der Elfenbeinküste und Ghana, den vermeintlich besten afrikanischen Mannschaften bei der WM behaupten. Die „goldene Generation“ der Ivorer ließ sich das Achtelfinale in letzter Minute von Griechenland durch einen nicht unumstrittenen Elfer nehmen. Allerdings hatten die „Elefanten“ zuvor auch selbst zu wenig getan. Ghana schien sich mit internen Streitereien selbst um die eigene Stärke zu bringen. Nur gegen Deutschland überzeugte die Mannschaft. Kamerun, längst ein Schatten seiner selbst, rundete das Bild ab. Auch die Elf von Trainer Volker Finke präsentierte sich wie ein Torso.

Foto: Jamie McDonald/ Getty Images
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Italien
Die Hitze? Die Verletzten? Das fehlende Gemeinschaftsgefühl in der Heimat? Bei Vorrunden-Verlierer Italien wurde nach der Pleite gegen Uruguay (0:1) ebenso schnell wie wüst nach Erklärungen für das zweite Aus in einer WM-Gruppenphase nacheinander gesucht. Ehrlicher wäre gewesen: Sowohl gegen Costa Rica als auch gegen die Südamerikaner waren die Azzurri zu pomadig, zu einfallslos. Der EM-Finalist von 2012 steht nach dem Rücktritt von Nationaltrainer Cesare Prandelli vor einem Neuanfang. Sein Nachfolger muss dann beim nächsten Turnier wohl ohne Torwart-Legende Gianluigi Buffon (36) und Andrea Pirlo (35) auskommen.

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP
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Argentinien
Ein Lionel Messi ist eben doch nicht genug. Achtelfinalist Argentinien konnte sich gegen Bosnien-Herzegowina, Iran und Nigeria auf seinen Superstar verlassen. Der Rest aber blieb komplett hinter den Erwartungen zurück. Einfallslos, ohne Tempo, fast verzagt trat das Starensemble auf und war gegen Fußballzwerg Iran gar einer Sensationspleite nahe. Der ewige Turnierfavorit muss sich in der K.-o.-Runde steigern.

Foto: Paul Gilham/ Getty Images
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Griechenland
Sicher, die Griechen stehen im Achtelfinale. Allerdings genügte ihnen dazu ein ordentliches Spiel – ein glücklicher 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste. Zuvor hatte das Team von Trainer Fernando Santos gegen Kolumbien (0:3) und Japan (0:0) enttäuscht. Zumal keine Absicht erkennbar war, Tore schießen zu wollen. Nun geht es gegen die Überraschungsmannschaft Costa Rica im Achtelfinale.

Foto: Laurence Griffiths/ Getty Images
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Schiedsrichter
In der Vorrunde gab es Fehlentscheidungen zuhauf. An den ersten beiden Spieltagen gab es gefühlt in jeder zweiten Partie eine spielentscheidende Situation, die von den Unparteiischen falsch bewertet worden ist. Beispiele gefällig? Den Anfang machte der Elfmeter für Brasilien im Eröffnungsspiel, obwohl Fred eine Schwalbe begangen hatte. Yuichi Nishimura (Bild) gab ihn trotzdem. Auch Spaniens Elfmeter gegen die Niederlande war keiner. Und der deutsche Referee Felix Brych verweigerte Russland im Duell mit Belgien (0:1) beim Stand von 0:0 einen Elfmeter.

Foto: Diego Azubel/ dpa
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