Wolfgang Schäuble Comeback eines Kämpfers
Wolfgang Schäuble umringt von Journalisten (im Mai 2010 in Brüssel): Nach einem Monat Klinikaufenthalt will der Finanzminister weitermachen, von Amtsmüdigkeit könne keine Rede sein, heißt es.
Der Minister mit der Kanzlerin: Seit einem Jahr ist Schäuble Finanzminister, er gehört zu den Stützen im Kabinett Angela Merkels.
Schäuble - hier im Bundestag - gilt im persönlichen Umgang als humorvoll. In der Sache aber hält man ihn für hart bis kompromisslos.
Von 1989 bis 1991 war Schäuble Innenminister, dann erneut seit 2005 - hier ist er bei einem Treffen mit europäischen Polizisten zu sehen.
Wolfgang Schäuble bei seiner ersten Vereidigung: 1984 wird der vierfache Vater Minister für besondere Aufgaben im Kanzleramt.
Mission erfüllt: Schäuble und sein DDR-Counterpart Günther Krause bei der Unterzeichnung des Einigungsvertrags 1990. In der Mitte der DDR-Premierminister Lothar de Maizière.
Schäuble sitzt seit 1990 im Rollstuhl - er wurde damals von einem geistig verwirrten Attentäter angeschossen.
Fünf Wochen nach dem Attentat von 1990 zeigte sich Schäuble im Rollstuhl. Er ließ von Beginn an kaum einen Zweifel daran, dass seine Behinderung ihn nicht von weiterer politischer Betätigung abhalten wird.
1998 gratulierte der neue CDU-Vorsitzende Schäuble Angela Merkel zur Wahl als Generalsekretärin der Partei. Schäuble galt damals als Hoffnungsträger, er wollte die CDU erneuern. Seine Meriten aus der Vergangenheit sind zahlreich, unter anderem hat er den Einigungsvertrag von 1990 maßgeblich mitgestaltet.
Auf demselben Parteitag gab es Abschiedsbeifall für den Übervater: Es hat lange gedauert, bis sich Schäuble aus Kohls Schatten lösen konnte. Über sich selbst sagte Schäuble einmal, es zeichne ihn aus, dass er die Bereitschaft habe, "Führung zu ertragen". Man darf diese Äußerung wohl getrost auf seine Erfahrungen mit Kohl beziehen.
1999 war ein Krisenjahr für Wolfgang Schäuble: Er musste Unstimmigkeiten in seinen Aussagen im Rahmen der CDU-Spendenaffäre einräumen, trat 2000 als Partei- und Fraktionschef zurück. Und machte so den Weg frei für Angela Merkel. Mit dem Übervater Helmut Kohl brach er.