Wolfgang Schnur Mann mit zwei Gesichtern
Wolfgang Schnur vertrat in der DDR zahlreiche Dissidenten, in der Wendezeit war ging er in die Politik. Nun ist er im Alter von 71 Jahren in Wien gestorben.
Wenige Monate lang war Schnur einer der prominentesten Oppositionspolitiker der DDR. Im November 1989 traf er sich mit dem damaligen SPD-Chef Hans-Jochen Vogel in Bonn.
Als Vertreter der Opposition verhandelte Schnur im Januar 1990 mit dem Chef des Ministerrates Hans Modrow über die Bildung einer Regierungskoalition.
1990 war Schnur Mitbegründer der Demokratischen Allianz, die von der West-CDU unterstützt wurde. Wenige Tage vor der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 enttarnte ihn der SPIEGEL als IM der Stasi.
Die Stasi hatte Schnur den Auftrag gegeben, die Gründung des "Demokratischen Aufbruchs" zu verhindern. Als das nicht klappte, ließ er sich an die Spitze wählen.
Wolfgang Schnur, 1996: 2010 galt Schnur kurzzeitig als vermisst, tauchte aber binnen Stunden in Berlin wieder auf. Gerüchte, er habe sich nach Afrika abgesetzt, erwiesen sich als nicht haltbar. Zuletzt lebte Schnur in Wien.