Wolfskinder "Ich dachte, Deutschland gibt's nicht mehr"
Wolfskind Beutler: Auf einem Zugtransport im sowjetisch besetzten Ostpreußen verlor die damals zehnjährige Marianne Beutler 1946 ihre Mutter und ihre Brüder. Als sogenanntes Wolfskind schlug sie sich in Litauen alleine durch. Erst 2001 kehrte sie nach Deutschland zurück. Die Aufnahme entstand 2009.
Konfirmandin Beutler: Wolfskind Marianne Beutler (M., hinter dem Pfarrer) hatte Glück und fand nach langer Odyssee Aufnahme bei einer litauischen Familie, die sie zur Schule schickte und sogar konfirmieren ließ.
Frau ohne Vergangenheit: Marianne Beutler (l.) zusammen mit Freundinnen in Memel (Klaipeda), wo sie nach ihrer Ausbildung zur Lebensmittelhändlerin lebte. Weil sie wegen ihrer Herkunft gehänselt wurde, legte sie ihren deutschen Namen ab und nannte sich Nijole. Ihre deutschen Wurzeln verschwieg sie nach Möglichkeit.
Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen: Dieser Familie aus Ostpreußen ist immerhin die gemeinsame Flucht gelungen. Nicht alle hatten so viel Glück - Tausende von Eltern und Kindern wurden auseinandergerissen.
Ort voller Erinnerungen: Das Elternhaus von Marianne Beutel im ehemaligen Königsberg, heute Kaliningrad. Im Garten begruben ihre Mutter, die beiden anderen Brüder und die damals neunjährige Marianne im August 1945 das jüngste Kind Siegfried, der als Säugling im Alter von nur drei Monaten verhungert war.
Ruth Leiserowitz: Ruth Leiserowitz ist die Vorsitzende des "Wolfskinder-Geschichtsvereins" in Berlin. Die Organisation bemüht sich um die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Nachkriegsgeschichte.
Heim für Wolfskinder: In dem Gebäude in Wittenberg in Sachsen-Anhalt befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre lang ein Heim für ehemalige Wolfskinder. Mehrere Tausend umherziehender Waisen wurden von Litauen mit Kindertransporten in die DDR geschickt und dort in Heimen untergebracht.