Yanis Varoufakis Finanzminister, Rebell, Nervensäge
Zurück an der Uni: Yanis Varoufakis lehrt wieder an der Universität in Athen. Weltbekannt wurde der 56-jährige Ökonom aber nicht als Hochschullehrer, sondern als Finanzminister Griechenlands.
Mit Regierungschef Tsipras im Februar 2015: Kurz nach dem Wahlsieg der linken Syriza-Partei wurde Varoufakis Finanzminister. In den folgenden Monaten war er eine zentrale Figur im großen Schuldendrama mit Griechenland auf der einen Seite und den restlichen Eurostaaten auf der anderen Seite.
Der Finanzminister Varoufakis trieb die Amtskollegen der Eurozone mitunter zur Verzweiflung. Gleich zu Beginn brüskierte er den Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Athen kündigte Varoufakis der sogenannten Troika - den Kontrolleuren von EU, EZB und IWF - die Zusammenarbeit auf. Wegen seiner langen theoretischen Ausführungen bei späteren Euro-Gruppen-Treffen erwarb er sich bei den Kollegen den Ruf einer Nervensäge.
Eine Woche später traf Varoufakis in Berlin seinen wichtigsten Widerpart im Schuldenpoker: Wolfgang Schäuble. Der Bundesfinanzminister zeigte aber wenig Neigung, den Argumenten des Griechen zu folgen. "We agree to disagree", sagte Schäuble auf der gemeinsamen Pressekonferenz. Varoufakis widersprach: Nicht einmal darauf habe man sich einigen können.
Wenig später machte die "Stinkefinger"-Affäre Schlagzeilen. Auf einem Konferenzauftritt im Jahr 2013 - lange vor seiner Zeit in der griechischen Regierung - hatte Varoufakis im Zusammenhang mit deutschen Forderungen an Griechenland die Geste gemacht. Allerdings in einem Kontext, der die Aufregung um die Geste nicht rechtfertigte.
Varoufakis wurde binnen Kurzem zum schillernden Popstar. Innerhalb Athens bewegte er sich mit Vorliebe auf dem Motorrad.
Auch sein Kleidungsstil sorgte für Aufsehen - wie hier im Juli 2015 im griechischen Parlament.