YouTube-Formate erklärt - DER SPIEGEL
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Lexikon YouTube-Formate erklärt

Was meinen YouTuber, wenn sie von Reaction-Videos, Morgenroutinen und Touch-My-Body-Challenges sprechen? Unser kleines Lexikon erklärt die Sprache der Videoplattform.
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Reagiert-Videos

Keine Idee für ein neues Video? Viele YouTuber lassen sich davon nicht stoppen. In sogenannten Reagiert-Videos filmen sie sich dabei, wie sie die erfolgreichen YouTube-Videos von anderen schauen und dabei spontane Kommentare abgeben. Eigenleistung: gering. Immerhin, für den Zuschauer fühlt sich das im besten Fall so an, als würde er mit Freunden YouTube schauen. Wer das schon für den Gipfel der Langeweile hält, hat sich getäuscht: Es gibt sogar Videos, in denen YouTuber auf die Reagiert-Videos anderer YouTuber reagieren.

Beispiel: Die YouTuber von ApeCrime reagieren darauf, wie Leon Machère auf ein Video von MiiMii reagiert. 1 Million Aufrufe .

Foto: YouTube/ ApeCrime
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ASMR

In ASMR-Videos wollen YouTuber bei ihren Zuschauern ein Gefühl der Entspannung auslösen - durch Geflüster, sanfte Geräusche und gleitende Handbewegungen. Ein gutes ASMR-Video kann auch mal eine Stunde dauern. Dutzende YouTuber aus Deutschland und der Welt haben sich inzwischen auf ASMR spezialisiert und perfektionieren über Jahre hinweg ihre Kunst der akustischen Massage. Wer sich darauf einlassen kann, erlebt ein zauberhaftes Gefühl. Für alle anderen ist ASMR wohl einfach Blödsinn.

Beispiel: Die YouTuberin WhispersRed streicht unter anderem sanft über einen Kissenbezug. 2,1 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube/ WhispersRed ASMR
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Flachwitze-Challenge

Bei Flachwitze-Challenges sitzen sich meist zwei YouTuber mit aufgeblähten Wangen gegenüber, einen großen Schluck Wasser im Mund. Eine dritte Person liest den beiden Flachwitze vor (zum Beispiel: "Was machen zwei wütende Schafe? Sie kriegen sich in die Wolle."). Angeblich lautet das Ziel des Spiels, auf keinen Fall zu lachen. Mit besonders viel Ehrgeiz verfolgen die Kontrahenten dieses Ziel aber nur selten. In diesen Videos geht es nämlich vor allem darum, dass sich YouTuber gegenseitig mit Wasser vollspucken.

Beispiel: Flachwitze bei "BullshitTV". 6,1 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube/ Bullshit TV
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Lifehacks

In Lifehack-Videos lösen YouTuber mit einfachen Mitteln Alltagsprobleme - zum Beispiel basteln sie aus einer Cola-Dose einen Stiftehalter. Wichtig ist dabei, möglichst wenig Geld auszugeben und viel Geschick zu beweisen. TV-Serienheld Mac Gyver wäre wohl beeindruckt. Besonders sinnvoll müssen diese Livehacks aber nicht sein, oft geht es um den Unterhaltungswert. Denn wer will schon ernsthaft mit einer aus Folie und Heißkleber gebastelten Smartphone-Hülle herumlaufen?

Beispiel: Auf dem Kanal "Slivki Show" entsteht unter anderem eine selbstgemachte Handyhülle. 1,2 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube / Slivki Show DE
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Touch My Body Challenge

Sex sells - auf YouTube darf man aber nicht so viel Haut zeigen. Die ideale Mischung zwischen Prüderie und Erotik bietet für viele YouTuber die sogenannte "Touch My Body Challenge". Die Regeln der Challenge sind einfach: Ein Spieler verbindet dem anderen die Augen und führt dessen Finger an eine Stelle seines Körpers - zum Beispiel den Hals oder die Ellenbeuge. Der andere muss dann erraten, welche Stelle das ist. Ein Partyspiel, bei dem manch schüchterner Teenager vermutlich vor Aufregung durchdrehen würde.

Beispiel: Der YouTuber KsFreak berührt einen Fuß. 5,9 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube/ KsFreakWhatelse
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Ansagen

Jetzt gibt's Ärger: In sogenannten Ansage-Videos richten sich YouTuber öffentlich an ihre YouTube-Kollegen und sagen ihnen ihre gepfefferte Meinung. Manchmal sind sie wirklich sauer, manchmal tun sie nur so. Oft bezeichnen sie ihre Videos gegenseitig als unverantwortlich oder verlogen. Im Mittelpunkt steht bei diesem Format wohl die gegenseitige Vermarktung. Auf solche Ansagen lässt sich nämlich vortrefflich reagieren (siehe: Reagiert-Videos), und schon machen die YouTuber ihre Fans auf den jeweils anderen aufmerksam.

Beispiel: Der YouTuber Tanzverbot macht eine Ansage an MontanaBlack. 2 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube/ Tanzverbot
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Morgenroutine

Aufstehen, Duschen, Frühstücken und Zähneputzen: Was YouTuber nach dem Aufstehen so tun, unterscheidet sich kaum von dem, was auch alle anderen tun. Das Interesse an sogenannten Morgenroutine-Videos ist aber verblüffend groß. Viele Zuschauer finden es offenbar faszinierend, zu sehen, wie ihre Idole morgens vor dem Spiegel stehen. Der große Erfolg des Formats hat schon längst Abwandlungen hervorgebracht - zum Beispiel die Abendroutine.

Beispiel: Die YouTuberin Dagi Bee putzt sich beispielsweise die Zähne. 3,2 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube / Dagi Bee
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Type of Rappers

Wie würden wohl die Zeilen eines Rappers lauten, der MC Anglizismus heißt? Vielleicht so: "Wenn ich was zum Fooden neede, toast ich mir ein Sandwich." In "Types of Rappers"-Videos denken sich YouTuber markante Rollen und Charaktere aus und zeigen, mit welchen Zeilen und welchem Stil diese Stereotypen wohl rappen würden. Ähnlich funktionieren die "Epic Rap Battles of History", in denen historischen Figuren wie Mozart oder Einstein gerappte Zeilen in den Mund gelegt werden.

Beispiel: Julien Bam verkörpert unter anderem einen Rapper, der niemals lügt. 5,6 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube / Julien Bam
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Unboxing

Wer es sich nicht leisten kann, ständig neue Pakete zu kaufen, schaut einfach anderen dabei zu. Beim Unboxing zelebrieren Leute das Auspacken von Päckchen und neuen Produkten vor der Kamera. Millionen Leute verfolgen im Netz, wie YouTuber beispielsweise ein neues Smartphone samt Kopfhörer und Ladekabel aus einem Karton fischen und vor der Kamera in den Händen wiegen.

Beispiel: Tim Schofield packt ein Smartphone aus. 3,4 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube / Tim Schofield
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Roomtour

Wer würde nicht gerne wissen, wie das Zimmer eines Teenagers aussieht? Auf YouTube gibt es Hunderte Filme bekannter und unbekannter Videomacher, die einfach nur ihr Zuhause präsentieren. Mit der Kamera in der Hand führen sie durch ihr Kinderzimmer, ihre Wohnung - oder ihre Villa. Entscheidend sind dabei vor allem Details: Welche Poster hängen an der Wand? Woher stammt die Lieblingslampe? Und natürlich: Was sind die wertvollsten Sneaker im Schrank?

Beispiel: Der YouTuber Concrafter zeigt sein Mobiliar. 0,7 Millionen Aufrufe .

Foto: YouTube / ConCrafter
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