Die Merkel-Interviewer und weitere Webstars Das machen YouTuber im Wahlkampf
Angela Merkel lässt sich im Wahlkampf 2017 von vier Webstars interviewen. Einer der vier Fragesteller ist der Videokünstler AlexiBexi, 28, der schon seit 2006 auf YouTube aktiv ist. Seinen 1,1 Millionen YouTube-Abonnenten präsentiert er vor allem interessante Gadgets, in Videos voller Emotionen und Grimassen. Bekannt machte Böhm auch seine Rubrik "Chart-Songs auf Deutsch", in der er etwa Hits von Eminem und Katy Perry übersetzt hat.
Mit dabei ist auch die 21-jährige Ischtar Isik, die auf Fashion, Beauty und Lifestyle spezialisiert ist. Sie veröffentlicht Clips mit Titeln wie "Was ich in einer Woche esse!! Realistisches Food Diary" und "Abiballkleider unter 50 Euro von Amazon im Test". Ihr Kanal hat derzeit rund 1,1 Millionen YouTube-Fans, Isik ist aber auch auf Plattform wie Instagram sehr gefragt, wo sich ebenfalls eine Million Abonnenten für ihre Hochglanzfotos interessieren.
Ebenfalls Teil des Interview-Teams ist ItsColeslaw, 22, die eigentlich Lisa Sophie heißt und Politikwissenschaften und Psychologie studiert. Die Videomacherin und Journalistin mit 240.000 YouTube-Abonnenten widmet sich sehr unterschiedlichen Themen: So präsentiert sie schon mal "10 Dinge, die am Sportunterricht nerven", veröffentlicht aber auch ernstere Lebenshilfe-Videos. Mit Unterstützung der "FAZ" hat ItsColeslaw im April auch ein Video namens "Wen soll ich bloß wählen?" produziert.
MrWissen2go alias Mirko Drotschmann, 31, ist der nach außen hin Politikaffinste des Quartetts. Jenseits von YouTube könnte man ihn aus der Kindernachrichtensendung "logo!" kennen. Auf seinem Videokanal, den 500.000 YouTube-Nutzer abonniert haben, veröffentlicht Drotschmann vergleichsweise unaufgeregte Videos wie "Ist unsere Demokratie am Ende? Faktencheck" und "Kommen die Vereinigten Staaten von Europa?". Auch Parteien wie den Grünen oder der CDU hat Drotschmann schon Erklärvideos gewidmet, ebenso Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz.
Die 26-jährige Nihan Sen macht am liebsten Videos über Dinge, die junge Frauen interessieren: Körperpflegeprodukte und Jungs, zum Beispiel. Am 5. September darf sie zusammen mit MrWissen2go und ItsColeslaw den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz befragen. Nihan Sen hat auf YouTube rund 780.000 Abonnenten.
Auch mit von der Partie ist der Gamer und Buch-Autor Marcel Althaus. Der 24-Jährige betreibt gleich drei erfolgreiche YouTube-Kanäle, er hat rund zwei Millionen Abonnenten.
Einer der politisch engagiertesten deutschen Webstars ist LeFloid alias Florian Mundt. Er hat die Kanzlerin bereits 2015 interviewt. Was er Merkel jetzt fragen würde? "Warum sich seit unserem letzten Gespräch so viele ihrer Ansichten geändert haben. Ob das tatsächlich einfach ein Lernprozess ist oder purer Opportunismus. "
Die Zahl deutscher YouTuber, die sich mit politischen Themen beschäftigen, ist übersichtlich: Einer von ihnen ist Dner alias Felix von der Laden. Zum Beispiel hat er kürzlich für eine ZDF-Dokumentation ein Flüchtlingsheim besucht.
Videomacher Rayk Anders widmet sich Themen wie "Wie sehr liebt Merkel Deutschland?" und "Heiliger Strohsack, Erdogan! Türkei voller Terroristen?". Er kommt derzeit auf ungefähr 80.000 Abonnenten.
MrTrashpack alias Philipp Betz machte sich vor allem mit einem Nachrichtenformat rund um YouTube einen Namen. Aktuell klärt er seine Zuschauer über das Thema Fake News auf.
Peter Smits und seine Truppe von PietSmiet veröffentlichen eigentlich Gamingvideos. Politik wurde für die YouTuber erst vor Kurzem zu einem persönlichen Anliegen: Mit der Medienanstalt NRW haben sie sich darüber gestritten, ob PietSmiet eine Rundfunklizenz brauchen.
Regelmäßig Politikerinterviews - und das zum Beispiel auch mit Vertretern der AfD - führt Tilo Jung. Sein bekanntestes Format heißt "Jung und naiv".
Eine Woche vor und am Abend der Bundestagswahl soll es jeweils einen Livestream mit verschiedenen Webstars geben. Einer davon ist RobBubble alias Robin Blase.
Der bekannteste Macher von Spielevideos ist Gronkh alias Erik Range. Er will nicht sagen, wen er selbst wählt, und meint: "Die Leute sollen sich selbst Gedanken machen, wem sie ihre Stimme geben." Einen längeren Text zu YouTubern im Wahlkampf - inklusive Zitaten von Gronkh und LeFloid - lesen Sie hier.