Fotostrecke Keine Türen, kein Problem
Die runden Linien täuschen: Unter der Hülle des Zagato Raptor steckt die Technik aus dem Lamborghini Diablo, genauer gesagt aus dem Allradmodell VT.
Im Rohrrahmenchassis steckt der 5,7 Liter große V12 aus dem Diablo, der über ein manuelles Sechsganggetriebe alle vier Räder antreibt. Auf Traktionskontrolle und ABS des Spenderfahrzeugs verzichteten die Entwickler dagegen.
In der Karosserie steckt dagegen jede Menge Hightech - zumindest für das Jahr 1996. Die Hülle besteht aus Karbon und entstand ohne Designmodelle in kleineren Maßstäben vollständig am Computer.
Auf Türen verzichteten die Designer. Stattdessen klappen Dach, Windschutzscheibe und Fenster vollständig nach oben. An den Motor kommt man nach dem gleichen Prinzip, hier klappt die am Heck der Karosserie montierte hintere Hälfte der Hülle wie beim Ferrari F40 nach oben.
In der Alcantara-Landschaft des Innenraums muss man die Verwandtschaft zum Diablo ebenfalls suchen. Denn dessen barocke Instrumentenpracht musste einem schlichten Display weichen. Lediglich Einzelteile wie Lüftungsdüsen, die offene Schaltkulisse und einige Schalter weisen auf die Verwandtschaft zum Diablo hin.
Die Neunzigerjahre-Mittelkonsole wirkt im schlichten Innenraum heute beinahe deplatziert. Dafür sind die Fahrleistungen nach wie vor zeitgemäß: Von null auf 100 km/h beschleunigt der Raptor in rund vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt Werksangaben zufolge bei 320 km/h.
Trotz der guten Fahrleistungen und fehlender Assistenzsysteme bescheinigten Tester dem Wagen ein sehr gutes Fahrverhalten. Dabei hilft auch das Gewicht: Dank Karbonkarosserie und Magnesiumrädern wiegt der Raptor rund 300 Kilogramm weniger als ein Lamborghini Diablo.
Der von Norihiko Harada entworfene Wagen sollte eigentlich in einer Kleinserie die Lücke zum Diablo-Nachfolger Canto überbrücken. Dagegen sprach sich jedoch Lamborghini aus, denn der Raptor nahm Teile der Formgebung des Canto vorweg.
Am Ende scheiterte jedoch auch der Canto. 1998 übernahm Audi Lamborghini und Ferdinand Piëch strich den Diablo-Nachfolger aus dem Programm. Ihm war das Design nicht aggressiv genug und ihn störten die großen Lufteinlässe am Heck des Wagens - die ausgerechnet beim Raptor relativ dezent ausfallen.