Zehn Jahre Viagra Als die Männer ihr blaues Wunder erlebten
Girls, Girls, Girls! Hugh Hefner posiert mit sieben Playmates bei den Grammy Awards 2001. Der Ur-Playboy prahlt noch heute damit sieben Freundinnen zu haben - und diese auch sexuell zu beglücken. "Ich nehme jeden Tag eine Viagra", erklärt der 81-Jährige.
1998 zugelassen: Am 27. März gaben die US-Behörden Grünes Licht für Viagra, ein halbes Jahr später wurde die kleine blaue Pille auch in der Europäischen Union zugelassen. Das Potenzmittel gilt inzwischen als das weltweit bekannteste Medikament - und zugleich als eines der ertragreichsten. Allein 2007 brachte die Pille ihrem Hersteller 1,1 Milliarden Euro ein. Schätzungsweise 30 Millionen bekamen das Medikament bislang auf Rezept, Millionen weitere über andere Kanäle wie das Internet.
Viagra auf der Bühne: Am 22. September 1998 feierte die Nicole Kidman ihr Theater-Debüt in Großbritannien in dem Stück "The Blue Room". Der heutige Hollywood-Superstar hat in der Bearbeitung von Arthur Schnitzlers "Reigen" eine Nacktszene. Der Daily Telegraph schrieb damals über die Schauspielerin, sie sei "pures Bühnen-Viagra."
Playboy im Glück: Playboy-Gründer Hugh Hefner feiert bei den Filmfestspielen von Cannes am 25. Mai 2006 seinen achtzigsten Geburtstag nach. Zu seiner Rechten: Kendra Wilkinson und Bridget Marquardt, zwei seiner sieben Freundinnen. Der Häschen-Millionär sagt: "Es lebe Viagra!"
Gesegnetes Alter: Der Schauspieler Tony Curtis (82) mit seiner 45 Jahre jüngeren Frau, dem ehemaligen Unterwäsche-Modell Jill Vandenberg. Als die beiden im November 1998 heirateten, schenkte ein Freund dem frischgebackenen Ehepaar eine Packung Viagra zur Hochzeit.
Wandelndes Viagra: Der Schürzenjäger Colin Farrell ist unter dem Spitznamen "wandelndes Viagra" bekannt. Hier zusammen mit der Schauspielerin Salma Hayek in dem Film "Ask The Dusk" von 2006.
Original und Fälschung: Gefälschtes Viagra (oben l.) und gefälschtes Cialis (unten l.) neben den echten Tabletten. Der Schwarzhandel mit gefälschten Potenzmitteln über das Internet blüht. Wer bekommt nicht mindestens eine "Viagraaaaa"-Email täglich?
Frauenheld: Der Gründer des Playboy, Hugh Hefner, am 14. Mai 1999 in Cannes. Hefner macht seinem Ruf als Frauenheld alle Ehre. Der damals 74-Jährige teilt sein Anwesen seit mehreren Jahren mit sieben blonden Frauen - und nimmt, laut eigener Aussage, jeden Tag eine Viagra.
Er hat gut lachen: Hollywoods dienstältester Womanizer Jack Nicholson behauptet von sich er habe Sex mit Tausenden von Frauen gehabt. "Viagra nehme ich nur, wenn ich mehr als eine Frau zur gleichen Zeit habe", erklärte der 70-Jährige noch vor wenigen Wochen.
Entsetzter Rock-Schocker: Ozzy Osbourne gestand 2006, dass er trotz der Einnahme von Viagra keinen Sex habe. "Es klappt nicht, weil ich Antidepressiva nehme", gestand der mittlerweile 59-Jährige.
Deutschlands letzter Playboy: Rolf Eden ist mittlerweile 79 - und noch immer ein bekannter Playboy. Im Juni 2006 wurde er mit einem Kreislaufkollaps in ein Krankenhaus in Monte Carlo eingeliefert. Seitdem tritt der Club-Betreiber etwas kürzer. Doch auf diesem Foto im September 1998 freut er sich noch sichtlich über die neue Viagra-Pille.
Das Wochenend-Viagra: Cialis, das Medikament des Pharmakonzerns Lilly hat eine ähnliche Wirkung wie Viagra. Während diese bei dem Original etwa vier bis sechs Stunden anhält, bleibt der Patient mit Cialis bis zu 36 Stunden einsatzbereit.
Wie ein junger Hengst: Kurz nachdem Viagra auf dem Markt gekommen war, ließ sich der 70-jährige Rentner Frank "Sonny" Bernardo (l.) eine Packung der blauen Pillen verschreiben. Kurz darauf hatte er mit seiner 63-jährigen Freundin Roberta Burke seinen ersten Sex seit Jahren - und verließ sie. "Ich komme nicht nach Hause, fühle mich wie ein junger Hengst", schrieb er seiner Lebensgefährtin zum Abschied. Sie verklagte ihn auf 1,6 Millionen Euro Unterhalt.
Alice Schwarzer: Auch das bekannteste Gesicht der Frauenbewegung in Deutschland reagierte auf die neue Potenz-Pille Viagra. Schwarzer gab 1998 in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung zu bedenken: "Ganz sicher wird die Pille neue Probleme bringen. Denn diese Art von Hauruck-Sex interessiert Frauen nicht und scheuert Körper und Seele wund." Viagra, so die Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Emma", fördere lediglich den männlichen Narzismus. "Jedes Würstchen ein Tarzan."
Viagras Konkurrenz: Levitra von Bayer hat einen ähnlichen Wirkstoff wie Viagra, wirkt aber schneller. Seit 2003 ist es auf dem Markt. Das Produkt ist aber weit abgeschlagen hinter seinen Konkurrenten Viagra und Cialis.
Öffentliches Geständnis: Der Republikaner Bob Dole plauderte im Mai 1998 in der Show des Talkmasters Larry King offen über seinen Prostata-Krebs. Seit einer Operation litt der Politiker, der 1996 gegen Bill Clinton die Wahl zum Präsidenten verlor, unter erektiler Dysfunktion. Bei King sagte er über Viagra: "Es ist ein Wunder."
Bill und Melinda Gates: Auch der Microsoft-Gründer hat Viagra bestellt - allerdings unfreiwillig. Ein Hacker aus Wales hat 2001 Gates persönliche Kreditkartendaten geknackt und das Potenzmittel über das Internet bestellt. Hier zu sehen: Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda im Juli 2003 auf dem Weg zur jährlichen Allen & Co. Media Conference in Sun Valley, Idaho.
Die babyblaue Raute: Als Viagra am 27. März 1998 auf den amerikanischen Markt kam, schlug es ein wie eine Bombe. Millionen Männer mit leichter oder vollständiger Impotenz bestürmten die Urologen. In den ersten zwei Wochen wurden bis zu 400.000 Rezepte täglich ausgestellt. Teilweise erlahmte der reguläre Praxisbetrieb vollständig.