Zehnkämpfer Behrenbruch Zwischen Genie und Wahnsinn
Nach seiner Weltjahresbestleistung beim Meeting in Ratingen gilt Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch als Medaillenkandidat für die Weltmeisterschaft in Moskau. Dabei hatte kaum jemand damit gerechnet, dass er in dieser Saison noch etwas reißen würde - zu wechselhaft waren seine Leistungen zuletzt.
Europameister! Behrenbruch gewann 2012 bei den Titelkämpfen in Helsinki die Goldmedaille.
Der Zehnkämpfer gewann mit 8558 Punkten, es war gleichbedeutend mit einer neuen persönlichen Bestleistung.
Zwar jubelte Behrenbruch anschließend mit der deutschen Fahne, doch sein Verhältnis zum DLV ist nicht unproblematisch. Im Oktober 2011 wurde er wegen schlechter Zusammenarbeit mit den Trainern aus dem Förderkader gestrichen.
Behrenbruch wagte einen Neustart und trainiert seitdem in Estland unter Erik Nool (Archivbild von den olympischen Spielen 2000, Sydney) und Andrej Nasarow.
Beim ehemaligen Olympiasieger Nool gefällt ihm die familiäre Stimmung. Allerdings wurde der 28-Jährige dort auch selbständiger und professioneller.
Im Training wurden Behrenbruchs Stärken wie das Kugelstoßen vernachlässigt, stattdessen durchlief Behrenbruch die russische Sprungschule.
In Tallinn werde auf seine Wünsche eingegangen, in Deutschland hingegen sei er "angeschissen" worden, sagt der 28-Jährige.
Als Gold-Favorit für Moskau gilt der US-Amerikaner Ashton Eaton.
Der US-Amerikaner stellte am 23. Juni 2012 in Eugene mit 9039 Punkten einen neuen Weltrekord auf.