Regeln und Verbote Der weltweite Kampf gegen die Zigarette
Frankreich: Früher galten Gitanes und Gauloises als Teil des Savoir Vivre. Heute nimmt die Politik die Tabakkonzerne in die Mangel. Seit dem Jahreswechsel zwängt Paris die Glimmstängel in die Einheitsschachtel. Gesundheitsministerin Marisol Touraine begründet das mit "jährlich 73.000 Toten, die in Frankreich dem Rauchen zuzuschreiben sind". 30 Prozent aller erwachsenen Franzosen ziehen zumindest gelegentlich an der Kippe.
Australien: Down Under ist ein Vorreiter bei der Tabakregulierung. Schon vor Jahren führte Australien als erster Staat der Welt das Plain Packaging ein. Zigaretten gibt es nur in dafür lizensierten Verkaufsstellen. Und sie sind wegen sehr hoher Steuern extrem teuer. Zurzeit kostet eine Schachtel im Schnitt etwa 24 australische Dollar (knapp 17 Euro), bis 2020 soll der Preis auf australische 45 Dollar (31 Euro) steigen. Der Anteil der Raucher an den Erwachsenen hat sich seit 1993 fast halbiert: vom 25 auf 13 Prozent.
China: Der mit Abstand größte Zigarettenmarkt der Welt war einst eine Spielwiese für die Hersteller. Regulierung gab es jahrelang so gut wie gar nicht. Ergebnis: mehr als 300 Millionen Chinesen - meistens Männer - rauchen. Aber auch sie können ihrem Hobby nicht mehr überall nach Belieben frönen: zum Jahreswechsel rief die Regierung ein verschärftes Rauchverbot an öffentlichen Orten aus.
Russland: Gesundheitsministerin Veronika Skworzova hat einen besonders ambitionierten Plan: Sie will jungen Menschen das Rauchen verbieten ihr Leben lang. Laut einem Bericht der kremlnahen Zeitung Iswestija hat Skworzova gerade einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach alle ab 2015 geborenen Russen nie mehr Zigaretten kaufen dürfen. Zudem sollen Warnhinweise auf jede einzelne Zigarette gedruckt werden. Skworzowa hofft auf einen mächtigen Verbündeten. Präsident Vladimir Putin ist überzeugter Nichtraucher.