Zlatan Ibrahimovic Schwedens einziger Weltstar
Er hört auf: Zlatan Ibrahimovic hat das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere angekündigt. Nach der EM will er nie wieder für Schweden auflaufen.
Er ist der unumstrittene Star in Schwedens Nationalmannschaft: In 115 Spielen sorgte er für 62 Tore.
Bei der EM in Frankreich könnte es heute Abend zum letzten Spiel kommen. Wenn Schweden nicht gewinnt, ist das Turnier für die Skandinavier beendet - und damit auch die Karriere des Ausnahmestürmers.
Auf Vereinsebene ist Ibrahimovic ein Wandervogel. Gerade hat er seine siebte Station als Profi beendet: Paris Saint-Germain verlässt er als Meister - wieder einmal. Seinen neuen Verein hat er noch nicht bekannt gegeben.
Seinen Durchbruch schaffte Ibrahimovic in den Niederlanden: 2001 wechselte er als 19-Jähriger zu Ajax Amsterdam. Knapp acht Millionen Euro Ablöse kassierte sein ehemaliger Club Malmö FF, was einen neuen Transferrekord für einen schwedischen Spieler bedeutete.
Seit 2001 trug Ibrahimovic das Trikot mit den drei Kronen - allerdings mit Unterbrechungen: 2007 wurde er wegen Disziplinlosigkeit suspendiert. Nach der verpassten Qualifikation für die WM 2010 nahm er eine Auszeit von der Nationalmannschaft.
Besonders spektakulär war sein Tor zum 1:1 im Gruppenspiel gegen Italien bei der EM 2004: Mit der Hacke hob er den Ball über Keeper Gianluigi Buffon ins Tor. Ebenfalls legendär: Sein Auftritt gegen England in einem Testspiel 2012: Er schoss vier Tore, eines davon war ein Fallrückzieher aus mehr als 30 Metern Entfernung.
Auf Vereinsebene wechselte "Ibra" nach 72 Spielen und 31 Toren für Ajax 2004 als niederländischer Meister nach Turin. Sein Marktwert hatte sich fast verdreifacht (19 Millionen Euro) und der 1,95-Meter-Mann bewies auch in der Serie A seine Treffsicherheit.
Gemeinsam mit Sturmkollege Adrian Mutu feierte er schon in seinem ersten Jahr den Titel mit Juventus.
Auch im Folgejahr wurde die "Alte Dame" mit dem Schweden Meister. Allerdings wurden die beiden Titel später im Zuge des italienischen Fußballskandals aberkannt. Auch bei seiner nächsten Station hieß es: Wo Ibrahimovic ist, ist der Erfolg. Ab der Saison 2006/2007 ging er für Inter Mailand auf Torejagd.
Ibrahimovic gewann 2007, 2008 und 2009 mit Inter unter den Trainern Roberto Mancini (2007, 2008) und José Mourinho (2009) die Meisterschaft. In Rahmen eines spektakulären Tauschgeschäfts zog Ibrahimovic weiter zum FC Barcelona.
Der spanische Traditionsclub bezahlte 50 Millionen Euro an Inter - und legte Samuel Eto'o noch oben drauf. Der Kameruner hatte in fünf Jahren bei Barca 108 Tore in 145 Spielen erzielt, Ibrahimovic selbst bezeichnet ihn als einen der besten Stürmer der Welt. Gemeinsam mit Weltfußballer Lionel Messi (l.) und der Arsenal-Legende Thierry Henry sollte der Schwede als Mittelstürmer für Tore sorgen.
Nach gutem Start fand er sich aber immer häufiger auf der Bank wieder, auch sein Verhältnis zu Trainer Josep Guardiola galt als angespannt.
Zwar feierte das Team den Gewinn der Meisterschaft, doch spätestens, als mit David Villa ein potentieller Nachfolger für 40 Millionen Euro vom FC Valencia verpflichtet wurde, sah Ibrahimovics Zukunft bei den Katalanen düster aus.
Barcelona einigte sich mit dem AC Milan auf ein Leihgeschäft. Von Beginn an zeigte sich der 29-Jährige wieder treffsicher. In 60 Partien für die Italiener war Ibrahimovic 42 Mal erfolgreich. 2012 zog es den Wandervogel dann nach Paris. Die Franzosen zahlten geschätzte 20 Millionen Euro Ablöse für den Schweden. Wohin er nun nach seiner Zeit in Frankreich wechselt ist noch unklar.
Am Abend gegen Belgien will es Ibrahimovic nochmal allen zeigen - doch ob er auch in der Verfassung dafür ist?