Zschäpe-Richter Manfred Götzl - DER SPIEGEL
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Richter Manfred Götzl "Er hat eine extrem kurze Zündschnur"

500 Seiten Anklageschrift, über 50 Anwälte - und ein Richter, der für seine gelegentlichen Ausraster bekannt ist: Der Münchner Jurist Manfred Götzl könnte den Mammutprozess gegen Beate Zschäpe leiten. Er gilt als emotional, erfahren und von der Wahrheitssuche besessen.
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Richter Manfred Götzl gilt als Besessener, wenn es um die Wahrheitsfindung geht: Als Vorsitzender Richter des 6. Senats am Oberlandesgericht München (OLG) wird der 60-Jährige voraussichtlich das Verfahren gegen Beate Zschäpe leiten. Vor zwei Jahren hat Götzl dort den für Terrorismus und Landesverrat zuständigen Staatsschutzsenat übernommen.

Foto: dapd
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Vor dem OLG hat Manfred Götzl als Vorsitzender der Schwurgerichtskammer am Landgericht München I über Mord und Totschlag gerichtet und viele aufsehenerregende Verfahren geleitet. Wie den Mord an dem Münchner Modezaren Rudolph Moshammer, der in seiner Villa in München-Grünwald getötet wurde.

Foto: JAN PITMAN/ AP
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Auch Josef Scheungraber verurteilte Götzl zu lebenslanger Haft: Als Wehrmachtsoffizier soll dieser 1944 im italienischen Falzano di Cortona den Befehl gegeben haben, elf Männer in einem Bauernhaus in die Luft zu sprengen.

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Spektakulär war auch der Prozess gegen den sogenannten U-Bahn-Schubser: Richter Götzl verurteilte einen 70-Jährigen, der im Juni 2008 eine 13-Jährige gegen eine einfahrende U-Bahn gestoßen hatte. Peter Guttmann, der Verteidiger des Rentners (l.), lernte Götzl 1981 im Referendariat in München kennen. Götzls Ehrgeiz sei unübersehbar gewesen. "Er war schon damals ein exakter und guter Jurist", so Guttmann.

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Manfred Götzl sei "mit Sicherheit ein eher strenger Richter, aber mit klaren Prinzipien", sagt Nicolas Frühsorger (r.), der im vergangenen Jahr vor dem OLG Verteidiger im Prozess gegen acht mutmaßliche islamistische Terroristen war. Götzls Fragen seien aufgrund der gründlichen Aktenvorbereitung "tiefschürfend" gewesen, was es der Verteidigung nicht immer einfach gemacht habe.

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Von Richter Götzl am 13. August 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Mordes an seiner Tante, der Münchner Parkhausmillionärin Charlotte Böhringer: Benedikt T., genannt Bence. Das Publikum, größtenteils Freunde des Studenten, hatte auf einen Freispruch gehofft. Doch Richter Götzl setzte noch einen drauf: Da nach Ansicht der Kammer zwei Mordmerkmale erfüllt waren, wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Es kam im Schwurgerichtssaal zum Tumult.

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"Er möchte unbedingt die Wahrheit wissen, er ist fast persönlich gekränkt, wenn man ihm dabei nicht hilft - selbst als Verteidiger", sagt Peter Guttmann, Strafverteidiger aus München. Er vertrat unter anderem den sogenannten Samurai-Killer Marco Z.

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