Zugunglück Der Unfall bei Bad Aibling
Das Zugunglück von Bad Abiling mit elf Toten und mehr als 80 Verletzten geht laut Angaben der Ermittler auf menschliches Versagen zurück.
Gegen den 39-jährigen Fahrdienstleiter sei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (Mitte) und der SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher (links) besuchen die Unglücksstelle in Bad Aibling, wo zwei Züge ineinanderrasten. "Das Land trauert und ist erschüttert", sagte Seehofer.
Das Zugwrack in Oberbayern: Bei dem Unglück waren am vergangenen Dienstag zwei Nahverkehrszüge auf der privat betriebenen Meridian-Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal zusammengestoßen.
Elf Menschen starben, mehr als 80 wurden zum Teil schwer verletzt.
52 der leichtverletzten Personen hätten Aussagen zum Unfallhergang gemacht, sagte Polizeipräsident Robert Kopp. Insgesamt seien 71 Fahrgäste vernommen worden.
"Der eine Zug hat sich in den anderen hineingebohrt", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU.
Dobrindt sprach von einer "schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland".
Dobrindt (l.) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verschafften sich vor Ort einen Überblick.
Luftbild vom Unglücksort
Laut Innenminister Herrmann waren knapp 700 Einsatzkräfte vor Ort.
Zerstörter Zug: Betroffen sind zwei "Meridian"-Züge, die von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) betrieben werden.
Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich. Die Rettungskräfte werden teilweise vom Technische Hilfswerk auf dem Wasserweg hingebracht.
Feuerwehrleute auf dem Weg zur Unfallstelle
Rettungskräfte bei Bad Aibling: Wegen der Faschingsferien, so die Polizei, waren die Züge nicht voll besetzt wie an normalen Werktagen. Etwa 150 Menschen sollen insgesamt in beiden Zügen gewesen sein.
Ein völlig zerstörter Waggon: Mehrere Personen sind schwerstverletzt.
Die Verletzten werden mit Hubschraubern in die umliegenden Krankenhäuser geflogen.
Das Unglück geschah gegen 6.50 Uhr. Die Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim ist gesperrt.
Rettungshubschrauber nahe der Unglücksstelle: "Der Unfall ist ein Riesenschock für uns. Wir tun alles, um den Reisenden, Angehörigen und Mitarbeitern zu helfen", wird der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn zitiert.
Laut Polizei wurden sämtliche Rettungskräfte aus der Region an der Unfallstelle zusammengezogen, um die Verletzten zu versorgen.