Zuse und Co. Die ersten Computer
Konrad Zuse (Archivbild von 1990): Zuses Z1 von 1937 gilt als erster Digitalrechner der Welt, obwohl er auf einem rein mechanischen Design beruhte - der seltsame Streifen, durch den Zuse hier sieht, ist eines der Original-Bauteile. Mit der Z1 begründete Zuse das Konzept des digitalen Rechners mit Daten-Ein- und Ausgabe. Erfolgreich wurde Zuse damit erst nach dem Krieg, denn..
...die Nazis nahmen das Konzept nicht ernst. Die Z1 - hier unten im Bild eine Replika, der Monitor oben zeigt nur einen Info-Film - funktionierte allerdings auch nie störungsfrei, erst die Z3, die er 1941 folgen ließ, wäre Alltagsaufgaben gewachsen gewesen. Zuse...
...überlebte den Krieg und kehrte ins hessische Haunetal zurück, wo er auch die Z1 entwickelt hatte. Nun, 14 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1995, soll in Haunetal ein "Zuse-Valley" entstehen, zu dem sein altes Fachwerkhaus gehören soll und ein ihm und seinen Entwicklungen gewidmetes Museum.
Ada Lovelace, 1815 - 1852: Die Mathematikerin gilt als eine der Begründerinnen der Informatik. Sie arbeitete mit Charles Babbage (1791 - 1871), der schon 1822 eine mechanische Rechenmaschine vorgestellt hatte, die als Vorläuferin der Computer gesehen wird. In seinem Zuse-Roman "Die Frau, für die ich den Computer erfand" errichtet der Autor Friedrich Christian Delius auch ihr ein Denkmal: Ihr zum Andenken, sagt Delius, habe sich Zuse ans Design seiner Maschinen gemacht.
Eniac: Während Konrad Zuses Rechnerdesigns in Nazi-Deutschland kaum auf Interesse stießen, erkannten Engländer und Amerikaner schnell deren kriegswichtiges Potential. Ab 1943 arbeitete im englischen Bletchley Park ein Colossus getaufter Röhrenrechner an der Entschlüsselung der deutschen Enigma-Funksprüche. In den USA lief ab 1942 die Entwicklung des Eniac (hier im Bild) an, der aber erst 1946 in Betrieb gehen konnte.
Zu spät für den Kriegseinsatz also, aber wie gemacht für den Kalten Krieg: Der programmierbare Röhrenrechner war entworfen worden, um ballistische Daten zu verarbeiten. "Eniac-Frauen" programmierten den Rechner durch temporäre Kabelverbindungen. Für einige wenige Jahre war der Eniac der leistungsfähigste Rechner der Welt, was nicht viel heißen soll...
..., denn seine Schwachstelle lag schon im Konstruktionsprinzip: Eniac beruhte auf rund 100.000 Bauteilen, darunter mehr als 17.000 empfindliche Röhren, die gern und oft durchbrannten. Das Durchbrennen einer einzigen Röhre aber verfälschte die gesamte Rechnung. Mit Hilfe von Diagnoseprogrammen versuchten die Techniker einzuengen, welche Röhre denn da gerade durchgebrannt und wo sie zu suchen war. Die Arbeit an dem Stromfresser (174 kW Verbrauch!) muss sowohl was Lärm, als auch Hitze angeht, infernalisch gewesen sein.
Fortschrittsmotor Enigma: Die anfänglich als unknackbar geltenden Codes der Vier-Walzen-Verschlüsselungsmaschine trieben die Briten zur Entwicklung der Colossus-Rechner - und binnen eines einzigen Jahrzehnts erlebte die Digitaltechnik so den Sprung von ihren mechanischen Anfängen in Form der Z1 bis hin zum programmierbaren elektronischen Computer.
Bis die allerdings als Einzelplatzgeräte im Alltag ankommen sollten, vergingen noch einmal drei Jahrzehnte: 1976 entwickelte Commodore den Pet 2001, der 1977 etwa zeitgleich mit dem Apple II in den Verkauf ging. Mit einem Verkaufspreis von rund 3000 Deutschen Mark konnte der Computer mit einem Mal als relativ erschwinglich gelten. Seine großen Brüder von Cray, IBM oder Hewlett-Packard füllten da noch ganze Gebäude.