Zwangsarbeit als Minenräumer "Rudi war total durchlöchert"
Gefährliche Zwangsarbeit: Deutsche Kriegsgefangene 1946 als Minenräumer in den Dünen der französischen Atlantikküste. Mehr als 500.000 Hektar französischen Staatsgebiets waren bei Ende des Zweiten Weltkriegs vermint - und schnell war klar, dass vor allem deutsche Ex-Soldaten das Teufelszeug aufspüren sollten.
Der ehemalige Minenräumer: Der ehemalige Soldat Herbert Flemming - hier in einer Aufnahme aus den vierziger Jahren - musste nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangener in Frankreich Minen räumen. Damals war er 19 Jahre alt.
Herbert Flemming: Der ehemalige Soldat Herbert Flemming musste nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Frankreich Minen räumen - zusammen mit Zehntausenden weiteren deutschen Kriegsgefangenen. Die Aufnahme zeigt Flemming am 5. August 2008.
Minenräumen in Frankreich: Kriegsgefangene deutsche Soldaten beim Minenräumen am Strand von Deauville (Basse-Normandie) im September 1944. Möglicherweise 50.000 Deutsche waren dieser hochriskanten Zwangsarbeit bis Ende 1947 ausgesetzt, schätzt der Freiburger Historiker Rüdiger Overmans.
Kriegsgefangenenlager: Lagerzelte im Block II - deutsche Soldaten im Sommer 1946 im französischen Kriegsgefangenenlager Mulsanne sur Sarthe (Nordwest-Frankreich).
Minenkommando: Das Minenkommando Antibes, in dem auch Herbert Flemming tätig war, 1946 in Frankreich. Der blutige Job der Ex-Soldaten zahlte sich mitnichten aus. Sie bekamen eine Art Taschengeld, "mit dem man sich gerade mal eine Zigarette kaufen konnte", so Flemming. "Und wir haben zusammengeschmissen, wenn einer etwa einen neuen Zahn brauchte."
Kriegsgefangene: Deutsche Kriegsgefangene unter britischer Bewachung in Frankreich im Sommer 1944. Als die Franzosen noch vor Kriegsende Amerikaner und Briten ersuchten, ihnen aus ihren Camps deutsche Kriegsgefangene zum Minenräumen zu überstellen, zögerten London und Washington unter Berufung auf die Genfer Konvention.
Im Kriegsgefangenenlager: Deutsche Soldaten veranstalten im Sommer 1946 im französischen Kriegsgefangenenlager Mulsanne sur Sarthe (Nordwest-Frankreich) Fortbildungskurse, hier im Fach Rechtswissenschaften. Trotz der Genfer Konvention, deren Artikel 32 es untersagte, Kriegsgefangene bei gesundheitsschädlichen oder gefährlichen Arbeiten einzusetzen, wurden Zehntausende Deutsche zum Minenräumen eingesetzt.
Flemmings Soldbuch: Schon beim ersten Einsatz als Minenräumer starb Herbert Flemmings Kamerad Rudi. "Herbert, bleib stehen, rühr dich nicht", rief er noch. Dann ging die Ladung hoch. Die Aufnahme zeigt das Soldbuch des Fliegers Flemming aus den vierziger Jahren.
Abtransport deutscher Soldaten: Deutsche Kriegsgefangene werden 1944 in Frankreich durch US-Truppen abtransportiert. Auf der Konferenz von San Francisco, die von April bis Juni 1945 dauerte und auf der die Uno-Charta beschlossen wurde, handelte Frankreichs Außenminister Georges Bidault den Amerikanern und Briten ihr Einverständnis ab, deutsche Kriegsgefangene aus deren Camps zum Minenräumen einzusetzen.
Soldaten-Kolonne: Nach der alliierten Landung in der Normandie im Juni 1944 gehen deutsche Soldaten in Gefangenschaft der Queens Own Rifles of Canada.
Der Flieger Flemming: Herbert Flemming war Elektriker und während des Zweiten Weltkriegs Flieger bei der NS-Luftwaffe. Das Foto zeigt Flemming in den vierziger Jahren.