Zweiter Weltkrieg - DER SPIEGEL
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Zweiter Weltkrieg "Wir haben uns in eine Horde von Bestien verwandelt"

Todesurteil für eine Stadt: Hitler wollte Leningrad nicht erobern - die 3,5 Milllionen Bürger sollten vor Hunger krepieren. Fast 900 Tage dauerte die grausame Belagerung. Zwei Millionen Russen starben, Tausende Leningrader wurden zu Kannibalen.
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Gedenken an die Befreiung von Leningrad: Jedes Jahr am 27. Januar spielen die Mitglieder eines historischen Militärclubs die Schlacht zur Befreiung Leningrads, des heutigen St. Petersburg nach.

Foto: epa Anatoly Maltsev/ dpa
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Zum Friedhof: Leningrader Einwohner schaffen im Winter 1942/1943 während der Blockade Leningrads mit primitiven Mitteln tote Angehörige zum nächsten Friedhof. Viele andere Opfer der deutschen Belagerung blieben einfach liegen, wo sie gestorben waren.

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Kampf um Leningrad: Verzweifelt versuchte die Rote Armee Leningrad aus der Belagerung durch die deutsche Wehrmacht zu befreien. Aber erst im Januar 1943 gelang es, die Blockade teilweise aufzubrechen - endgültig beendet werden konnte sie erst ein Jahr darauf.

Foto: AP
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Suche im Schnee: Frauen holen 1941 während der Blockade Leningrads Wasser am Nothydranten auf dem Newskij-Prospekt vor dem Kaufhaus Gostiny Dwor. In der belagerten Stadt waren die Lebensmittelvorräte schnell knapp geworden, die Wasserleitungen großenteils durch das deutsche Bombardement zerstört.

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Beginn der Blockade: Deutsche Soldaten stehen Mitte Oktober 1941 in einem Schützengraben bei Leningrad, den sie von sowjetischen Truppen erobert haben. Etwa einen Monat zuvor hatte die Wehrmacht die Stadt eingekesselt und die Versorgungswege blockiert.

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Falsche Heldenpose: "Brust an Brust zur Verteidigung Leningrads!" steht auf diesem sowjetischen Plakat von 1941. Die Propaganda stellte die Verteidiger der Stadt als todesmutige Helden dar - in Wirklichkeit herrschte in der belagerten Millionenstadt unglaubliche Not, Angst und Schrecken.

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Wasser aus dem Straßengraben: Verzweifelte Leningrader schöpfen im Winter 1942/43 Wasser aus einem Graben. Schon kurz nach der Einkesselung war die Versorgung zusammengebrochen.

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Marschierende Rotarmisten: Reservetruppen der Roten Armee marschieren im Januar 1944 durch die Außenbezirke Leningrads - nach fast 900 Tagen Terror war die deutsche Belagerung beendet.

Foto: AP
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Keine Straßenbahn nach Leningrad: Das eingeschlossene Leningrad im Herbst 1941, vom Dorf Uritzki aus vier Kilometer Entfernung fotografiert. Im Vordergrund sind liegengebliebene sowjetische Fahrzeuge und Geschütze und eine Straßenbahn der zerstörten Strecke nach Zarskoje Selo zu sehen.

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In Stellung: Soldaten der Roten Armee bringen im Juli 1942 bei Leningrad ein Geschütz in Position, um die deutsche Blockade Leningrads zu durchbrechen. In der Stadt selbst waren Warnungen für die Bewohner ausgehängt, nur eine Seite der Straße zu benutzen, um dem deutschen Artilleriefeuer zu entgehen. Diese Warnhinweise wurden nach dem Krieg teilweise restauriert und sind noch heute als Mahnmal vorhanden.

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Hilfe übers Eis: Sowjetische Nachschubtransporte über den vereisten Ladogasee waren bis Januar 1943 die einzige Versorgungsmöglichkeit für das eingeschlossene Leningrad.

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Gerettet: Ein Teil der Leningrader Kinder konnte während der Belagerung evakuiert und so gerettet werden. Diese Gruppe fand Aufnahme und ein neues, friedliches Zuhause bei einem alten Bauern in Kirov.

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Deutsche Kriegsgefangene: Am 30. Januar 1944, wenige Tage nach Ende der Blockade, werden gefangene deutsche Wehrmachtssoldaten durch die Straßen Leningrads geführt.

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Jubeltag in Leningrad: Überglücklich begrüßen russische Soldaten aus Leningrad ihre Kameraden von außen, nachdem die fast 900 Tage währende Belagerung der Stadt Ende Januar 1944 endlich beendet ist.

Foto: Getty Images
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Kinder im Krieg: Verwundete Kinder am 9. Februar 1943 in einem Leningrader Krankenhaus. Die deutsche Artiellerie nahm die Stadt während der Belagerung systematisch unter Feuer. Schilder warnten die Bewohner, bestimmte Straßenseiten zu benutzen, weil Passanten dort unter Beschuss genommen wurden.

Foto: AP
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Schlacht als Spiel: Die Mitglieder eines Militärclubs spielen zum 64. Jahrestag des Endes der Blockade Leningrads am 27. Januar 2008 mit originalgetreuen Kostümen und Waffen die Schlacht um die Stadt nach. Das heutige St. Petersburg wurde während des Zweiten Weltkriegs über 28 Monate von der deutschen Wehrmacht belagert.

Foto: dpa
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Spießbraten: Wie er es seinerzeit in Argentinien gelernt hatte, bereitet Hauptmann d.R. Richard Zeissig einen zünftigen Spiessbraten für seine Leute. Er war Chef der II. Kompanie des Infanterieregiments 67 der 23. Infanterie-Division der Heeresgruppe Mitte. Seine Einheit war unter den ersten, die in den letzten Tagen des Jahres 1941 die Vororte von Moskau besetzten. Dort kam sein Gefechtsbunker am 27. Dezember 1941 unter Artilleriebeschuß, und er war unter den Verletzten. Auf einem Pferdeschlitten wurde er hinter die Front zurückgebracht zum Feldlazarett in Wjasma, auf der Fahrt erneut von Granatsplittern getroffen und schwer verwundet. Am 6. Januar 1942, drei Wochen, bevor er 45 Jahre alt wurde, starb Richard Zeissig und wurde auf dem "Heldenfriedhof" von Wjasma begraben. Posthum wurde er zum Major der Reserve befördert und mit dem Deutschen Kreuz in Gold, dem höchsten Orden der deutschen Wehrmacht für persönliche Tapferkeit vor dem Feind, ausgezeichnet.

Foto: Hilmar Zeissig
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