Zweiter Weltkrieg Die Frau, die Churchill zum Schweigen brachte
"Mister White": Winston Churchill am 24. November 1954 an seinem Schreibtisch in der Whitehall in London. Bei seinen Telefonaten mit dem US-Präsidenten Roosevelt benutzte der Premierminister den Decknamen "Mister White", Roosevelt war "Mister Smith".
Ständig besetzt: Der kleine Raum in der geheimen Kommandozentrale der britischen Kriegsführung nutzte Winston Churchill für transatlantische Telefongespräche mit US-Präsident Roosevelt. Damit sich vor der Tür keine Lauscher aufhielten, baute man eine Toilettentür ein, die meist "besetzt" anzeigte.
Map Room: Undatierte Aufnahme des Kartenraums in den Cabinet War Rooms, der ehemals geheimen Kommandozentrale der britischen Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg in London. Von hier aus kontrollierte die junge Stenotypistin Ruth Ive die Gespräche zwischen Churchill und Roosevelt. Neben ihr arbeiteten dort noch sieben weitere Zensoren sowie zwei Vorgesetzte rund um die Uhr.
"Liberators of The World": Ein Poster aus dem Zweiten Weltkrieg zeigt Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill unter dem Titel "Befreier der Welt". Stenotypistin Ruth Ive lauschte im Wendejahr des Krieges 1942 mehrmals pro Woche den Telefonaten zwischen den beiden Staatschefs. Der Premierminister, einnert sie sich, lag meistens auf seinem Bett; im Hintergrund waren Papiergeraschel und das Klirren eines Glases zu hören.
Geschützte Kommandozentrale: Leslie Hollis und Lawrence Burgis begutachten am 1. April 1946 die von ihnen entworfenen Cabinet War Rooms, die ehemals geheime Kommandozentrale der britischen Kriegsführung im Zweiten Weltkrieg in London. Um sie gegen Luftangriffe zu schützen, waren die Decken mit einer bis zu 3 Meter dicken Betonschicht verstärkt worden. Die historische Stätte Englands kann seit den achtziger Jahren auch von Touristen besichtigt werden.
Ehemalige Stenotypistin: Die Stenotypistin Myra Collyer, hier in einer Aufnahme vom 27. August 2009, war während des Zweiten Weltkriegs Angestellte der britischen Regierung - und wie Ruth Ive im Bunker Winston Churchills stationiert.
Kriegsunterkunft: Das von Winston Churchill während des Zweiten Weltkriegs genutzte Schlafzimmer mit Büro in einer Aufnahme vom 18. März 1948. Warum Churchill und Roosevelt sich bei ihren Telefonaten Decknamen gaben, kann Ruth Ive nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, wessen geniale Idee es war, Churchill und Roosevelt als Mister White und Mister Smith miteinander reden zu lassen", sagt sie. "Ich dachte, selbst der dümmste Deutsche würde die Stimmen sofort erkennen."
Untergrund-Zentrale: Die Aufnahme zeigt die Cabinet War Rooms, in denen Ruth Ive arbeitete, am 17. März 1948 - die Markierungen auf den Karten an den Wänden blieben auch nach Ende des Krieges unangetastet.
Historischer Ort: Eine Wachspuppe hält in den Cabinet War Rooms in London, die ansonsten seit Ende des Zweiten Weltkriegs unberührt geblieben sind, die Stellung. Am 27. August 2009 feierte man dort das 70-jährige Jubiläum der ersten Nutzung der Räume durch Winston Churchill - eine Woche vor der deutschen Invasion in Polen.
Ausmaße des Luftkriegs: Winston Churchill besichtigt im Mai 1941 das von deutschen Bomben zerstörte englische Parlament.
La Corona "Winston Churchill": In Erinnerung an den leidenschaftlichen Zigarrenraucher stellt das 2005 eröffnete Museum in den Cabinet War Rooms unter anderem eine "Winston-Churchill"-Zigarre aus.
Cabinet War Rooms: Während des Zweiten Weltkriegs diente der unterirdische Bau als Kommandostand der britischen Regierung. Da der Funk, über den sämtliche Telefonate zwischen England und Nordamerika abgewickelt werden mussten, von den Deutschen abgehört werden konnte, durfte nur in Codewörtern geredet werden. Außerdem wurden die Gespräche vorsorglich überwacht und im Notfall unterbrochen, um das Ausplaudern kriegsrelevanter Informationen zu verhindern.
Mrs. Churchills Raum: Der für Clementine Churchill, die Gattin des britischen Premiers vorgesehene Raum in den Cabinet War Rooms. Am Telefon sprachen US-Präsident Roosevelt und Winston Churchill immer nur vom Colonel, wenn es um Clementine ging.