Zweiter Weltkrieg Stalins Himmelstürmerinnen
Weibliche Fliegerasse: Die sowjetischen Kampffliegerinnen Lilia Litwak, Katja Budanowa und Maria Kuznetsowa (v.l.n.r.) vom 586. Jagdregiment planen ihren nächsten Einsatz. Ihre Einheit, die nur aus weiblichen Piloten bestand, vernichtete oder beschädigte insgesamt 17 größere Brücken, 9 Eisenbahnzüge, 26 Munitions- und Treibstofflager, 176 Lkw und 86 Feuerstellungen der deutschen Invasoren.
Po-2 im Einsatz: Ein Po-2-Bomber 1942 bei Moskau. Die fragilen, aus stoffbespanntem Sperrholz gefertigten Doppeldecker wurden durch ihre Einsätze bei den "Nachthexen" berühmt. Sie waren extrem wendig und langsam, so dass es den schnellen deutschen Jägern schwerfiel, sie ins Visier zu bekommen.
Sowjetische Fliegerkameradinnen: Die "Nachthexen" Nadesha Popowa und Jekaterina Rjabowa. "Manchmal blicke ich in den dunklen Himmel, schließe meine Augen und sehe mich als Mädchen, das einen Bomber fliegt und dann frage ich mich: 'Wie um Himmels willen habe ich das gemacht?'", sagte Popowa Jahre nach dem Krieg.
"Weiße Rose von Stalingrad": Lilia Litwak war gerade 22 Jahre alt, als die "Weiße Rose von Stalingrad" am 1. August 1943 nicht von einem Kampfeinsatz zurückkehrte. Das erste Mal hatte sie mit 14 Jahren in einem Flugzeug gesessen. 1990 erhielt Lilia Litwak postum von Michail Gorbatschow den Orden "Held der Sowjetunion".
Sowjet-Pilotinnen: Nicht nur das 588. Nachtbomberregiment der Sowjets, die gefürchteten "Nachthexen", war eine reine Frauentruppe. Auch das 586. Jagdfliegerregiment unter Kommandantin Tamara Kasarinowa und das 587. Bomberregiment unter dem Kommando von Marina Raskowa bestand ausschließlich aus Frauen. Das Foto zeigt Pilotinnen des 586. Regiments.
Doppeldecker Po-2: Die Pilotinnen des sowjetischen "Nachthexen"-Regiments flogen während des Zweiten Weltkriegs mit solchen leichten Bombern - hier zu sehen am 9. September 1995 auf einer Flugschau in Berlin - nächtliche Störangriffe gegen die deutschen Truppen.
Pilotin mit Navigatorin: Sowjetische Kampffliegerinnen wie Tanja Makarowa (l.) rekrutierten sich zumeist aus Pilotinnen der Zivilluftfahrt und Mitgliedern sowjetischer Aero-Clubs. Navigatoren wie Vera Belik (r.) gingen häufig aus der OSSOAWIACHIM hervor, der paramilitärischen "Gesellschaft zur Förderung der Verteidigung, des Flugwesens und der Chemie".
Heldin der Sowjetunion: Jede Pilotin des 588. Nachtfliegerregiments absolvierte von 1942 bis Kriegsende rund tausend Einsätze. Zahlreiche von ihnen, darunter auch die "Nachthexe" Natalia Meklin (Foto) erhielt für ihre Tapferkeit während des Zweiten Weltkrieges die Auszeichnung "Held der Sowjetunion".
Kampffliegerin Makarowa: Die sowjetische Fliegerlegende Tanja Makarowa überzeugte Diktator Stalin, auch Frauen als Jagd- und Bomberpiloten gegen die Deutschen kämpfen zu lassen. Das Bild entstand im Sommer 1943, im Jahr nach der Aufstellung von drei Fliegerregimentern mit ausschließlich weiblichen Piloten.
Klar zum Angriff: Die junge "Nachthexe" Ekaterina Budanowa besteigt ihren leichten Bomber. Insgesamt flog das nur aus Frauen bestehende Fliegerregiment Nr. 588 mehr als 23.000 Einsätze und warf über den feindlichen Linien rund 100.000 Sprengsätze ab. Neben den auf Nachtangriffe spezialisierten "Nachthexen" existierten zwei weitere aus weiblichen Piloten rekrutierte sowjetische Fliegerregimenter.
Veteranin Popowa: Während des Zweiten Weltkriegs flog Kampfpilotin Nadeshda Popowa (M.) als "Nachthexe" mehr als 850 Einsätze gegen die Deutschen. Diese Aufnahme von August 2000 zeigt sie auf einem Veteranentreffen in Moskau mit anderen Kriegsteilnehmern (rechts der ehemalige US-Pilot David Lee Hill).
"Nachthexe" Meklin: Für ihre Verdienste als Kampfpilotin wurde Natalia Meklin mit dem Orden "Held der Sowjetunion" ausgezeichnet, neben dem Lenin-Orden der höchste Ehrentitel, der in der UdSSR vergeben wurde.
Frauentruppe: Eine undatierte Aufnahme von Pilotinnen des 588. Nachtbomberregiments, den berüchtigten "Nachthexen". Das Foto zeigt (v.l.n.r.) Rufa Gaschewa, Natalia Meklin, Marina Tschecheniewa, Nadeshda Popowa, Sima Amosowa, Dina Nikulina, Yevdikia Bireschanska, Maria Smirnowa und Jewgenia Schigulenko.
"Nachthexen"-Erfinderin Raskowa: Im Sommer 1942 stellte die 30-jährige Marina Raskowa auf Geheiß Stalins das "Nachthexen"-Regiment auf - nachdem die prominente Pilotin den Diktator monatelang bekniet hatte, Frauen Kampfeinsätze fliegen zu lassen. Die Einheit bestand komplett aus weiblichem Personal, von den Mechanikerinnen über den Navigatorinnen bis zu den Pilotinnen selbst, von denen viele erst um die 20 Jahre alt waren.
Zurück am Boden: Fünf "Nachthexen" sind nach einem offenbar erfolgreichen Einsatz zurück zu ihrem Stützpunkt gekehrt. In der Mitte ist Kommandeurin Jewdokija Berschanskaja zu erkennen. Insgesamt flog das Frauenregiment mehr als 23.000 Einsätze, bis es ein halbes Jahr nach Kriegsende im November 1945 aufgelöst wurde - und die kampferprobten Fliegerinnen eine Existenz mit traditioneller Verteilung der Geschlechterrollen erwartete.
Putin und die Hexe: Ministerpräsident Wladimir Putin unterhält sich auf einem Kriegsveteranentreffen am 8. Mai 2006 im Kreml mit Nadeshda Popowa, die für ihre fliegerischen Leistungen den Orden "Held der Sowjetunion" erhielt. Von den 29 Frauen, denen im Zweiten Weltkrieg dieser Titel verliehen wurde, waren 23 Angehörige der "Nachthexen".
Umrüstung zu Bombenfliegern: Eine Polikarpow-Maschine ist im Sommer 1941 abgeschossen worden und setzt zur Notlandung in der Ukraine an. Das Modell Po-2 wurde 1927/28 entwickelt und bestand aus Holz und Stoff. Ursprünglich war es als Ausbildungsflugzeug und für landwirtschaftliche Zwecke gedacht gewesen. Für den Einsatz des 588. Regiments wurden die Doppeldecker zu Bombenfliegern umgerüstet.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 169-0112