Zweiter Weltkrieg - DER SPIEGEL
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Zweiter Weltkrieg Das Geheimnis von P. O. Box 1142

Generation Hitlerjugend im O-Ton: In kürzlich entdeckten Akten des geheimen US-Vernehmunglagers Fort Hunt bei Washington fanden Historiker Abhörprotokolle deutscher Kriegsgefangener - wohl nie wieder plauderten Wehrmachtssoldaten so offen über Hitler, Kriegsverbrechen und Fronterlebnisse. Von Felix Römer
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Fort Hunt: Die Luftaufnahme zeigt das US-Verhörlager. Zu erkennen ist der T-förmige "Compound A" (Bildmitte), einer der zwei Gefängnisunterkünfte. "Compound B" wurde erst 1944 errichtet. Das Foto wurde kurz zuvor - 1942 oder 1943 - aufgenommen. Alfred Andersch, Mitbegründer der "Gruppe 47" und vor seiner Internierung Angehöriger der 20. Luftwaffensturm-Division, war sowohl in Gebäude A als auch in B untergebracht.

Foto: US National Archives and Records Administration
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Vernehmungsoffiziere: Der Geheimdienst der US-Army, der Military Intelligence Service, erhoffte sich von den Insassen im Vernehmungslager Fort Hunt Erkenntnisse über die "psychological and political conditions" in Deutschland. Jedes Gespräch wurde akribisch protokolliert. Das undatierte Gruppenfoto zeigt die Vernehmungsoffiziere in dem Verhörlager.

Foto: National Archives Washington
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Heimliches Abhören: Das Foto zeigt einen US-Nachrichtendienstmitarbeiter im sogenannten Monitoring Room, während er die Gespräche der Zelleninsassen belauscht.

Foto: National Archives Washington
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Gefangenenakte: Die in Fort Hunt belauschten Unterhaltungen wurden allesamt sorgsam transkribiert und archiviert. In Andersch' Kriegsgefangenen-Akte sind wörtliche Dialoge überliefert. Die Akte ist auf den 13. Juni 1944 datiert, das Foto zeigt Andersch eine Woche nach der Desertion.

Foto: Arbeitsgruppe Deutscher Widerstand/Wehrmachtsauskunftsstelle Berlin
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Lagerbibliothek: Zwei deutsche Kriegsgefangene verbringen ihre freie Zeit in der Bibliothek des geheimen Verhörlagers, dessen Codename "Post Office Box 1142" lautete.

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Unterkunft: Das undatierte Foto zeigt eine Zelle im Fort Hunt. Das geheime Lager diente während des Zweiten Weltkrieges zum Verhören deutscher Kriegsgefangener.

Foto: National Archives Washington
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Kriegsgefangenen-Transporter: Mit einem solchen ungekennzeichneten Bus wurden die deutschen "Prisoners of War" ins Fort Hunt gebracht. Wohin die Fahrt ging, wurde ihnen nicht verraten.

Foto: National Archives Washington
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Belauschung: In den Zellen waren Mikrofone (Foto) versteckt, um alle Gespräche mit den Mitgefangenen heimlich abzuhören.

Foto: National Archives Washington
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Alfred Andersch: Am 12. September 1944 musste der deutsche Mannschaftssoldat im US-Kriegsgefangenenlager Pine Grove Furnace in einen Bus steigen, der ihn nach Virginia brachte. Dort gerät er in die Hände des US-Geheimdienstes MIS.

Foto: Archiv Diogenes Verlag AG
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Compound B: Der Gebäudekomplex wurde 1944 errichtet. Im Vergleich zum Compound A war die technische Ausrüstung verbessert worden. Zu erkennen sind alle vier Flügel des kreuzförmigen Gebäudes mit dem besetzten Wachturm in der Mitte.

Foto: National Archives Washington
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Essenszeit: Eine Aufnahme von Lager-Insassen vom 14. Mai 1934. Die Einrichtung wurde später zum Verhörlager für deutsche Kriegsgefangene. Zwischen 1942 und 1945 vernahm der militärische Geheimdienst MIS in Fort Hunt knapp 3000 Wehrmachtssoldaten.

Foto: AP
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Das Palace-Hotel: "Post Office Box 1142" diente auch nach Kriegsende als Vorlage für deutsche Verhörlager, beispielsweise für Camp Ashcan. Im luxemburgischen Badeort Mondorf-Les-Bains richteten die Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dieses von der Öffentlichkeit streng abgeschirmtes "Interrogation Center" ein. Die Hauptangeklagten der Nürnberger Prozesse wie Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop, Albert Speer und Julius Streicher wurden in dem Hotel untergebracht, bis ein Ort für die Prozesse gefunden war.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?