Zweiter Weltkrieg Die Mär von den keuschen Deutschen
Vormarsch der deutschen Infanterie: "Auch ein Wohnwagen mit Damens für die tapferen Russen wird erbeutet; die Insassinnen sind allerdings durch das MG-Feuer leicht beschädigt, aber warum ziehen sie auch in den Krieg. 'Leckere Mädchen', meinen die Landser, als sie zurückkommen", notierte ein Generalmajor auf dem Feldzug Richtung Osten in sein Kriegstagebuch.
Das Bild zeigt deutsche Infanterie-Soldaten, die im Sommer 1941 die russische Stadt Perejeslawl passieren.
Wehrmachtssoldaten in der Ukraine, 1941: Im Mai 1943 empfahlen die Vorsitzenden Richter der SS- und Polizeigerichte in den besetzten Ostgebieten, das Verbot von Geschlechtsverkehr für Soldaten vorübergehend außer Kraft zu setzen. Andernfalls müsse man zu viele SS-Angehörige verurteilen - mindestens die Hälfte der Männer halte sich nicht daran.
Deutsche Landser mit Zivilisten: Nach Hitlers "Kriegsgerichtsbarkeitserlass" mussten Übergriffe auf Soldaten gegen Zivilisten nicht geahndet werden. Entsprechend konnten Truppenführer ihren Soldaten durch seltenes Einschreiten und laxe Sanktionen "Freiräume" ermöglichen. Das Foto zeigt deutsche Soldaten 1941 in der Sowjetunion mit Einheimischen.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 101I-020-1262-26
Posieren mit einheimischen Frauen: Zehn Millionen deutsche Soldaten kämpften an der Ostfront - viele von ihnen brachten Erinnerungsfotos mit einheimischen Frauen zurück.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-L24894
Marschpause: Wehrmachtssoldaten legen am Wegesrand in Gesellschaft von Einheimischen eine Pause ein (aufgenommen im Juli 1941 bei Shitomir). "Keusch und rassebewusst" sollten sich Eroberer und Besatzer nach ideologischen Vorgaben der Nazi-Vordenker an der Ostfront benehmen. Die Praxis sah oft anders aus, wie eine jüngst veröffentlichte Studie belegt.
Wehrmachtssoldaten in Smolensk: Die Wehrmacht versuchte, das Sexualleben ihrer Soldaten zu kanalisieren. Ab 1943 richtete sie auch im Osten Bordelle ein, insgesamt rund 20, unter anderem in Riga, Wilna, Charkow, Lemberg oder Smolensk.
Das Foto zeigt russische Frauen 1941 in Smolensk im Gespräch mit Soldaten einer Propagandakompanie.
Deutsche Panzerspitze beim Einmarsch in die Ukraine: Das Oberkommando der Wehrmacht hatte verfügt, bei der Partisanenbekämpfung auch "gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden" - für Sadisten in der Truppe ein Freibrief, zu foltern und zu vergewaltigen.