Zwickauer Zelle: Blutsfreunde - DER SPIEGEL
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Zwickauer Zelle Blutsfreunde

Uwe Böhnhardt war der Militante, Uwe Mundlos der Intellektuelle, Beate Zschäpe die Mitläuferin: So sehen ehemalige Freunde aus der rechtsextremen Szene das Terror-Trio. Sie glauben nicht an die Theorie vom großen Netzwerk der Unterstützer - die drei hätten nur einem engen Zirkel vertraut.
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Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos: Die Männer erschossen sich vor einer Woche in einem Wohnmobil. Doch sie hinterließen ein Geständnis auf DVD: Darin rühmten sie sich einer grausamen Mordserie an Einwanderern und eines Nagelbombenattentats in Köln.

Foto: dapd/ Ostthueringer Zeitung
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Beate Zschäpe, die Dritte im Bunde: Gegen die 36-Jährige wird wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, wegen Mordes, versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung ermittelt.

Foto: dapd/ Ostthueringer Zeitung
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Eisenach-Stregda, 4. November: In diesem Wohnmobil erschossen sich Mundlos und Böhnhardt, das Fahzeug brannte aus. Zuvor riefen sie ihre Komplizin Beate Zschäpe an und trugen ihr auf, sämtliche Spuren in der gemeinsamen Wohnung in Zwickau zu vernichten.

Foto: Carolin Lemuth/ dpa
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Sie parierte, doch die Spuren verwischte sie damit nicht, zumindest nicht gut genug: Ermittler fanden die Tatwaffen der "Döner-Morde" und des Mordes an eine Heilbronner Polizistin - und DVDs mit einem Film, in dem Mundlos und Böhnhardt die Mordserie an Einwanderern und einen Bombenanschlag in Köln gestehen.

Foto: dapd
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Spurensicherung vor dem Haus in Zwickau: In dem Film kündigen die Männer an, solange sich "keine grundlegenden Änderungen in der Politik, Presse und Meinungsfreiheit" vollzögen, würden "die Aktivitäten weitergeführt".

Foto: Jan Woitas/ dpa
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Zwischen 2000 und 2006 wurden insgesamt neun Männer erschossen, alles Einwanderer. Das achte Opfer starb am 4. April 2006 in einem Dortmunder Kiosk.

Foto: Nils Foltynowicz/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Jahrelang tappte die Ermittlungsgruppe "Bosporus" im Dunkeln. Einzige Verbindung zwischen den Morden war die Tatwaffe.

Foto: Daniel Karmann/ picture-alliance/ dpa
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Ermittler entdeckten sie in dem explodierten Haus in Zwickau: Eine Ceska Typ 83, Kaliber 7,65 Millimeter.

Foto: dapd/ Polizei
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Der Film, der in den Trümmern gefunden wurde, legt nahe, dass Böhnhardt und Mundlos ihre Opfer fotografierten, die Polizei hält die Aufnahmen für authentisch.

Foto: Jan Woitas/ dpa
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In dem Film bekennen sich Böhnhardt und Mundlos auch zum Bombenanschlag auf eine Straße in Köln, die überwiegend von türkischen Einwanderern bewohnt ist. Die Bombe detonierte am 9. Juni 2004.

Foto: Türkiye/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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In der Ermittlungsgruppe "Sprengsatz" gingen 24 Beamte monatelang Hunderten Hinweisen nach - doch ohne Ergebnis.

Foto: dapd
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Auch die von einer Überwachungskamera aufgezeichneten Bilder brachten nicht den Erfolg: Zu sehen waren zwei Männer, die das Fahrrad in der Straße abbestellten, auf dem die Bombe deponiert war. Vor ihrem Tod rühmten sich Böhnhardt und Mundlos, für die Tat verantwortlich zu sein.

Foto: dapd
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