Zwölf des dritten Spieltags - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Zwölf des Tages Guck mal, da sitzt der Streich!

Und plötzlich sitzt der Trainer auf der Tribüne: Freiburgs Coach Christian Streich erlebte das Spiel in Hoffenheim aus ungewohnter Perspektive, Luiz Gustavo verstieß gegen die eigenen Vorsätze - und ein Braunschweiger wurde zum Sinnbild der Verunsicherung.
1 / 12

Da stand er nun: In der linken Hand den Ball, die rechte zur Faust geballt und in die Luft gereckt. Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer genoss den Moment des Triumphes im Spiel gegen den FC Bayern, nachdem er in der 33. Minute einen Elfmeter von David Alaba nicht nur abgewehrt, sondern sogar festgehalten hatte. Das ließ der Triple-Sieger natürlich nicht auf sich sitzen und kam am Ende zu einem glanzlosen aber ungefährdeten 2:0-Erfolg. Dass der Sieg nicht höher ausfiel, lag vor allem an Schäfer. Er parierte in der Schlussphase weitere gute Chancen.

Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERS
2 / 12

Wie einst Frank Mill: In der 80. Minute hätte Sascha Mölders für die Entscheidung gegen Stuttgart sorgen können. Bei einem Konter tauchte der Augsburger Stürmer frei vor VfB-Keeper Sven Ulreich und schoss diesen zunächst an. Glück für Mölders, dass ihm der Ball direkt wieder vor die Füße prallte. Mit aller Gewalt wollte er diesen dann ins leere Tor jagen - doch Mölders schoss weit daneben. Ein klarer Fall für jeden Bundesliga-Jahresrückblick. Dieses "Kunststück" änderte letztlich aber nichts am Erfolg für den FCA, der 2:1 gewann.

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images
3 / 12

Drei Spiele hat Eintracht Braunschweig seit der Rückkehr in der Bundesliga nun bestritten, auch das dritte ging verloren. Zum Sinnbild der Braunschweiger Verunsicherung gegen Frankfurt wurde der norwegische Verteidiger Omar Elabdellaoui. In der 62. Minute spielte er einen Querpass vor dem eigenen Strafraum, der nicht bei seinem Mitspieler Norman Theuerkauf ankam wie geplant, sondern bei Stefan Aigner. Der Frankfurter nahm die Einladung an und vollendete zum 2:0-Enstand. Elabdellaoui und seine Kollegen warten damit weiter auf den ersten Bundesliga-Punkt seit 28 Jahren.

Foto: Stuart Franklin/ Bongarts/Getty Images
4 / 12

Nico Schulz von Aufsteiger Hertha BSC hat gegen den Hamburger SV sein erstes Bundesliga-Spiel über 90 Minuten gemacht, und obwohl er sich nicht in die Torschützenliste eintragen konnte, hatte er in den prägenden Situationen die Füße im Spiel. Mit seinem Fehlpass in der achten Minute ermöglichte er Artjoms Rudnevs die größte HSV-Chance, die allerdings ungenutzt blieb. In der 74. Minuten leistete Schulz die Vorlage zum entscheidenden 1:0 durch Adrian Ramos. Die Jubeltraube bildete sich nicht um den Torschützen, sondern um den 20 Jahre alten Schulz, einen gebürtigen Berliner, der in der Jugend ein Angebot des FC Liverpool ausschlug. Er wollte lieber Profi bei Hertha werden.

Foto: Oliver Mehlis/ dpa
5 / 12

Seien Sie ehrlich, Mainz auf Platz vier mit drei Siegen aus drei Spielen, damit hatten Sie auch nicht gerechnet. Maßgeblich beteiligt am Traumstart ist mit vier Toren Nicolai Müller, der auch gegen den VfL Wolfsburg traf. Sein Tor zum 2:0-Endstand erstickte die Gäste-Hoffnungen auf einen Punkt. Trainer Thomas Tuchel lobte die konstante Entwicklung des 25-Jährigen bereits mehrfach. Gut möglich, dass er den Mittelfeldmann nicht mehr lange dabei beobachten kann. Müllers Vertrag läuft noch bis 2015. Er wäre nicht der erste, der Mainz bei einem Abgang Millionen in die Kasse spülen würde.

Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpa
6 / 12

Luiz Gustavo gilt nicht nur als ordentlicher Mittelfeldspieler, weshalb er dem VfL Wolfsburg gerade eine ordentliche Ablösesummer wert war. Der Brasilianer fiel auch immer wieder mit rüpelhaftem Verhalten auf. Vier Platzverweise hatte er bis zu seinem Wechsel nach Wolfsburg gesammelt. Beim VfL sollte alles anders werden. Gustavo hat unter der Woche in mehreren Interviews betont, dass er ruhiger geworden sei. Immer noch hart, aber nicht unfair. Nun ja: Bei Niederlage in Mainz kassierte er seinen fünften Verweis. In der 64. Minute flog er mit Gelb-Rot vom Platz.

Foto: Fredrik Von Erichsen/ dpa
7 / 12

Man hätte gerne erfahren, was Sejad Salihovic sich dabei gedacht hatte. Sein Elfmeter-Tor zur 1:0-Führung für 1899 Hoffenheim gegen den SC Freiburg feierte er, indem er Freiburgs Kapitän Julian Schuster ohrfeigte und dafür ordnungsgemäß vom Platz gestellt wurde. Der Sünder wollte sich aber nicht erklären. "Kein Kommentar", sagte Salihovic über seinen mutmaßlichen Rekord: Ganze 14 Sekunden nach einem Treffer vom Platz zu fliegen - das muss ihm erstmal jemand nachmachen.

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images
8 / 12

68 Minuten Einsatzzeit gegen den 1. FC Nürnberg, das klingt für viele Bayern-Stars nicht gerade nach einem Grund zum Feiern. Für Mario Götze war es das dennoch. Der Neu-Münchner spielte erstmals von Anfang an. Sein Startelf-Debüt war nicht berauschend. Götze verdribbelte sich gelegentlich, scheiterte in der 61. Minute an Nürnbergs Raphael Schäfer. Egal. "Ich habe mich einfach gefreut", sagte Götze, der im Sommer unter großem Wirbel für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund gekommen war.

Foto: GUENTER SCHIFFMANN/ AFP
9 / 12

Eine Parade von Torwart Sebastian Mielitz, ein Fehlpass statt eines Torschusses: Dortmunds Marco Reus hätte gegen Werder Bremen durchaus ein Tor erzielen können, vielleicht sogar zwei. Gelingen wollte ihm das nicht. Der Nationalspieler stand stellvertretend für einen hochüberlegenen BVB, der aber verschwenderisch mit seinen Chancen umging. 32 Torschüsse, nur ein Treffer durch Robert Lewandowski: Das reichte am Freitagabend zum dritten Saisonsieg, vollends zufrieden war Trainer Jürgen Klopp trotzdem nicht: "Ich finde nicht, dass nach neun Punkten aus drei Spielen die mangelnde Chancenverwertung das coolste Thema ist. Diesen Teilbereich müssen wir aber verbessern, auch in allen anderen Bereichen haben wir noch Luft nach oben."

Foto: AP/dpa
10 / 12

Viel besser hätte sein Timing nicht sein können. Borussia Mönchengladbach war zum Rhein-Derby zu Gast, in der Loge saß Bundestrainer Joachim Löw. Leverkusens Sidney Sam nutzte die Gelegenheit zu einer Gala-Vorstellung. Beim 4:2-Sieg, dem dritten für Bayer im dritten Spiel, erzielte der 25-Jährige zwei Tore und bereitete eines vor. Eindrucksvoll. Der Lohn: Löw ließ nach dem Schlusspfiff eine kaum versteckte Einladung zu den beiden Länderspielen im September folgen.

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS
11 / 12

Adam Szalai ist ein rätselhafter Profi. Schon bei seinem Namen sind sich die Fachleute nicht einig: Während die einen darauf beharren, dass der Schalker Stürmer aus Ungarn "Schallai" ausgesprochen wir, bestehen die anderen auf "Solloi", und auch "Tzollui" ist eine mögliche Variante. Seine Leistung beim Spiel gegen Hannover war ähnlich rätselhaft. Ihm gelang in bester Stürmermanier der Treffer zum 1:2-Anschluss, doch als er in der 65. Minute die Chance zum Ausgleich hatte, scheiterte er grandios: Nach Zuspiel von Christian Clemens schob er den Ball im Fallen rechts am leeren Tor vorbei. Immerhin, seine Analyse ließ keinen Interpretationsspielraum: "Das Ding musste ich machen", gestand Szalai.

Foto: Ronny Hartmann/ Bongarts/Getty Images
12 / 12

Einen Tag, sagte der Freiburger Trainer Christian Streich, werde er brauchen, um die Partie in Hoffenheim verarbeiten zu können. Beim 3:3 musste der Coach am Ende der ersten Halbzeit den Platz verlassen. Auslöser soll ein lautstarker Streit mit Hoffenheims Co-Trainers Frank Kaspari gewesen sein. Freiburgs Francis Coquelin sah wegen vermeintlichen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte, Streich war damit naturgemäß nicht einverstanden. Von der Tribüne aus erlebte der 48-Jährige dann immerhin den ersten Punkt des Sportclubs in dieser Saison. "Das haut dich um", sagte Streich und hatte damit noch immer nicht die Leistung seiner Elf gemeint.

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?