Zwölf des Tages Taube Ohren und brasilianische Boxer
Da geht`s lang: Trainer Dieter Hecking machte am 17. Spieltag alles richtig und stellte seinen 1. FC Nürnberg perfekt ein. Beim überraschenden 3:0-Erfolg gegen Bayer Leverkusen war die Mannschaft der Star. Die Punkte kann Hecking im Kampf gegen den Abstieg gut gebrauchen. Mit dem Sieg in Leverkusen darf Nürnberg immerhin auf dem 15. Tabellenplatz ins neue Jahr gehen.
Nicht ganz auf Augenhöhe war Franck Ribéry (r.) an diesem Spieltag. Der Franzose in Diensten des FC Bayern München geriet mit Kölns Abwehrspieler Henrique Sereno (li.) aneinander, nachdem sich dieser über eine vermeintliche Schwalbe des Bayernstars beschwert hatte. Zunächst verwarnte der Schiedsrichter Guido Winkmann beide. Als Ribéry weiter stänkerte und einen Kopfstoß andeutete, schickte ihn Winkmann mit Gelb-Rot vom Platz.
Souverän: Schiedsrichter Günter Perl (l.) leitete die Partie Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg mit viel Übersicht. Beim Tor der Dortmunder zum zwischenzeitlichen 2:1 überstimmte der Unparteiische seinen Assistenten, der zuvor Abseits angezeigt hatte. Die Freiburger bekamen das nicht mit, blieben stehen, und Dortmunds Gündogan machte ein reguläres Tor. Am Ende hieß es 1:4, der Sportclub geht als Letzter in die Winterpause.
Das Unentschieden festgehalten: Augsburgs Torwart Mohamed Amsif konnte mit dem Remis gegen den Hamburger SV zufrieden sein und sich gleichzeitig über seine eigene Leistung freuen. Neun Bälle wehrte der Deutsch-Marokkaner ab. Damit sicherte er dem Aufsteiger einen Punkt, den der Club dringend benötigt.
Mit einer rotwürdigen Boxeinlage machte Raffael (l.) von Hertha BSC im Spiel gegen 1899 Hoffenheim den Schiedsrichter auf sich aufmerksam. Dabei hatte der Unparteiische nach Foulspiel von Salihovic (r.) zuvor bereits auf Freistoß für die Berliner entschieden. Das reichte dem Brasilianer offenbar nicht aus, der nach dem Pfiff aktiv wurde. Für die Attacke musste er in der 31. Minute vorzeitig das Spielfeld verlassen.
Fast im Alleingang besiegte Raúl González Blanco Werder Bremen. Der Spanier des FC Schalke machte die ersten drei Tore für die Ruhrpott-Kicker und leitete so frühzeitig den 5:0-Sieg seiner Mannschaft ein. Auch das Passspiel des Stürmers kann sich sehen lassen: Von 67 gespielten Pässen fanden 62 ihr Ziel.
Der Arbeitstag beim VfL Wolfsburg lief für Hasan Salihamidzic (l.) mehr als bescheiden. Der Routinier wurde in der 46. Minute eingewechselt. Nach knapp 20 Minuten hatte er im Spiel gegen den VfB Stuttgart bereits Feierabend. Seine magere Bilanz: ein gewonnener Zweikampf, vier verlorene, eine Gelbe Karte und zehn Ballkontakte. Besser machte es Sebastian Polter, der für "Brazzo" kam und den 1:0-Siegtreffer für die Wolfsburger erzielte.
Pechvogel: In der 71. Minute wurde Marcus Berg bei der Partie gegen den FC Augsburg für seinen Hamburger SV eingewechselt. Der schwedische Stürmer war beim 1:1-Unentschieden gerade mal zehn Minuten auf dem Platz, als er sich bei einem Fallrückzieher verletzte und ausgewechselt werden musste. Die Diagonose: Schlüsselbeinbruch.
Auf diesem Ohr ist Geschäftsführer Michael Preetz von Hertha BSC offenbar taub. Vor allem, wenn Markus Babbel hineinspricht. Das Verhältnis zwischen Manager und Trainer kann seit der Entlassung Babbels als gestört eingestuft werden. Bei der vorangegangenen Schlammschlacht behauptete Preetz, nicht frühzeitig von Babbel über dessen geplanten Ausstieg bei den Berlinern informiert worden zu sein. "Da hat er vielleicht nicht richtig zugehört", kommentierte Babbel dies.
Zauberfuß im Zauberschuh: Mit diesen Spezialtretern gab Marco Reus von Borussia Mönchengladbach sein Comeback, drei Wochen nach seinem Zehbruch im Spiel gegen Köln. Ein eigens für den 22-Jährigen angefertigtes Schuhmodell machte den Einsatz gegen Mainz 05 möglich. Die Verstärkung im Schuh beeinträchtigte den Stürmer nicht. Mit einem gefühlvollen Pass leitete Reus den 1:0-Siegtreffer ein.
Und wieder sticht ein Joker: Adam Nemec erzielte für den 1. FC Kaiserslautern den wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1 Endstand gegen Hannover 96. Der Slowake wurde zur Pause eingewechselt und rettete seinem Club mit seinem Gewaltschuss aus gut 14 Metern den Punkt.
Wenn er nicht trifft, punktet sein Club nicht: Bei der Partie des 1. FC Köln gegen Bayern München blieb Lukas Podolski (r.), mit 14 Saisntoren so gut wie noch nie, blass. Zwar setzt sich der Angreifer hier gegen Holger Badstuber durch, insgesamt entwickelte Podolski aber wenig Zug zum Tor. Die 0:3-Niederlage konnte er nicht verhindern.