Billy Gibbons von ZZ Top "Hipster? Ich habe doch gar keine Tattoos"
Blues-Brüder: ZZ Top, das sind Dusty Hill, Frank Beard und Billy Gibbons (von links), hier bei einer speziellen Fotosession mit leichtbekleideten Models im Jahr 1996. Immer wieder schön: Ausgerechnet der Mann, der "Beard" heißt, trägt keinen Rausche-, sondern nur einen Oberlippenbart. In unveränderter Besetzung spielen die drei Musiker schon seit
Hey Jimi: Vier Konzerte spielte der junge Billy Gibbons (2. von rechts) mit seiner Band The Moving Sidewalks im Vorprogramm von Jimi Hendrix (2. von links) auf dessen erster US-Tournee. Dieses Foto entstand am 17. Februar 1968 im Club The Backyard in Fort Worth, Texas. Billy ging noch zur Highschool, als Jimi Hendrix ihn in der "Tonight Show with Johnny Carson" als seinen Lieblingsgitarristen bezeichnete. Im Bild von links nach rechts: Keyboarder Tom Moore, Jimi Hendrix, Bassist Don Summers, Gitarrist/Sänger Billy Gibbons und Drummer Dan Mitchell.
Billy Bartlos: Im Jahr 1973 sah man Billy Gibbons (rechts) noch bartlos auf der Bühne. Bis dahin hatte die "Little Ole Band From Texas" drei Alben veröffentlicht: "ZZ Top's First Album", "Rio Grande Mud" und "Tres Hombres".
Schulzeit: William Frederick Gibbons, genannt Billy, auf einem Foto in seinem Highschool-Jahrbuch. Sein Vater Frederick Royal Gibbons war Dirigent des Houston Symphony Orchestra. "Er hätte lieber gesehen, dass ich mal einen sogenannten ordentlichen Beruf ergreife", erinnert sich Billy. "Er wusste, wie unsicher das Musikgeschäft ist."
Oben ohne: Seltene Aufnahme von 1974 - Gitarrero Billy Gibbons damals noch ohne Rauschebart.
Chill out: Die ZZ-Top-Crew - Frank Beard, Billy Gibbons und Dusty Hill (von links) ganz relaxt auf dem Sofa im Jahr 1975
Gefährliche Gigs: "Unser Song 'Just got paid' hatte die Fans dazu motiviert, uns mit 10-Cent-Stücken zu bombardieren", erinnert sich Billy an Konzerte Mitte der Siebzigerjahre. "Eigentlich ein netter Gag, der aber im wörtlichen Sinn ins Auge gehen kann. Anfangs zählten wir eifrig die vielen Münzen und freuten uns über die zusätzlichen Einnahmen. Aber irgendwann strichen wir die Nummer, es wurde uns einfach zu gefährlich."
Brüder im Geiste: Mit Lemmy Kilmister von Motörhead (links) verband Billy Gibbons eine enge Freundschaft. "Lemmy war der beste Botschafter des Rock'n'Roll", so Billy. "Und das Cover unserer LP 'El Loco' war vom Motörhead-Album 'Ace Of Spades' inspiriert - drei Banditen verloren in der Wüste."
Partnerlook: Dusty Hill und Billy Gibbons (rechts) rocken 1981 gut behütet in Mechaniker-Overalls die Bühne in Minnesota.
Vollgas: Mit dem Album "Eliminator", benannt nach Billys Hot-Rod, einem 1933er Ford Coupé, katapultierten sich ZZ Top 1983 in neue Erfolgssphären. "Unseren Bluessound hatten wir mit Synthesizern modernisiert", erinnert sich Gibbons, "dadurch wurden die Songs tanzbarer, und endlich kamen auch Mädels in unsere Konzerte."
Scharf! Fein rausgeputzt posieren Dusty, Frank und Billy (von links) 1983 im Smoking auf dem Singlecover von "Sharp dressed Man". Nicht fehlen darf der Hot-Rod "Eliminator", der seit 1976 in Billys Besitz ist.
Der heimliche Star: Der feuerrote Oldtimer entwickelte sich durch den Einsatz in den Videoclips zu "Gimme all your lovin'" oder "Sharp dressed Man" zum heimlichen Star der Band. Die Musiker agierten in den Clips nur als Randfiguren: "Zusammen waren wir drei ja schon 99 - viel zu alt für MTV", so Billy im einestages-Gespräch.
Hoch hinaus: 1983 profitierten ZZ Top mit ihren spektakulären Musikvideos vom MTV-Boom. Ihr Album "Eliminator" verkaufte sich zehn Millionen Mal. Auf dem Foto zu sehen: ihr Faible für originelle Gitarrenmodelle.
"ZZ Ost": Das weltweite Erfolgsalbum "Afterburner" (mit Hits wie "Sleeping Bag", "Velcro Fly" und "Rough Boy") erschien 1985 sogar in der DDR und wurde unter der Nummer 856338 auf dem Amiga-Label veröffentlicht, vier Jahre vor dem Fall der Mauer eine absolute Seltenheit. Das Kernrepertoire von Amiga bestand aus Tanz- und Unterhaltungsmusik von Künstlern aus der DDR. Die Auswahl der Künstler unterlag den staatlichen Vorgaben der DDR-Kulturpolitik.
Planet of Women: Geblendet von so viel dauerwelliger Schönheit posieren Dusty, Frank und Billy (von links) 1986 mit dunklen Sonnenbrillen während der "Afterburner"-Welttournee in einem Londoner Hotel.
Hot Rod: Auf der Bühne lassen es ZZ Top seit bald 50 Jahren krachen - in unveränderter Besetzung. Zur Show gehören der rote Hot-Rod ("The Eliminator") und jede Menge Tänzerinnen.
Ehrung: 2004 wurden Billy, Dusty und Frank (von links) in New York in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen.
Gimme all your lovin': Billy mit seiner Frau Gilligan Stillwater-Gibbons bei Slashs Geburtstagsparty am 23. Juli 2008 im Mirage Hotel, Las Vegas. Zu seinem neuen Soloalbum "Big Bad Blues" steuerte sie die Zeile bei, aus der der Song "Missin' yo kissin'" wurde.
Autofreaks: Billy Gibbons (links) und Dusty Hill zu Gast bei einem NASCAR Rennen in Concord (North Carolina) im Mai 2015
Blues Brothers: Mit Kollege Slash von Guns N' Roses spielte Billy Gibbons (links) im Januar 2015 im Roxy Theatre in West Hollywood.
"Hey' ZZ Top!!": In der beliebten US-Comicserie "The Simpsons" verwechselt Bart Simpson (rechts) drei jüdisch-orthodoxe Chassidim auf der Straße aufgrund ihrer langen Bärte mit den Jungs von ZZ Top. "Ich kann mich über so was echt amüsieren", lacht Billy, "das ist nicht herablassend gemeint."
Startschuss: Mit "ZZ Top's First Album" ging 1971 alles los. Doch es dauerte bis zum dritten Album "Tres Hombres" 1973, bis die Band richtig Geld verdiente. "Bis dahin schlugen wir uns durch mit Gigs, Gigs, Gigs", so Billy. "Wir spielten in jeder verdammten Scheune."
Enthüllung: Am 19. November 2014 wurde im Capitol in Washington DC eine Büste zu Ehren von Vaclac Havel enthüllt. Der verstorbene tschechische Menschenrechtler und Staatspräsident (1936-2011) war bekennender Blues-Fan. So kam man auf Billy Gibbons als Stargast bei der feierlichen Zeremonie.
Selbstporträt: Billy Gibbons, wie sich Billy Gibbons sieht. Mit kräftigem Strich fertigte der Musiker 2017 dieses Bild von sich an. Heute ist es im Karma Sanctum Hotel in Soho (London) zu sehen.
Weltweit live: Dusty, Frank (hinten an den Drums) und Billy geben alles bei einem Konzert in Sydney (Australien).
Still got the Blues: Kurz vor der nächsten ZZ-Top-Scheibe veröffentlichte Gibbons jetzt sein zweites Soloalbum "The Big Bad Blues" mit Songs wie "Rumblin' and tumblin'", "Let The Left Hand Know", "My Baby She Rocks" und "Missin' Yo Kissin'".
Erfolgsgeheimnis: Beim Interview mit Autor Alex Gernandt (links) in London verriet Billy Gibbons das Geheimnis, warum ZZ Top auch nach fast 50 Jahren noch immer in derselben Besetzung erfolgreich sind: "Getrennte Tourbusse! Man darf sich einfach nicht zu sehr auf die Pelle rücken."