80 Jahre Lego - DER SPIEGEL
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Lego: Der Baustoff unserer Kindheit

Spielzeug-Klassiker Lego Der Baustoff unserer Kindheit

Wer als Kind die Welt verändern wollte, konnte gleich loslegen: mit Lego. Aus den bunten Bausteinen erschufen wir Burgen oder unsere eigenen Raumschiffe. Zum 80. Geburtstag der Kultklötzchen zeigt einestages die Legoträume eines Künstlers, der Bildikonen nachbaute. Erkennen Sie das Original?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Grooooaaaaasch! So klang in unserer Kindheit die vollkommene Freiheit. Es war das Geräusch, das die große Kiste mit Legosteinen machte, wenn man sie auf die Seite kippte, ihren Inhalt auf den Boden des Zimmers schüttete - und danach begann, die Welten aus unseren Köpfen in die Realität zu holen.

Das waren große Häuser, an denen wir tagelang bauten, sie einrichteten, die Vorgärten mit kleinen Plastikblumen besteckten. Das waren Schiffe, Laster oder Flugzeuge.

Aber mit Lego konnte man nicht nur die Welt nachbauen, die Mann kannte. In tagelanger Arbeit entstanden auch Kampfjets, mit denen wir durch die Nachbarschaft fliegen konnten. Mit grauen Ritterburgen reisten wir in die Vergangenheit, mit Raumstationen auf dem Mars in die entferntesten Winkel der Zukunft.

Was für eine Evolution des Spielens! Als kleine Kinder hatten wir im Sandkasten gesessen und Sandburgen gebaut. Klar, auch mit Sand, Wasser, Schäufelchen und Förmchen ließen sich gescheite Burgen bauen oder Mauern - aber die waren vergänglich, gingen kaputt, mussten zurückgelassen werden.

Und überhaupt: Erinnert sich noch jemand an seine erste Sandburg?


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Jeder Mann erinnert sich dagegen noch an das Klimpern, das die Legosteinwüste von sich gab, wenn wir sie auf der Suche nach dem richtigen Stein mit unseren Händen durchkämmten - und an das Gefühl, wenn wir ihn gefunden hatten. An die Farben, weiß, gelb, blau, rot, grün, orange, rosa, schwarz, grau. Und an manchen verzweifelten Versuch, zwei dünne Legoplatten wieder voneinander zu trennen.

Das Lego-Universum ist eben wie das richtige Leben: Man sucht, findet, baut auf, reißt ein. Und es gibt hier wie dort Kreative und, naja, Bürokraten. Im Legoland waren das die, die ausschließlich nach Anleitung bauten. Und die nach Fertigstellung peinlich genau darauf achteten, dass alles zusammenblieb.

"Ich habe mein Lego noch im Keller" hört man ziemlich viele sagen, die längst Mitte 30 sind. Das muss auch so sein: Eine Kiste mit Legosteinen wird weitervererbt von Generation zu Generation. Denn auch wenn manche der Steine verblichen sind oder nicht mehr ganz fest ineinander stecken blieben - der Legostein an sich, dieser Block mit dem Hohlraum auf der Unter- und den Zapfen auf der Oberseite sieht heute noch so aus wie damals. Denn so wie jedes Ding, das auf dem Zenit seiner Evolution angekommen ist, muss er sich auch gar nicht mehr verändern - weil er perfekt ist.

2012 wurde die Firma, die den Baustoff unserer Kindheit herstellt, 80 Jahre alt.

Zur Feier präsentiert einestages einen Künstler, der auch mit 38 Jahren noch per Lego reist. Mike Stimpson baut mit seinen bunten Steinen Fotoikonen und Bilder berühmter Künstler nach. Können Sie ihm auf seiner Reise folgen und erraten, welche Bilder der Brite nachgebaut hat? einestages zeigt die Lego-Kopien und ihre Originale.

goe/peg/bma